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Eine enorme Delle

Das Zweitliga-Intermezzo kam teuer. Für die laufende Saison ist dank des sportlichen Erfolges eine "schwarze Null" wahrscheinlich.
Axel Hellman. Axel Hellman.
Frankfurt. 

Die Frankfurter Eintracht hat die vergangene Fußball-Saison bei einem Umsatz von rund 46 Millionen Euro mit einem Minus von etwas über elf Millionen Euro abgeschlossen. Dies hat AG-Finanzvorstand Axel Hellmann auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben. "Der Abstieg in die Zweite Liga hat zu einer enormen Delle geführt", sagte Hellmann, "wir hatten Gott sei Dank Ressourcen, die sind aber samt und sonders aufgebraucht." Das Eigenkapital der Eintracht ist von knapp 16 Millionen Euro auf knapp fünf Millionen Euro geschrumpft. Doch es gibt auch gute Nachrichten: Für die laufende Saison sei bei einem Etatansatz von fast 72 Millionen Euro durch den sportlichen Erfolg eine "schwarze Null" wahrscheinlich, erklärte Hellmann. Auch habe die Eintracht keinerlei Fremdkapital aufnehmen müssen.

Der Abstieg und die Rückkehr in die Erstklassigkeit hat also viel Geld gekostet. In der letzten Saison sind 20 Millionen Euro in den Kader geflossen. Noch nie habe eine andere Mannschaft in der Zweiten Liga mit einem so hohen Etat gearbeitet, sagte Hellmann. Die Alternative zu dem Risikokurs des letzten Jahres wäre ein "Vollbremsung" gewesen, sagt der Finanzvorstand: "Wir hätten auch mit einem 11-Millionen-Kader spielen und dreißig Prozent aller Mitarbeiter entlassen können." Dies hätte die nun vorgestellte Bilanz zwar deutlich geschönt, aber wahrscheinlich nicht zu einer Rückkehr in die Bundesliga geführt.

Mehr TV-Gelder?

Der noch unter seinem Vorgänger eingeschlagene Weg sei "die einzig richtige Entscheidung" gewesen, sagt Hellmann, "es war überragend wichtig, sofort wieder aufzusteigen." Und nun sei es "überragend wichtig", den Klassenerhalt zu schaffen. Auch dafür hat die Eintracht viel Geld eingesetzt. Die insgesamt über 13 Millionen Euro für neue Spieler bedeuteten intern ein "Rekordniveau". Die sportliche Zielsetzung sei unverändert Platz 15, wirtschaftlich allerdings gehen die Planungen inzwischen von 48 Punkten aus. Damit könnte die Eintracht einen einstelligen Tabellenplatz erreichen.

Der aktuelle sportliche Erfolg hat auch Hoffnung gemacht, im Ranking der Fernsehgelder einen Sprung nach oben zu tun. Mit dem Abstieg waren die Frankfurter von Platz zwölf auf neunzehn gefallen. Nun stehe man wieder auf 15 und könne vielleicht noch auf 14 vorstoßen. Jeder einzelne Rang ist rund eine Million Euro wert. Aber auch auf anderen Gebieten will der Club mehr Geld generieren. Der langfristige Kredit mit der ISPR über 1,2 Millionen Euro pro Jahr läuft Ende dieser Spielzeit endlich aus, entlastet zukünftige Etats.

Mit der Stadt sei man in Gesprächen über eine Entlastung der Zahlungen für die Arena. Dabei gehe es nicht um eine Minderung der vertraglich vereinbarten Miete, daran sei nicht rütteln. "Es ist eine Politik der kleinen Schritte", betont Hellmann. So könnte die eine oder andere Loge auch baulich verändert werden, um neue Möglichkeiten der Vermarktung zu schaffen. Zudem sucht die Eintracht einen Nachfolger für den aktuellen Hauptsponsor, der ja nur für ein Jahr vertraglich gebunden ist.

Schließlich hält Hellmann an seinem Vorhaben fest, "Spieler zu entwickeln und sie dann in Wert zu setzen". Soll heißen: Die Eintracht muss auch mal gute Spieler aus dem eigenen Nachwuchs teuer verkaufen. Dies sei nicht auf die aktuellen Stars wie Sebastian Rode und Sebastian Jung gemünzt, "weil ich da aktuell keinen Ersatz sehen würde." Grundsätzlich aber müsste sich die Eintracht damit "anfreunden, Spieler werthaltig anzubieten." Im Winter neue Spieler zu holen sei nicht angedacht, aber auch nicht ausgeschlossen. "Es gibt Verletzungsrisiken oder andere sportliche Gründe", gibt Hellmann zu. Auch der Verkauf des einen oder anderen Profis könnte für Spielraum sorgen.

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