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Frankfurt Marathon: Eintracht-Athletin Katharina Heinig ist plötzlich deutsche Meisterin

Von Beim Sieg der Kenianerin Cheruiyot sichert sich Lokalmatadorin Heinig neben dem nationalen Titel auch schon fast das Ticket für die Heim-EM 2018 in Berlin.
Überglücklich: Katharina Heinig läuft in Frankfurt zum deutschen Meistertitel. Foto: Huebner/Ulrich (Jan Huebner) Überglücklich: Katharina Heinig läuft in Frankfurt zum deutschen Meistertitel.
Frankfurt. 

Als Katharina Heinig am Sonntagmittag auf den roten Teppich in der Festhalle einbog, da schob sich die 28-Jährige erst einmal die Sonnenbrille auf die Stirn. Dann reckte sie auf diesen letzten, von zahlreichen Zuschauern bejubelten Metern ihres Marathondebüts in der eigenen Heimat ein ums andere Mal die Faust triumphierend Richtung Decke. Was die Läuferin der Frankfurter Eintracht an diesem Tag erreicht hatte, den deutschen Meistertitel und damit die fast schon sichere Qualifikation für die kontinentalen Titelkämpfe im nächsten Jahr in Berlin, das hatte sie nicht zu träumen gewagt.

2:29:29 Stunden hatte die Tochter der olympischen Bronzemedaillengewinnerin von 1988 und dreimaligen Frankfurt-Siegerin Katrin Dörre-Heinig bei ihrem „nur vom Ergebnis her perfekten Rennen“ über die 42,195 Kilometer durch die Stadt gebraucht, in der sie wohnt und arbeitet. Das bedeutete beim ersten Marathon-Erfolg der kenianischen 5000-Meter-Olympiasiegerin Vivian Cheruiyot (2:23:35) Rang acht in der internationalen Frauenwertung. Doch was nicht nur die Sportlerin selbst überraschte, das war, dass sie und nicht die am Ende neuntplatzierte Fate Tola aus Gelnhausen (2:30:12) die schnellste Deutsche und damit auch beste Europäerin war.

Irgendwann auf den letzten zehn Kilometern hatte jemand der von vielen Freunden und Bekannten angefeuerten Lokalmatadorin zugerufen, dass die weiter vorne laufende Konkurrentin und Verteidigerin des nationalen Titels schon platt sei und sie zur ihr aufrücken solle. „Aber darauf habe ich nicht viel gegeben“, erzählte Heinig später. Zumal auch sie gut beschäftigt war mit den Problemen auf der Strecke. Zwar waren die schlimmsten Befürchtungen von Renndirektor Jo Schindler nicht eingetreten, hatte das Sturmtief Herwart in der Mainstadt nicht ganz so schlimm gewütet wie befürchtet. Schwierigkeiten bereiteten die Windböen den insgesamt 14 513 Marathonläuferinnen und -läufern und auch den Topstars darunter dennoch.

„Glücklicherweise bin ich nicht so groß“, stellte Heinig fest. So konnten „die Jungs“ um sie herum, ihre Tempomacher sowie die Männer, die etwa genauso schnell wie sie auf den Straßen unterwegs waren, die Athletin abschirmen und davor bewahren, dass ihr auf eine Zeit unter 2:30 Minuten veranschlagtes Rennen verweht wurde.

Bei Kilometer 37 hatte Heinig dann auch Tola im Blick. Die gebürtige Äthiopierin, die im vergangenen Jahr mit einem starken Finish noch auf Rang zwei in der Gesamtwertung gelaufen war, konnte diesmal nicht mehr zusetzen, und die Frankfurterin zog vorbei.

Die Zeit, mit der sie trotz der widrigen Bedingungen die A-Norm des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) für die Heim-EM erfüllte, gibt Heinig Zuversicht, dass noch mehr in ihren Beinen steckt. Es war die zweitbeste ihrer bisherigen Karriere, und den einzigen noch schnelleren Lauf hatte sie, damals ohne Sturm und wetterbedingten Drang, im Herbst 2016 in Berlin absolviert. Für das Ticket in die Hauptstadt muss Heinig bei einem Halbmarathon im nächsten Jahr die jetzt gezeigte Leistung noch einmal bestätigen. Doch den Plan für die nächsten Monate können sie und ihre Mutter, die sie als Bundes- wie auch als Heimtrainerin betreut und die selbst vor genau 20 Jahren das letzte Mal am Main erfolgreich war, schon auf den EM-Start zuschreiben.

Mit einem Ski-Trainingslager soll Mitte November die Vorbereitung beginnen, bevor es über den Silvesterlauf in Trier zu Höhenaufenthalten nach Kenia und Südafrika geht. „Vorher mache ich aber erst einmal Urlaub.“ Oder das, was sich Heinig darunter vorstellt. Schon am Mittwoch muss die Polizeikommissarin zum Dienst in ihrem Revier antreten. „Das ist in Griesheim“, erklärt sie. „Da bin ich heute etwa bei Kilometer 32 vorbeigelaufen.“

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