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Liverpool vs. Huddersfield: Englische Liga: Duell der besten Freunde

Erstmals treffen in der englischen Premier League zwei deutsche Trainer aufeinander. David Wagner kann seinen ehemaligen Mainzer Teamkollegen Jürgen Klopp in der Tabelle sogar überholen.
Jürgen Klopp liegt mit Liverpool nur einen Punkt vor Huddersfield. Foto: Frank Augstein (AP) Jürgen Klopp liegt mit Liverpool nur einen Punkt vor Huddersfield.
Manchester. 

Jürgen Klopp und David Wagner werden gerne als gute Kumpels bezeichnet, doch das stimmt nicht. Sie sind mehr. „Er ist mein bester Freund. Das ist eine außergewöhnliche Situation“, sagt Wagner, der Teammanager von Huddersfield Town, vor der Partie bei Klopps FC Liverpool in der Premier League an diesem Samstag (16 Uhr/DAZN). Und Klopp meint, es sei doch „nichts schöner, als gegen den besten Freund zu gewinnen“. Die britische Zeitung „The Independent“ bezeichnete die erste Premier-League-Partie zwischen zwei deutschen Trainern sarkastisch als Duell zwischen dem „Neuling mit den großen Augen“ und dem „abgekämpften Pädagogen“.

Wagner ist Klopps Trauzeuge. Die beiden kennen sich seit den Neunzigern, als sie zusammen beim FSV Mainz 05 spielten. Später trafen sie sich bei Borussia Dortmund wieder: Klopp als Trainer des Bundesliga-Teams, Wagner als Coach der zweiten Mannschaft. „Das ist etwas Besonderes“, sagt Klopp über das Treffen, „wir haben ein enges Verhältnis, aber das ändert nichts für das Spiel.“

David Wagner, Trainer von Aufsteiger Huddersfield Town. Bild-Zoom Foto: Nigel French (PA Wire)
David Wagner, Trainer von Aufsteiger Huddersfield Town.

Ein einziges Mal sind sich die beiden Freunde in ihrer Karriere bisher in einem Pflichtspiel begegnet – als Spieler in der Zweiten Bundesliga. „Ich in Gütersloh links außen und er in Mainz als Rechtsverteidiger“, erinnert sich Wagner. „Wir haben hoch gewonnen, und ich hab dreimal getroffen.“

Das große Thema vor dem Duell sollte auch aus Wagners Sicht nicht die besondere Beziehung der Trainer sein. Sondern die Tatsache, dass Huddersfield in einem Pflichtspiel an der Anfield Road antreten darf. „Das ist die wirklich große Geschichte für uns“, sagt der 46-Jährige.

Nach dem Aufstieg im Frühjahr trifft Huddersfield zum ersten Mal seit Februar 1972 wieder in der Liga auf den FC Liverpool – und es geht die Partie mit viel Selbstvertrauen an. Am vergangenen Wochenende gelang Wagners Mannschaft ein sensationelles 2:1 über Rekordmeister Manchester United. Eine ähnliche Leistung wünscht sich der Coach auch an der Anfield Road. „Wenn wir von der ersten bis zur letzten Sekunde voll fokussiert sind, hängt es davon ab, wie Liverpool reagiert“, sagt er.

Zwei emotionale Typen

Die Freundschaft der Trainer Wagner und Klopp wird für 90 Minuten ruhen müssen. Huddersfield braucht jeden Punkt, um in der Premier League zu überleben, Liverpool steht unter Druck. Aus den vergangenen sechs Spielen in der Liga holte die Mannschaft nur einen Sieg, ist in der Tabelle auf den neunten Platz abgerutscht und hat zwölf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Manchester City. Die Chancen auf die Meisterschaft dürften schon vor dem zehnten Spieltag dahin sein.

Zuletzt gab es ein demütigendes 1:4 bei Tottenham Hotspur, die Partie legte die Schwächen in Liverpools Abwehr wieder einmal offen. Die Mannschaft hat in dieser Spielzeit schon 16 Tore kassiert – anfälliger war der Klub zuletzt 1964. Die Kritik an Klopp nimmt zu. Wagner könnte seinen Freund in eine echte Krise stürzen. Die Terriers könnten die Reds mit einem Sieg sogar überholen. Nur ein Punkt trennt Huddersfield von Liverpool.

Vor Diskussionen der beiden emotionalen Typen am Spielfeldrand hat Wagner keine Angst. „Wir beide kennen uns gut genug, dass alles, was in diesen 90 Minuten an der Seitenlinie gesprochen wird, danach vergessen ist und nicht zählt“, sagt der gebürtige Frankfurter.

Karius zurück ins Tor?

Der Trainer will sich davon nicht ablenken lassen, er hat zum Beispiel seinen Medien-Konsum eingeschränkt. „Soll ich lesen, wie jemand sagt, ich hätte keine Ahnung von Fußball? Das hilft nicht“, sagte der frühere BVB-Coach: „Ich bin 50 Jahre alt, und ich bin klar. Ich lese das nicht.“

Gegen Huddersfield muss er Lösungen für die Defensiv-Misere finden. Deshalb könnte er die Verteidigung umstellen und den bei der Niederlage gegen Tottenham in der ersten Halbzeit ausgewechselten Dejan Lovren aus dem Team nehmen. An seiner Stelle könnte neben dem ehemaligen Schalker Joel Matip der junge Joe Gomez spielen. Im Tor könnte der Ex-Mainzer Loris Karius eine Chance bekommen und Simon Mignolet ersetzen. „Wir werden sehen, das ist unser Job“, sagt Klopp zu möglichen Wechseln in der Startelf.

So oder so: Huddersfield wird er schwerlich überraschen können. „Vielleicht zum ersten Mal konnte ich unserer Scouting-Abteilung mehr über den Gegner sagen als umgekehrt“, sagt Wagner. Er kennt ihn halt, seinen besten Freund Klopp.

(sid,dpa)
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