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GFL-Club: Entscheidung im Universe-Prozess vertagt

Von Unternehmer Matthias Mämpel aus Seeheim-Jugenheim will mindestens 165 000 Euro von den Frankfurter Footballern einklagen. Doch die haben auch Forderungen an ihn.
Streitet mit der Frankfurt Universe um Geld: Matthias Mämpel. Foto: Jan Huebner (Jan Huebner) Streitet mit der Frankfurt Universe um Geld: Matthias Mämpel.
Frankfurt. 

Nach nicht mal einer Viertelstunde war die Sitzung vor dem Landgericht vorbei. Die Entscheidung in der Klage der Frankfurter Football Betriebs GmbH gegen die Frankfurt Universe (FUB) wurde auf den 9. März vertagt. Doch auch danach wird der Konflikt zwischen Matthias Mämpel, dem früheren General Manager des heutigen Erstligisten, und der für den Spielbetrieb der „Men in Purple“ in der German Football League (GFL) zuständigen GmbH noch nicht gelöst sein.

Mämpel, bis 2015 in Diensten der damals als Galaxy firmierenden Gesellschaft, hatte nach Lizenzproblemen seinen Hut nehmen müssen. Im Auflösungsvertrag wurde dem Unternehmer aus Seeheim-Jugenheim jedoch eine weitere Beteiligung an den Einnahmen zugesichert, die Hauptsponsor Samsung den Footballern in die Kasse spült. Nicht nur bis zum Ende des laufenden Kontrakts in diesem Jahr, sondern bei einer Verlängerung der Zusammenarbeit auch darüber hinaus. Man sei damals in einer „Zwangssituation“ gewesen, heißt es vonseiten der Universe. Es sei darum gegangen, ob GFL-Football in Frankfurt stattfinden würde oder nicht. Also hätten die Entscheider im Stammverein „in den sauren Apfel gebissen“. Bis Ende 2017 haben sich die Forderungen auf eine Summe von knapp 165 000 Euro addiert.

Demgegenüber stehen laut Thorsten Peppel, dem Anwalt der FUB, fast 320 000 Euro, die der Titelsponsor eigenen Angaben nach schon gezahlt hat, die aber nicht bei der Universe angekommen sind. Peppel geht davon aus, dass Mämpel diese einbehalten hat. Eine gütliche Einigung sei deshalb schwierig, so der Rechtsvertreter am Freitag. Der gegnerische Anwalt, Harald Hotze, gab ihm recht. Zumal auch noch nicht feststehen soll, wie genau die bereits bestätigte weitere Zusammenarbeit zwischen dem Elektronikhersteller und der Universe bis 2021 aussehen wird und welche Ansprüche sich daraus wiederum für Mämpel ergeben. Laut Peppel wurden zwar Festbeträge festgelegt, doch sollte sich die Basis dafür ändern, gelte es nachzuverhandeln. Aktuell zahlt Samsung eigenen Angaben nach jährlich 500 000 Euro an die Footballer.

„Risiko ist eingeplant“

FUB-Geschäftsführer Michael Schwarzer geht in keinem Fall davon aus, dass der Spielbetrieb des Vorjahreshalbfinalisten gefährdet ist. „Das Risiko ist eingeplant“, betont der ehemalige Eishockeyprofi, stehe also im Businessplan. Die zahlreichen Spielerverpflichtungen der vergangenen Wochen – gestern wurden die Talente Kai Wullbrandt als Left Tackle und der Hanauer Luca Hebel als Neuzugänge verkündet – deuten darauf hin, dass die Planungen in vollem Gange sind. Allerdings gibt es bekanntermaßen weitere Gläubiger, die an baldigen Zahlungen interessiert sind.

An der misslichen Lage, in der die Footballer trotz wachsenden Erfolgs stecken und der sie laut Schwarzer durch umfangreiche Sparmaßnahmen entkommen wollen, ist nach Meinung Peppels Mämpel nicht unschuldig, Er habe es zu verantworten, dass auch im Anschluss an seine Amtszeit „erhebliche Verbindlichkeiten“ auf die FUB zukamen, etwa durch das Engagement eines „außergewöhnlich teuren Stadionsprechers“ oder kostspieliges Catering. Ihn dafür in Haftung zu nehmen, sei aber schwer möglich, glaubt Peppel.

Entsprechend wartet man nun die Entscheidungsverkündung in zwei Wochen ab, davon ausgehend, dass das Urteil Mämpel recht geben und man dann über die Zahlungen verhandeln wird. Aber auch in der Gewissheit, dass man ja selbst noch einen Trumpf im Ärmel hat. Eilig hat die Universe es mit den Vorgängen nicht. Auf der anderen Seite könnte das laut Peppel anders aussehen. Die GmbH der Gegenpartei bestehe seiner Meinung nach nur zu einem Zweck: Den Anspruch auf das Geld zu erheben und zu kassieren. Sie sei nur ein Briefkasten in einem abbruchreifen Haus.

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