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Basketball: FC Bayern sorgt mit überraschendem Trainerwechsel für Unruhe

Von Mit neuem Trainer tritt der Bundesliga-Tabellenführer aus München am Sonntag in Frankfurt an. Der geschasste Vorgänger kritisiert das Bayern-Management.
<span></span> Bilder > Foto: Oryk HAIST (imago sportfotodienst)
Frankfurt. 

Auf diese öffentliche Schlammschlacht hätte der FC Bayern wohl gerne verzichtet. Und eigentlich deutete noch vor wenigen Wochen nicht viel darauf hin. Vereins-Präsident Uli Hoeneß adelte seine Basketballer und sprach vorzeitig von der „besten Saison“ – obwohl die Play-offs noch nicht einmal begonnen haben. Sein Lob war begründet: Erstmals seit 50 Jahren hatten die Münchner den deutschen Pokal gewonnen, waren bis ins Halbfinale des Eurocups vorgestoßen und führten die Bundesliga mit 46:4 Punkten an. Besser ging es kaum. Doch weil erstmals vier Pflichtspiele in Folge verloren wurden, folgte Ende März der überraschende Knall: Der Meisterschafts-Favorit entließ seinen Trainer Sasa Djordjevic. Und der gekränkte Serbe, ein früherer Spieler mit Weltformat, holte nach der Demütigung zum verbalen Gegenschlag aus. In einem offenen Brief attackierte der 50-Jährige Münchens Geschäftsführer Marko Pesic und Sportdirektor Daniele Baiesi.

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„Mir wurde die Chance genommen, diese großartige Saison zu beenden und sie noch weiter zu verbessern, indem ich die Meisterschaft gewinne“, schrieb Djordjevic. Als Grund für den Rauswurf habe ihm Pesic „mangelnde Kommunikation“ vorgeworfen. Djordjevic, seit 2013 zudem auch Nationaltrainer seines Heimatlandes Serbiens, empfand diesen Vorgang als „schamlos“ und kritisierte eine „verwirrende Eifersucht seitens eines Teils des Managements“. Diese „gewaltige Attacke“ habe nicht nur ihn persönlich „verletzt, sondern auch den Beruf eines Basketballtrainers“. Denn mit den Club-Chefs sei noch vor dem Pokalfinale vereinbart worden, „ein oder zwei neue Spieler zu verpflichten“, weil einige Akteure verletzt seien, berichtete Djordjevic, Weltmeister von 1998.

Selbst die Bayern-Profis begegneten seinem Rauswurf mit Verwunderung. Der Ex-Frankfurter Nationalspieler Danilo Barthel sagte mehrdeutig: „Eigentlich läuft es ja ganz gut für uns.“ In der Tat: Vorzuwerfen war Djordjevic, der bei den Fans und offenbar auch bei den Spielern beliebt war, sportlich nicht viel. Wenn überhaupt, dass ihm in Schlussphasen einer Partie mitunter etwas die Flexibilität fehlte. Den Pokalsieg im Finale gegen Berlin bekam er durch eine falsche Schiedsrichter-Entscheidung „geschenkt“. Und im Halbfinale des Eurocups gab sein Team im Hinspiel bei Darussafaka Istanbul einen Vorsprung aus der Hand.

Vier Tage nach der Demission präsentierte Pesic einen namhaften Nachfolger. Dejan Radonjic unterschrieb einen Vertrag bis Saisonende. Die „hoch geschätzte Trainerpersönlichkeit“, so Sportdirektor Baiesi, hat beste Empfehlungen vorzuweisen: Bis 2017 holte Radonjic mit dem serbischen Euroleague-Club Roter Stern Belgrad, bei dem er nach vier Jahren eine weitere Vertragsverlängerung ausschlug, zahlreiche Titel. Er hatte den Verein unter anderem 2015 zur ersten Meisterschaft nach 17 Jahren geführt. Einer seiner Spieler damals: Stefan Jovic, heute Spielmacher der Bayern. Djordjevic hatte ihn diese Saison nach München gelockt. Nun trainiert Jovic wieder unter Radonjic. Wie auch Maik Zirbes, der von 2014 bis 2016 in Belgrad spielte.

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Der Start unter dem 48-jährigen Radonjic ist geglückt. In der Bundesliga gelangen zwei Siege gegen Ulm und Gießen. Den positiven Trend wollen die Bayern unter ihrem neuen Coach am Sonntag (15 Uhr) bei den kriselnden Skyliners fortsetzen. Der Tabellenführer ist favorisiert. Der Gesamtetat der Bayern soll 20 Millionen Euro betragen – Frankfurt kommt auf rund vier Millionen. Der Spieler-Etat soll dem Vernehmen nach sogar etwa zehnmal so hoch sein wie jener der Frankfurter (geschätzt etwa 1 Million). Neben Jovic, Barthel und Zirbes gibt es mit Center Devin Booker, den Guards Jared Cunningham und Anton Gavel und den Flügelspielern Reggie Redding und Vladimir Lucic weitere Topspieler. Das Hinspiel gewannen die Münchner zu Hause mit 72:60.

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