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Fußball: FSV 05 Mainz: Umbruch auf allen Ebenen

Von Sandro Schwarz ist mittlerweile der vierte Cheftrainer, den die Mainzer aus den eigenen Reihen befördert haben. Und auf den 38-Jährigen wartet eine schwere Saison und reichlich Arbeit.
Er genießt sichtlich das Bad in der Menge: Der neue Cheftrainer Sandro Schwarz bei der Saisoneröffnungsfeier des Bundesligisten FSV Mainz 05. Foto: Jan Huebner (Jan Huebner) Er genießt sichtlich das Bad in der Menge: Der neue Cheftrainer Sandro Schwarz bei der Saisoneröffnungsfeier des Bundesligisten FSV Mainz 05.

Nach dem Absturz von Rang sechs auf Rang 15, der den Schweizer Martin Schmidt am Ende seinen Trainerjob kostete, hofft der FSV Mainz 05 unter dessen Nachfolger Sandro Schwarz auf eine ruhigere Saison. „Unser erstes Etappenziel bleibt der Klassenerhalt und der ist für Mainz 05 definitiv sexy“, sagt Rouven Schröder in Anspielung darauf, dass der FSV mit seinem Personalhaushalt von 34 Millionen Euro „mit Augsburg und Freiburg“ in der Etatrangliste ganz unten steht.

„Acht bis zehn Vereine werden nach unten schielen müssen“, sagt der Sportvorstand, wobei er dazu auch die Rheinhessen zählt. Weil die Aufsteiger VfB Stuttgart und Hannover 96, Auftaktgegner der Mainzer am Samstag, ebenfalls mehr Geld als der selbsternannte Karnevalsverein haben, spricht der 41-Jährige „von der intensivsten und qualitativ besten Bundesligasaison aller Zeiten“.

Maxim soll es richten

In diese gehen die Mainzer ohne den kolumbianischen Mittelstürmer Jhon Cordoba, den Schröder für 17 Millionen Euro an den Kölner Ligarivalen verkauft hat. Bereits in der Winterpause der abgelaufenen Saison war Yunis Malli für 13 Millionen Euro an den VfL Wolfsburg veräußert worden. Dass die Mainzer die Lücke des türkischen Spielmachers nicht schließen konnten, war ein Grund für ihren Absturz in der Rückrunde. Der rumänische Regisseur Alexandru Maxim, der für drei Millionen Euro vom VfB Stuttgart verpflichtet wurde, soll nun Malli vergessen lassen. Im Angriff sollen der dänische Flügelspieler Viktor Fischer (Middlesbrough), der bosnische Mittelstürmer Kenan Kodro (Osasuna), der als einziger der fünf Neuen beim 3:1 im Pokal bei Regionalligist Lüneburg nur Ersatz war, zusammen mit dem Japaner Yoshinori Muto im Verbund Cordoba ersetzen. „Wir wollten variabler werden und schwerer auszurechnen sein“, fügt der Sportvorstand in Bezug auf die größere Breite des Kaders an.

Auch weil Schwarz mehr „zielgerichteten Ballbesitzfußball“ als Schmidt spielen lassen will, wird Maxim für eine sorgenfreie Saison der 05er zeigen müssen, dass der „Klassefußballer“, so der Coach, mehr als ein Talent ist. Zudem ist mehr Durchschlagskraft in der Offensive gefragt, nachdem der FSV mit nur 18 Toren in der Rückrunde die drittschwächste Offensive der Bundesliga stellte.

„Unsere Qualität ist größer geworden“, glaubt Schröder, was auch damit zu tun hat, dass ihm mit der Verpflichtung des ehemaligen Nationaltorwarts René Adler vom Hamburger SV ein Transfercoup gelang. „René ist ein Führungsspieler“, lobt Schwarz den 32-Jährigen, der, so Schröder, eine große Verstärkung sein wird, falls er von schweren Verletzungen verschont bleiben sollte. Zu einer solchen soll auch Innenverteidiger und Linksfuß Abdou Diallo, der für fünf Millionen Euro aus Monaco kam, werden. „Er kann uns richtig weiterhelfen“, sagt Adler, der für den Wechsel ins beschauliche Mainz lukrativere Angebote ausschlug, über den Kapitän der französischen U 21-Auswahl.

Dass in Mainz „Aufbruchstimmung“ herrscht, führt Schröder auch auf die Arbeit von Schwarz zurück, der nach Jürgen Klopp, Thomas Tuchel und Schmidt der vierte FSV-Trainer ist, der aus den eigenen Reihen zum Chefcoach befördert wurde. „Er ist sehr authentisch und akribisch. Man sieht, wie die Spieler die Dinge aufsaugen, die er vorgibt. Sandro ist Mainz 05“, sagt Schröder über den 38-jährigen.

Der Kumpel von Handball-Weltmeister Pascal Hens war 2004 als Spieler unter Jürgen Klopp beim ersten Erstligaaufstieg der Mainzer dabei, verließ den Verein dann aber und wurde 2009 vom Spieler zum Teamchef beim SV Wehen Wiesbaden befördert, den er aber nicht mehr vor dem Zweitligaabstieg retten konnte. Zuletzt trainierte der kommunikative und selbstbewusste Coach die zweite Mannschaft der Rheinhessen und die U 19. Dass er mit der U 23 nach zwei erfolgreichen Jahren nach der abgelaufenen Saison aus der Dritten Liga abgestiegen war, sieht Schröder nicht als Makel an.

Im Umbruch befindet sich nicht nur die Mannschaft, sondern auch der Verein nach den Abgängen von Manager Christian Heidel nach der vorletzten Saison und dem Amtsende des ehrenamtlichen Präsidenten Harald Strutz nach der Affäre um dessen verheimlichte Bezüge Ende Juni, die den Club fast drei Jahrzehnte geführt hatten.

Viel Macht für Schröder

Der zum Sportvorstand beförderte Manager Schröder („Ich werde jetzt dennoch nicht mit Krawatte rumlaufen“) ist noch vor dem ehrenamtlichen Vorstandschef Johannes Kaluza der neue starke Mann beim FSV Mainz 05.

Der Kader des FSV Mainz 05

Tor: René Adler, Jannik Huth, Florian Müller und Robin Zentner – Abwehr: Daniel Brosinski, Giulio Donati, Stefan

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