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Fußball: FSV Frankfurt gegen Kickers Offenbach: Ein Abend unter Freunden

Von In der Fußball-Regionalliga Südwest empfängt der FSV Frankfurt heute Abend (20.15 Uhr) zum Derby die Offenbacher Kickers. Für ein Trio ist das Spiel etwas ganz Besonderes.
FSV-Spieler mit OFC-Vergangenheit: Denis Mangafic Bilder > Foto: Peter Hartenfelser (Peter Hartenfelser) FSV-Spieler mit OFC-Vergangenheit: Denis Mangafic
Frankfurt. 

Wohl dem, der solche Freunde hat. Als Michael Görner im April des vergangenen Jahres mit seinen wenigen Mitstreitern die schwere Aufgabe übernahm, den wirtschaftlich und sportlich herunter gewirtschafteten FSV Frankfurt aus seiner wohl größten Krise zu führen, brauchte der neue Präsident des langjährigen Zweitligisten Freunde, die ihm in dieser schwierigen Zeit mit Rat und Tat zur Seite standen.

Einer davon war Thomas Brendel, der insgesamt fünf Jahre lang (2001 bis 2003 sowie 2006 bis 2009) erfolgreich für die Bornheimer auf Torejagd gegangen war und seit dieser Zeit eng mit Görner befreundet ist. Der frühere Stürmer, damals noch Coach des Hessenligisten Borussia Fulda, gab Görner den Rat, Alexander Conrad als neuen Cheftrainer zu verpflichten, um nach dem Abstieg des FSV in die Regionalliga Südwest den Neuaufbau einzuleiten. Unter schwierigsten Bedingungen, denn Görner und Conrad stand nur ein Personaletat von knapp 750 000 Euro zur Verfügung. Eigentlich zu wenig, um den Überlebenskampf an dieser sportlichen Schnittstelle zwischen Amateur- und Profifußball erfolgreich zu gestalten.

Nach einem schwachen Saisonstart, der Schlimmes befürchten ließ, hat Conrad mittlerweile aus seiner jungen Mannschaft ein konkurrenzfähiges Team geformt, das aus den letzten sechs Spielen 15 von 18 möglichen Punkten geholt hat und sich langsam aber sicher von der Abstiegszone entfernt.

Was auch daran liegt, dass Brendel bei einigen Spielertransfers entscheidend mitwirkte. So wurde auf Anraten des einstigen Oberliga-Torjägers, der im November in den Aufsichtsrat des FSV gewählt wurde, im Herbst der slowakische Stürmer Vito Plut nachverpflichtet, der sich als Volltreffer erwies. Mit seinen 14 Saisontreffern hat der frühere Angreifer des 1. FC Saarbrücken großen Anteil am Aufschwung der Bornheimer, die während der Winterpause ihren Kader noch einmal verstärken konnten. Mit Denis Mangafic kehrte im Januar ein alter Bekannter an den Bornheimer Hang zurück, den Brendel aus gemeinsamen Zeiten beim SV Wehen Wiesbaden und Borussia Fulda kannte. Und auch der schnelle Mann auf dem rechten Flügel erwies sich bislang als Bereicherung für das Spiel des FSV Frankfurt, der heute Abend (20.15 Uhr) im Derby die Offenbacher Kickers empfängt.

Ein Abend, an dem sich für das FSV-Trio Conrad, Brendel und Mangafic zumindest für rund 90 Minuten der Kreis schließt. Alle drei haben nämlich eine Offenbacher Vergangenheit, für sie ist das Aufeinandertreffen mit dem Ex-Club etwas Besonderes, auch wenn sie die eigenen Interessen hinten an stellen. „Es ist am besten, wenn du dein Ego ausblendest und nicht überpaced. Ich werde die Mannschaft nicht zusätzlich pushen“, sagt zum Beispiel Alex Conrad, der bei den Offenbacher Kickers, wo er von 2013 bis 2016 als Assistenztrainer unter Vertrag stand, noch einige Freunde hat. Nur er und Oliver Reck werden mit Sicherheit keine Freunde mehr fürs Leben. Als Reck nämlich Cheftrainer der Kickers wurde, hatte er für Conrad keine Verwendung mehr, weil er seinen eigenen Co-Trainer mitbrachte. Conrad wurde deshalb ein Jahr lang beim OFC fürs Nichtstun bezahlt, ehe er vom FSV Frankfurt verpflichtet wurde.

Ausschließlich gute Erinnerungen an seine Zeit auf dem Bieberer Berg hat hingegen Denis Mangafic, der im Sommer 2013 von den Kickers verpflichtet wurde, mit denen er 2014 fast den Sprung in die Dritte Liga geschafft hätte. Als Regionalligameister bestritt Mangafic mit dem OFC die beide Aufstiegsspiele gegen Magdeburg, die man aber mit 0:1 und 1:3 verlor. Mangafic wechselte anschließend zum damaligen Zweitligisten FSV Frankfurt, konnte sich dort aber nicht durchsetzen und verließ den Club bereits nach einem Jahr, um sich ihm nun erneut anzuschließen. Auf Betreiben von Thomas Brendel, der 2001 nur ein halbes Jahr in Offenbach spielte. Auf den heutigen Derbyabend freut er sich dennoch.

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