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Fußball: FSV gegen OFC: Eine Reise in die eigene Vergangenheit

Von Am Montagabend (20.15 Uhr) steigt am Bornheimer Hang das Derby zwischen den Fußball-Regionalligisten FSV Frankfurt und Kickers Offenbach. Sead Mehic spielte für beide Vereine.
Sead Mehic. Foto: Huebner/Bremes (Jan Huebner) Sead Mehic.
Offenbach. 

Für Sead Mehic ist das Gastspiel des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach am Bornheimer Hang eine Reise in die Vergangenheit. Zwischen 2006 bis 2010 absolvierte der heutige OFC-Sportdirektor für den FSV Frankfurt 113 Punktspiele. Mit dem Verein gelang ihm der Durchmarsch von der Hessenliga in die Zweite Bundesliga, an dem er insbesondere in der Saison 2007/2008 trotz eines verspäteten Einstiegs wegen eines Wadenbeinbruchs mit acht Treffern in 25 Spielen großen Anteil hatte.

„Das war schon etwas Besonderes. Wir wollten uns für die neue Dritte Liga qualifizieren. Dies wurde neun Begegnungen vor dem Runden-Ende geschafft. Dann ging kein Spiel verloren, plötzlich standen wir in der Zweiten Bundesliga“, bezeichnet der Bosnier, der bei Partizan Belgrad mit dem Fußball begann, diesen Aufstieg als eines seiner schönsten sportlichen Erlebnisse. Zwei Jahre lang führte er dann den FSV als Kapitän in der zweithöchsten deutschen Klasse aufs Spielfeld. „Es war eine gute Zeit, die ich nicht missen möchte. Wir haben im alten Stadion gespielt, den Umbau verfolgt. Und ein Jahr dürfte ich in dem heutigen modernen Stadion spielen. Ich bin stolz, ein Teil dieser Erfolgsgeschichte gewesen zu sein.“

Den Besuch am Bornheimer Hang bezeichnet er dennoch nicht als etwas Besonderes. „Es ist ein Teil meines Lebens. Ein schöner Abschnitt. Aber ich bin schon neun Jahre weg. Und die wurden durch Kickers Offenbach geprägt.“

Als er im Alter von 35 Jahren an den Bieberer Berg kam, hat er sich auf dem Papier verschlechtert. „Wir spielten eine Liga tiefer. Aber von der Kulisse sowie vom Umfeld her und auch was meine Rolle in der Mannschaft betraf, stand ich mehr im Mittelpunkt als mit dem FSV Frankfurt in der Zweiten Liga.“

Das angestrebte Ziel, den Aufstieg, habe er mit dem OFC nicht erreicht. Es war dennoch eine großartige Zeit, die ihren Höhepunkt in den unvergesslichen DFB-Pokalspielen hatte. Insgesamt fünf Bundesligisten warfen die Kickers mit Mehic in zwei Jahren aus dem Wettbewerb. Der größte Coup war der Triumph über Borussia Dortmund. 0:0 stand es nach 120 Minuten. Im Elfmeterdrama führte Offenbach 3:2. Dann hielt Robert Wulnikowski den Strafstoß von Robert Lewandowski. Und Mehic verwandelte seinen zum 4:2-Triumph.

In die Dritte Liga, die der OFC wegen der Insolvenz verlassen musste, will Mehic nun zurück kehren. „Obwohl unser Budget nur das einer Mittelfeldmannschaft ist, haben wir die Mannschaft dazu. Wenn sie mit derselben Begeisterung und Lauffreudigkeit spielt wie zuletzt gegen Mainz, kann sie sich für die Aufstiegsspiele qualifizieren. Danach ist alles möglich.“ Allerdings betont Mehic, dass dies nur mit einem hundertprozentigen Einsatz drin ist. Die vergangenen Leistungen schön oder schlecht zu reden, bringe nichts. Er sei ein Mann der klaren Worte. Man müsse sich gegen die Misserfolge wehren. „Das hat mir manchmal gefehlt. Kritik gehört dazu. Deshalb habe ich mich ein paarmal eingemischt.“

Wobei er die Einmischung nicht als eine Beschneidung der Kompetenzen des Trainers verstanden wissen will. „Es gibt verschiedene Trainer-Typen. Oli Reck hat eine sehr positive Beziehung zur Mannschaft aufgebaut, die Spieler stehen voll hinter ihm. Ich kommuniziere mit ihm täglich. Wir tauschen uns aus.“ Alles sei nur einem Ziel untergeordnet: dem Erfolg von Kickers Offenbach. Vor zwei Jahren wurde Reck geholt, weil alle überzeugt waren, dass er das gleiche Konzept verfolgt wie der Verein. Daran habe sich nichts geändert. Man stehe ständig in Vertrags-Gesprächen mit Recks Berater. „Wir können uns vorstellen, die Zusammenarbeit fortzusetzen. Auch Oli ist interessiert. Doch allein das reicht nicht aus. Die Rahmenbedingungen müssen passen. Wir wollen eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösung finden.“

Respekt vor dem FSV

Die heutige Partie sei eine Herausforderung. Der FSV habe durch die Erfolge in den letzten Wochen viel Selbstbewusstsein getankt, spielt im Moment richtig gut. Aber Mehic ist sicher: „Wenn wir so auftreten wie gegen Mainz, werden wir mit Hilfe unserer Fans drei Punkte nach Hause nehmen.“

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