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Bundeskanzlerin live dabei: Fabian Hambüchen verabschiedet sich von der großen Turner-Bühne

Von Die internationale Turn-Karriere ist beendet. National geht es für Fabian Hambüchen noch weiter. Auch andere Dinge kann der Hesse sich gut vorstellen.
Applaus von Bundeskanzlerin Angela Merkel für Fabian Hambüchen – das ist selbst für den Turnstar ein besonderer Moment. Foto: Britta Pedersen (dpa-Zentralbild) Applaus von Bundeskanzlerin Angela Merkel für Fabian Hambüchen – das ist selbst für den Turnstar ein besonderer Moment.
Berlin. 

Es gab da diese Gerüchte, dass Fabian Hambüchen seine internationale Karriere fortsetzen würde. Der 29-Jährige selbst hatte sie in die Welt gesetzt. Doch gestern Morgen setzte er ihnen auch ein Ende.

Wenige Stunden zuvor hatte sich der Reck-Olympiasieger aus Wetzlar mächtig feiern lassen. Bei der Stadiongala des Deutschen Turnfestes in Berlin wurde er erst von seinem Vater Wolfgang Hambüchen in einem knallgelben Mustang-Cabrio unter dem Jubel der knapp 55 000 Zuschauer durch das Oval gefahren, dann ließ Bundeskanzlerin Angela Merkel es sich nicht nehmen, den erfolgreichsten deutschen Bewegungskünstler der vergangenen 15 Jahre persönlich zu verabschieden. Das, sollte der frühere Welt- und Europameister später sagen, lasse sich „nicht mehr toppen“.

Die Zeit des Medaillensammelns auf höchster Ebene ist vorbei. Zum Spaß will der leidenschaftliche Sportler weiterhin vor die Kampfrichter treten. In der Bundesliga, wo er für die KTV Obere Lahn gemeldet, aber derzeit wegen einer Schulteroperation vor 13 Wochen nicht aktiv ist, will der Hesse noch „ein paar Jährchen“ dranhängen. Zu sehr liebe er seinen Sport – und wolle ihm auch in Zukunft treu bleiben. In welcher Funktion, steht noch nicht fest. Ob als Trainer oder als Lehrer, als Funktionär, Manager oder medialer Begleiter – der Sportstudent ist für alles offen.

Die Möglichkeiten, die sich ihm durch seine Popularität gerade bieten, nutzt er – so wie die zahlreichen Fernsehshows, in denen er auftrat, seit er bei den Spielen im vergangenen Sommer in Brasilien nach Bronze in Peking und Silber in London endlich die so lange begehrte Goldmedaille in den Händen hielt. „Vielleicht werde ich ja mal DTB-Präsident“, witzelt er in Richtung des Amtsinhabers Alfons Hölzl.

Der Verbandschef weiß zu schätzen, was dieser junge Mann nicht nur für den eigenen Lebenslauf, sondern die gesamte Turnbewegung hierzulande geleistet hat. Hambüchen selbst bekommt es gerade in der Hauptstadt zu spüren. Während er in einer Pressekonferenz fleißig Fragen beantwortet, schickt ihm sein Ausrüster Bilder aufs Handy, die selbst den seit Jahren umschwärmten Turnstar staunen lassen: Dreieinhalb Stunden vor seiner Autogrammstunde hatten sich schon die ersten Unterschriftenjäger vor dem Stand in einer der Messehallen versammelt. Er werde versuchen, so viele Wünsche wie möglich zu erfüllen, sagt Hambüchen. „Es tut mir jedes Mal in der Seele weh, wenn ich einen Cut machen muss.“ Noch immer steht er regelmäßig unter Termindruck.

Das Turnfest lernt er dennoch von einer anderen Seite kennen, ist „mehr drin“ als in den Jahren, in denen es für ihn um Titel und Medaillen ging. Endlich kann der Topathlet auch mal über die Turnfestmeile schlendern, auf der bis spät in die Nacht gefeiert wird. An genügend Schlaf muss er nicht mehr täglich denken.

Auch in der Max-Schmeling-Halle wird er heute Abend in einer neuen Rolle auftauchen: Dem Unterhachinger Jakob Paulicks will er bei seinen zwei Finalteilnahmen als Coach helfend zur Hand gehen. Bei dem Münchner, der ebenfalls für das Bundesligateam aus Biedenkopf turnt, wohnt Hambüchen während seiner langen Reha in München. Die Heilung verlaufe „phänomenal“, doch es werde sicher ein halbes Jahr dauern, bis das Gelenk wieder hundert Prozent belastbar sei.

Seinen nächsten Olympiaeinsatz wird dies nicht verhindern. Der ist für die Winterspiele im nächsten Jahr geplant. Dort berichtet der Sommersportler für einen Spartenkanal. Dass er von Loipen und Pisten noch nicht allzu viel weiß, muss bei dem Kumpel von Rennläufer Felix Neureuther kein Problem darstellen. Hambüchen wird aus dem Deutschen Haus den „Spirit der Athleten“ in die Welt schicken. Und wie der sich anfühlt, muss ihm keiner erklären.

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