Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige LS Lederservice Sie suchen einen Spezialisten aus Rhein-Main? Frankfurt am Main 24°C

Fecht-WM: Fassungslosigkeit nach Hartungs Blackout

Damit hat nun wirklich niemand gerechnet. Dass ein deutsches Herrensäbelteam bei der Heim-WM in die Trostrunde um die Plätze ab Rang neun muss, ist eine einzige Enttäuschung.
Den Tränen nahe: Max Hartung nach seinem Debakel. Foto: Jan Woitas (dpa-Zentralbild) Den Tränen nahe: Max Hartung nach seinem Debakel.
Leipzig. 

Max Hartung fiel völlig fassungslos auf den Hosenboden. Sein komfortabler 40:27-Vorsprung war Treffer um Treffer kleiner geworden. Am Ende durfte sein französischer Gegner Vincent Anstett jubeln. Die deprimierende 4:18-Serie von Europameister Hartung bedeutete das WM-Aus der einst so bärenstarken deutschen Säbelfechter. Nach dem 44:45 im Achtelfinale gegen Frankreich mussten sie ihre Trostrunde um die Plätze neun bis 16 auf den Nebenbahnen der Verlierer bestreiten.

Der deutsche Schlussmann Hartung musste nach dem Debakel von seinen Dormagener Teamkollegen Matyas Szabo, Benedikt Wagner und Richard Hübers hochgezogen und getröstet werden. Fassungslos schlug der 27-Jährige die rechte Hand vors Gesicht, schien den Tränen nah. Szabo trat im Frust so wuchtig gegen eine Bande, dass sie sich aus ihrer Verankerung löste. Zwischen der Achtelfinalpleite und der Trostrunde stellte sich zumindest Wagner bohrenden Fragen. Wie kann das geschehen? „Ich hab’ so was schon mal gesehen oder von so was gehört. Das passiert natürlich, aber ganz, ganz selten. Es ist natürlich richtig bitter, dass es uns passiert ist“, sagte der Vorjahres-Europameister.

Es sei selten, dass der eine Fechter, also Hartung, so den Faden verliere und der andere, der Einzel-WM-Dritte Anstett, gleichzeitig so aufdrehe. Wagner: „Das ist nicht normal.“ Bundestrainer Vilmos Szabo hatte das Unnormale kommen sehen. Immer wieder brüllte er Hartung Tipps zu, forderte seinen Besten dazu auf, das drohende Unheil doch bitte noch abzuwenden. Es half alles nichts.

Deutschland galt im Duell mit den Franzosen als leicht favorisiert, denn in den vergangenen Jahren war das Team meist sehr erfolgreich. 2014 war Deutschland Weltmeister, ein Jahr später Europameister. Doch nach WM-Bronze 2015 in Moskau blieben Medaillengewinne aus. Bei der Team-WM 2016 in Rio de Janeiro wurde Deutschland Fünfter, bei der EM 2016 Siebter, in diesem Jahr in Tiflis Vierter und jetzt in Leipzig Neunter.

Schon im Einzelwettbewerb hatten die deutschen Säbelfechter mit Platz zehn für Europa-Champion Hartung und 13 für den Olympia-Achten Szabo in Leipzig nicht überzeugen können. Verbandspräsidentin Claudia Bokel hatte am Tag vor dem Team-Event noch überzeugt geklungen: „Ich denke, die werden alles geben“ – doch auch Bokel musste sich in die Reihe der Fassungslosen eingliedern. dpa

Zur Startseite Mehr aus Sport

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse