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Ski alpin: Felix Neureuther muss in der neuen Weltcup-Saison einen Spagat absolvieren

In seiner neuen Rolle als Papa muss sich Felix Neureuther erst noch finden, auf der alpinen Ski-Piste fühlt er sich vor dem Start der Olympia-Saison gut wie lange nicht. So gut, dass er sein Karriere-Ende verschoben hat.
Fühlt sich vor dem Weltcup-Auftakt gut in Form: Felix Neureuther. Foto: Michael Kappeler (dpa) Fühlt sich vor dem Weltcup-Auftakt gut in Form: Felix Neureuther.
Sölden. 

Wenn Felix Neureuther morgen in seinem stark motorisierten Dienstwagen nach Sölden braust, schlagen zwei Herzen in seiner Brust. Da ist Vorfreude auf den Auftakt der Olympia-Saison mit dem Riesenslalom auf dem Rettenbachgletscher in Österreich – aber da ist auch Mathilda. Weil sein neugeborenes Töchterchen mit Mama Miriam Gössner zu Hause bleiben muss, plagt Neureuther das schlechte Gewissen. Es tue „weh“, die Lieben zurückzulassen, sagte er, „ich denke darüber nach, ob ich das Richtige tue“.

Seit Mathilda am 14. Oktober das Licht der Welt erblickte, ist im Leben des besten deutschen Ski-Rennfahrers nichts mehr wie es war. „Felix ist völlig fertig“, sagt sein Vater Christian augenzwinkernd. Neben schlaflosen Nächten erlebt Neureuther ein „wahnsinnig intensives Papa-Gefühl“, wie er schwärmt. Dies verdrängt sogar langgehegte Träume. Er wolle es „nicht verpassen, wenn mein Kind krabbeln lernt oder das erste Mal steht. Das ist mir wichtiger als Siege und Medaillen“, sagt Neureuther.

Dabei ist seine Form vor dem ersten Weltcup-Rennen am Sonntag (10 und 13 Uhr) in Sölden gut wie lange nicht. Der 33-Jährige traut sich bei den Winterspielen vom 9. bis 25. Februar im südkoreanischen Pyeongchang den ganz großen Wurf zu. „Es steckt definitiv noch in mir, dass ich Rennen gewinnen kann und dort ganz vorne bin“, sagt er. Allerdings lässt sich Neureuther offen, ob er die weite Reise nach Südkorea überhaupt antritt – auch wegen Mathilda.

Jetzt, als Vater, stelle er sich mehr denn je die Frage, ob er einen Olympia-Start angesichts der politischen Spannungen in Korea „für mich verantworten kann. Ich fahre einen Slalom, und da fliegen Raketen über mich drüber. Das ist Wahnsinn!“ Olympia habe ohnehin seinen Charme verloren, klagt er, schuld sei das IOC und dessen Gigantismus.

Neureuther engagiert sich inzwischen in sozialen Projekten und einer Stiftung. Im Sommer spielte er in einem Ski-Film mit. Das Training hat dabei nicht gelitten, mittels Zusatzeinheiten hat er seinen Rücken stabilisiert, im Sommer sei er „nie so gut gefahren“ wie diesmal, sagt DSV-Alpinchef Wolfgang Maier. „Weil ich die letzten Jahre immer so schlecht war“, scherzt Neureuther, aber ja, er fühle sich „echt ganz gut.“ Deshalb hat er die Idee, seine Karriere 2018 zu beenden, ad acta gelegt. Er genieße das Skifahren, sagt Neureuther, so bald wolle er trotz Mathilda nicht davon lassen. Warum auch? „Der Mario Matt“, sagt Maier, „ist in Sotschi mit 35 Olympiasieger geworden...“

Viele Stars fehlen

Das erste Rennen der neuen Weltcup-Saison bestreiten bereits am Samstag in Sölden die Frauen mit einem Riesenslalom.

An der Spitze des deutschen Aufgebots stehen Neureuther und Viktoria Rebensburg (Kreuth). Daneben sind Patrizia Dorsch (Schellenberg), Jessica Hilzinger (Oberstdorf) und Maren Wiesler (Münstertal) dabei sowie Stefan Luitz (Bolsterlang), Alexander Schmid (Fischen) und nach einer Schuhrandprellung Linus Straßer (München).

Eine ganze Reihe an Stars werden am Wochenende in Österreich noch fehlen. Allen voran Lindsey Vonn. Die Speed Queen steigt wie Olympiasiegerin Anna Veith, Lara Gut oder Eva-Maria Brem später ein. Weltmeisterin Ilka Stuhec und Olympiasieger Carlo Janka verpassen die Saison, der sechsmalige Gesamtsieger Marcel Hirscher, Aksel Lund Svindal und Fritz Dopfer verzichten nach Verletzungen. Dopfer kann „nahezu schmerzfrei Skifahren“, braucht aber „noch ein paar Trainings, um bei schwierigen Bedingungen konkurrenzfähig zu sein“.

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