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Super Bowl: Football: New England Patriots wollen den sechsten Titel

Seit 2002 sind die New England Patriots das Maß aller Dinge in der National Football League (NFL). Mit Besitzer Robert Kraft, Trainer Bill Belichick und Quarterback Tom Brady. Am Sonntag soll der sechste Titel her.
So will er auch am Sonntag jubeln: Tom Brady, der Quarterback der New England Patriots. Foto: Charles Krupa (AP) So will er auch am Sonntag jubeln: Tom Brady, der Quarterback der New England Patriots.
Minneapolis. 

Wer sie nicht liebt, der hasst sie. Die New England Patriots, diesen FC Bayern München der nordamerikanischen Football-Liga NFL. Zum achten Mal seit 2002 steht das von Superstar-Quarterback Tom Brady angeführte Team am Sonntagabend (17.30 Uhr Ortszeit/0.30 Uhr MEZ) im größten aller Endspiele, wenn der Super Bowl LII in Minneapolis ausgetragen wird. Insgesamt ist es die zehnte Finalteilnahme – ein NFL-Rekord. Gegen die Philadelphia Eagles sind die Patriots der Favorit. Mal wieder. Und zum sechsten Mal soll die Vince-Lombardi-Trophäe des Super-Bowl-Champions den Weg nach Boston finden.

Legendenstoff

Es gibt kaum etwas, das noch nicht über Brady, seinen Cheftrainer Bill Belichick oder Teambesitzer Robert Kraft geschrieben wurde. Dass die Patriots, seitdem Belichick vor 18 Jahren Trainer wurde, nur in dessen erster Saison weniger Siege als Niederlagen verbuchen konnten. Dass Brady von jedem NFL-Team, mit Ausnahme der damals noch nicht existierenden Houston Texans, bei der alljährlichen Auswahl der College-Spieler (Draft) 2000 übersehen und erst als 199. von New England ausgewählt wurde. Und dass Kraft die Franchise 1994 zum Preis von 172 Millionen US-Dollar kaufte und mit klugen Personalentscheidungen zu einer Football-Dynastie entwickelte. Alles Legendenstoff.

Trotz der 15. Play-off-Teilnahme in 17 Jahren waberten in den vergangenen Wochen und Monaten jedoch mal wieder Negativschlagzeilen um die Erfolgstroika aus Foxborough/Massachusetts durch die Medien. Von einem gestörten Binnenklima bei diesem Trio war die Rede. Ein bevorstehender Abschied des Cheftrainers stand im Raum. Einfluss auf die Leistungen des Teams hatte dies nicht. Die Patriots haben in ihrer Conference (AFC) am Ende wieder allen die Hacken gezeigt. Doch was macht den Erfolg dieses Teams eigentlich aus? Bradys einzigartiges Talent auf oder die Genialität Belichicks neben dem Spielfeld?

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„Das, was du im Jahr zuvor getan hast, zählt danach nicht mehr. Du musst dich jeden Tag und in jedem Spiel aufs Neue beweisen. Und das gilt für uns auch am Sonntag wieder“, sagte Patriots-Abwehrspieler Stephon Gilmore beim traditionellen „Media Day“. Der Cornerback (Passverteidiger) kam vor dieser Saison von den Buffalo Bills nach New England und war als Divisionsrivale zuvor zwei Mal pro Spielzeit gegen Brady und Co. angetreten. Nun steht er, wie er selbst sagt, auf der „richtigen Seite“.

Das Geheimnis des eigenen Erfolges behält jede Franchise nicht ganz überraschend für sich. Darauf angesprochen, gibt es ein schelmisches Grinsen und eine allgemeingültige Antwort. „In kritischen Phasen haben wir wieder unseren besten Football gespielt. So haben wir es wieder bis hierhin geschafft“, erklärte Belichick. Der 65-Jährige, meist im Kapuzenpullover unterwegs, überraschte selbst die amerikanischen Medienvertreter am Montag mit seinem Outfit in Anzug und Krawatte. „So sind die Patriots. Sie haben immer eine Überraschung parat“, sagte Scott Hanson vom ligaeigenen „NFL Network“. Das mit den Überraschungen dürfte auch für die Taktik am Sonntag gelten.

Letztlich ist es die Kombination aus den drei großen Figuren bei den Patriots, die den immensen Erfolg seit 2002 ermöglicht hat. Besitzer Robert Kraft kennt das Wort „Ungeduld“ oder „Unruhe“ nicht. Er vertraut Belichick und Brady. Selbst in diesen kritischen Phasen. Der Cheftrainer hat schwierige Charaktere in den vergangenen Jahren stets integriert und das Team zu einer Einheit geformt. Auch beim „Media Day“ trat der Titelverteidiger in beeindruckender Manier auf. Als das Team vor dem Start der Interview-Runde geschlossen auf die Bühne kam, hatte kein Spieler ein Smartphone in der Hand – im Gegensatz zu den Philadelphia Eagles eine Stunde später.

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Tom Brady reckte nach dem Sieg die Vince-Lomdardi-Trophy in die Höhe. Foto: Eric GayJames White von den New England Patriots tauchte zu einem Touchdown in die Falcons-Endzone. Foto: Tim DonnellyLady Gaga seilte sich bei ihrer Show vom Hallendach ab. Foto: Elise Amendola

Mit 40 immer noch Elite

Und dann ist da ja immer noch Brady. Mit 40 Jahren immer noch Elite. Noch immer nicht satt und genauso strebsam wie zu Beginn seiner Bilderbuch-Karriere. Neider sagen, die Patriots haben für ihren Erfolg hin und wieder unerlaubte Mittel genutzt. So wie 2007, als sie die New York Jets beim Training filmten, oder 2015, als die Bälle im Halbfinalspiel gegen die Indianapolis Colts zu schwach aufgepumpt waren und Brady als „Mitwisser“ für vier Spiele gesperrt wurde.

Unter dem Strich gibt es trotz dieser Eskapaden aber nur eines, was diesen Patriots entgegenzubringen ist – egal, ob sie geliebt oder gehasst werden: Respekt. Das Geheimnis ihres Erfolges, es ist kaum zu entschlüsseln. Sonst hätte ein anderes Team ihnen wahrscheinlich längst den Rang abgelaufen.

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