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Tennis: Frankfurter Davis-Cup-Held Tim Pütz will 2018 durchstarten

Von Tim Pütz hat in Australien aufregende Tage erlebt. Im Einzel, aber auch im Doppel mit Jan-Lennard Struff soll es so weitergehen.
Ein starkes Doppel: Jan-Lennard Struff (links) und Tim Pütz. Foto: Paul Zimmer (imago sportfotodienst) Ein starkes Doppel: Jan-Lennard Struff (links) und Tim Pütz.
Frankfurt. 

Am Wochenende war er noch der gefeierte Held, der mit seinem Sieg im Doppel den Davis-Cup-Triumph in Australien möglich machte. Nun hat ihn der Alltag wieder. Nur wenige Stunden nach der Landung in Frankfurt tat Tim Pütz das, was er sonst tagtäglich tut: trainieren bei seinem Heimatverein Eintracht Frankfurt. „Ich verbringe fast den ganzen Tag am Riederwald. Entweder auf dem Tennisplatz, im Sommer draußen, jetzt in der Halle, oder im Kraftraum des Fußball-Leistungszentrums“, berichtete er gestern.

Es war ein aufregendes Doppel, das er an der Seite von Jan-Lennard Struff gegen die australischen Doppel-Spezialisten John Peers und Matthew Ebden in 3:17 Stunden mit 6:4, 6:7 (1:7), 6:2, 6:7 (4:7), 6:4 gewonnen hatte: „Wir sind durchaus selbstbewusst in die Partie gegangen. Wir wissen, dass wir als Paar stark sind, und haben uns schon Chancen ausgerechnet.“ Die beiden Gegner kannte der Frankfurter sehr gut. „Wir haben während meiner Studentenzeit in den USA viele Turniere gegeneinander gespielt.“

Es sei ein hochklassiges Match gewesen, das ihm alles abverlangt, aber auch viel Spaß gemacht habe. „Bei einem Fünfsatzspiel gibt es ein ständiges Auf und Ab. Nachdem wir im zweiten und im vierten Satz besser waren, aber jeweils im Tiebreak verloren hatten, wäre ich mit einem anderen Partner vielleicht nicht so leicht darüber hinweg gekommen“, meinte Pütz. „Da hätten wir mehr Zeit zum Sammeln gebraucht. Aber mit Jan bin ich nicht nur eingespielt, sondern in erster Linie befreundet. Da haben wir uns gegenseitig aufgemuntert. Das hat vielleicht den Ausschlag gegeben.“

Dass sie nach Möglichkeit gern auch Turniere miteinander spielen würden, haben die beiden vor eineinhalb Jahren angedacht, im November 2017 dann beschlossen. Kein Wunder bei der Erfolgsbilanz. Pütz und Struff sind in neun Bundesliga-, zwei Davis-Cup- und sechs Turnier-Matches nach wie vor ungeschlagen.

Das Problem ist das Ranking von Tim Pütz, der nach seiner fast einjährigen Verletzungspause tief gefallen ist. Aktuell wird er im Einzel an Position 298 geführt, im Doppel ist er die Nummer 144 der Welt. „Damit komme ich in das Feld der ATP-Turniere noch nicht rein. In Deutschland bekommen wir bei den großen Turnieren höchstwahrscheinlich eine Wildcard, der Rest wird sich zeigen. Wir wollen in der nächsten Zeit, sobald es irgendwie geht, zusammen spielen. Jan hat mir gesagt, dass er, wenn ich bei einem Turnier dabei bin, immer mit mir antreten wird“, erklärt er.

Die Teilnahme am Grand-Slam-Turnier in Paris wäre ein Traum. Aber ob er bis dahin im Doppel unter den besten 80 der Welt ist, um zugelassen zu werden, glaubt Tim Pütz eher nicht. Sollte es dazu kommen, könnte sich im Falle der Erfolge von Struff im Einzel ein Problem der Überlastung ergeben. „Darüber haben wir uns noch nie unterhalten. Jan würde von sich aus das Doppel nicht streichen wollen, ich kenne ihn. Er ist ehrgeizig. Aber sollte er zwei, drei Fünfsatzspiele im Einzel erfolgreich hinter sich bringen, würde ich ihn als Freund selbst ansprechen, ob er nicht lieber statt des Doppels relaxen will.“

Zweigleisig

Pütz selbst will zweigleisig fahren. „Ich habe am Einzel sehr viel Spaß, bin aktuell da auch gut drauf. Erst wenn sich einmal eine krasse Diskrepanz einstellen würde, sagen wir Platz 600 im Einzel und 40 im Doppel, würde ich mich vielleicht aufs Doppel spezialisieren.“

Von beiden Platzierungen ist er derzeit meilenweit entfernt. In einer Woche will er nach Japan fliegen, wo er zwei Challenger im Einzel wie Doppel spielen wird. Danach kehrt er für einige Turniere nach Europa zurück. „Ich hatte eigentlich bis zum Sommer schon einen tollen Turnierplan fertig. Nun kommt aber der Davis-Cup dazwischen. Ich glaube schon, dass ich für die Begegnung in Spanien nominiert werde. Dort wird mit Sicherheit auf Sand gespielt. Also werde ich auch meine Vorbereitung entsprechend umstellen müssen und vorher Sandplatzturniere spielen. So ist es oft. Der Davis-Cup passt selten in die Turnierpläne der Spieler. Aber er ist was Tolles, ich würde nie absagen.“

Um vorwärtszukommen, heißt es trainieren, trainieren und trainieren. „Ich habe zwei sehr gute Trainer. Für die Fitness Dominik Labonté, mit dem ich seit 17 Jahren befreundet bin. Und seit Dezember habe ich mich mit Eike Matthies zusammengetan, der nicht nur daheim mit mir trainiert, sondern möglichst auch auf der Tour begleitet. Die Zusammenarbeit wurde probeweise bis Sommer 2018 ausgemacht, ich würde sie gern fortführen. Aber er kann nicht immer dabei sein“, berichtet Pütz. „Oft fährt mein Bruder Tom mit mir zu den Turnieren, der selbst für den SC SAFO Frankfurt spielt und bei der Eintracht und ab Sommer beim SAFO als Trainer arbeitet. Daher wird auch er nicht immer mitfahren können. Wir werden sehen, wie es sich einpendelt.“

Eins weiß Tim Pütz aber genau: Mit 30 Jahren ist er noch lange nicht am Ende seiner Karriere. Durch die Verletzung weit zurück- geworfen, will der Frankfurter nun richtig durchstarten. Auf der ATP-Tour. Aber auch im Davis-Cup.

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