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Leichtathletik: Frankfurter Marathon: Lauter Familienangelegenheiten

Von Die deutsche Meisterin Fate Tola teilt mit Arne Gabius ihre Erfahrungen in Sachen Geburt, und Katharina Heinig kann endlich in ihrer Heimatstadt mitlaufen.
Will wieder als beste Deutsche in der Festhalle einlaufen: Fate Tola. Foto: imago sportfotodienst (imago sportfotodienst) Will wieder als beste Deutsche in der Festhalle einlaufen: Fate Tola.
Frankfurt. 

Im Hause Heinig ist Marathon Familiensache. Mutter Katrin Dörre trainierte früher selbst bei ihrem Ehemann Wolfgang; heute plant die Olympiadritte von 1988 für Tochter Katharina Wettkämpfe und Trainingseinheiten. Dazu gehört in diesem Jahr das Debüt beim Frankfurt Marathon, also in der Stadt, in der die 28 Jahre alte Eintracht-Leichtathletin seit zwölf Jahren heimisch ist, jedoch nie für die klassischen 42,195 Kilometer startbereit war. 2013 verhinderte „eine Fußproblematik“ ein entsprechendes Vorhaben, danach war erst mal aus diversen Gründen kein Herbstmarathon vorgesehen.

Am 29. Oktober ist es aber so weit: 20 Jahre nach dem letzten von insgesamt drei Triumphen ihrer Mutter am Main soll Katharina Heinig endlich das für manchen zweifelhafte Vergnügen haben, quasi vor der eigenen Haustür „eine ordentliche Leistung“ abzugeben. Eine neue Bestzeit soll es sein für die Weltmeisterschaftsteilnehmerin von London, die seit ihrem Auftritt in Berlin vor einem Jahr die Zeit von 2:28:34 Stunden stehen hat.

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Der Fokus beim Frankfurt-Marathon liegt auf dem großen Rennen über 42,195 Kilometer. Insgesamt 14 565 Menschen gingen im vergangenen Jahr an den Start, 11 880 erreichten das Ziel in der Festhalle.

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Damit zumindest den deutschen Meistertitel zu erringen, dürfte allerdings schwerfallen. Schließlich ist auch Fate Tola mit am Start, die diesen bei ihrer Premiere für ihr neues Heimatland im vergangenen Jahr in 2:25:42 Stunden erlief und die Titelverteidigung zum erklärten Ziel gemacht hat. „Ich werde alles geben, was ich kann“, betonte die gebürtige Äthiopierin bei einer Pressekonferenz am Mittwoch im offiziellen Veranstaltungshotel. Womöglich reicht das der Vorjahreszweiten diesmal sogar, um auch als Siegerin der internationalen Frauen-Wertung über den roten Teppich in der Festhalle zu laufen. Doch die Konkurrenz ist stark und weist sogar erstmals in der seit 1981 währenden Geschichte des bundesweit ältesten Stadtmarathons eine Olympiasiegerin in der Meldeliste auf. Die Kenianerin Vivian Cheruiyot will ein halbes Jahr nach ihrem Debüt auf der Langstrecke, als sie in London 2:23:50 Stunden brauchte, ihren zweiten Versuch wagen.

Bei den Männern sind derweil erstmals alle drei Medaillengewinner des Vorjahres dabei: Mark Korir, Martin Kiprugut Kogsey sowie Cybrian Kimurgor Kotut. Renndirektor Jo Schindler ist schon gespannt darauf, ob das Trio aus Kenia diesmal in anderer Reihenfolge auf dem Podest landen wird.

Für Arne Gabius könnte das Rennen ein ganz besonderes werden, eines, in dem nicht auszuschließen ist, dass der deutsche Rekordhalter mal kurz von der Strecke in die Uniklinik abbiegt. Denn „im Hause Gabius läuft gerade ein Countdown für zwei Ereignisse“, sagt der 38-Jährige. Genau am Tag des Marathons soll seine Frau das gemeinsame Kind zur Welt bringen. Der Profi macht sich darüber im Vorfeld keine energieraubenden Gedanken. Nur vier Prozent aller Neugeburten, so heiße es in der Statistik, kämen an dem im Vorfeld ermittelten Datum zur Welt. Und gerade das erste Kind habe gerne etwas Verspätung.

Fate Tola pflichtet dem werdenden Vater bei: Auch ihre Tochter Samya ließ sich vor vier Jahren zehn Tage länger Zeit. Gabius konzentriert sich also erst mal auf sein Comeback auf der klassischen Distanz nach zwei verletzungsbedingten Fehlversuchen. Der letzte Test dafür, ein Halbmarathon am vergangenen Wochenende in Kopenhagen mit seiner bislang zweitbesten Zeit auf dieser Strecke, und einige hohe Trainingsbelastungen nähren seine Hoffnung auf einen guten Tag in der hessischen Großstadt. Nach überstandener Schambeinentzündung „springe ich wieder jeden Morgen aus dem Bett und freue mich, dass mir nichts wehtut“. Zusätzliche Motivation fürs Training braucht der Asket deshalb nicht. Und wenn, „fährt meine Frau ja noch auf dem Fahrrad neben mir her und sagt mir, dass ich das rechte Bein mehr anheben soll“. Manchmal brauche man diesen Blick von außen, und nach elf gemeinsamen Jahren mangele es nicht an Fachkompetenz. Marathon ist eben nicht nur im Hause Heinig Familiensache.

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