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Tennis: Frankfurter Tim Pütz für den Davis Cup nominiert

Von Frankfurt hat wieder einen Davis-Cup-Spieler. Tim Pütz wurde vom Teamkapitän Michael Kohlmann für das Relegationsspiel in der Weltgruppe vom 15. bis 17. September in Lissabon gegen Gastgeber Portugal nominiert.
Ball und den Davis Cup vor Augen: der Frankfurter Tennisprofi Tim Pütz Foto: Tatyana Zenkovich (EPA) Ball und den Davis Cup vor Augen: der Frankfurter Tennisprofi Tim Pütz
Frankfurt. 

Die Nachricht, dass er tatsächlich seine Premiere im Davis-Cup-Team geben wird, erfuhr Tim Pütz durch die Presse. „Ich freue mich wahnsinnig. Unerwartet kommt es für mich aber nicht. Nachdem sich abzeichnete, dass einige Spitzenspieler absagen könnten, hat mich der Team-Chef schon vor Wochen informiert, dass ich in Frage komme“, sagte der 29 Jahre alte Tennisspieler, der zurzeit in Genua ein Turnier spielt – im Doppel mit dem ebenfalls für den Davis-Cup nominierten Jan-Lennard Struff. „Sollten wir ins Finale kommen, würden wir am Sonntag direkt zum Team-Treff nach Lissabon kommen. Ansonsten mache ich einen Zwischenstopp daheim in Frankfurt“, sagt Pütz, der mit Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann befreundet ist. „Wir kennen uns aus meiner Münchner Zeit. Ich habe ihm gesagt, dass ich immer zur Verfügung stehen würde. Und dass ich, falls er mich braucht, alles stehen lasse und komme.“

Dass Tim Pütz jetzt vielleicht für Deutschland aufschlagen wird, ist ein Wunder. Der Usinger war 2014/ 15 auf dem besten Wege, unter die Top 100 der Welt zu kommen. 2014 qualifizierte er sich erstmals für ein Grand-Slam-Turnier, stand in Wimbledon in der zweiten Runde und im Hauptfeld bei den Australian Open 2015. „Ich hatte damals aber schon lange Probleme mit dem rechten Knie“, erinnert sich Tim Pütz. Das entzündete Knie zwang ihn immer wieder zu Pausen. Er trainierte kaum, spielte gelegentlich Turniere und hatte in einer starken Bundesligasaison (5:1-Siege im Einzel, 7:0 im Doppel) großen Anteil am Titelgewinn von BW Halle. „So ging es aber nicht weiter. Die Patellasehne war angerissen, das Gewebe zum Teil abgestorben. Bei den Rückhandschlägen konnte ich über das Bein nicht abrollen.“ Und so ließ sich Pütz im September 2015 in München operieren. Es folgten tägliche Behandlungen in Bad Homburg. Die ersten Bälle schlug er mit seinem Physiotherapeuten Michael Sauer – und danach wieder in der Bundesliga. Das Knie hielt, doch die Ärzte rieten zur Schonung.

Ohne jegliche Einschränkung spielt er seit Anfang des Jahres, auf dem Level wie vor seiner Verletzung seit drei Monaten. „Das Knie ist nicht ganz jungfräulich, wird es auch nie mehr sein. Aber ich bin voll einsatzfähig“, freut sich Pütz, in der Weltrangliste jetzt auf Position 464. Bei kleineren Turnieren versucht er fleißig Punkte zu sammeln. Mit BW Halle wurde er abermals Deutscher Meister. Seine Bundesliga-Bilanz in diesem Jahr: 5:1 im Einzel, 8:0 im Doppel, wo er mit Struff unter anderem das belgische Davis-Cup-Paar Ruben Bemelmans/Joris De Loore schlug, das im Februar in Frankfurt die Zverev-Brüder bezwang und damit Deutschland in die Relegationsrunde schickte.

In Halle trainierte Tim Pütz übrigens erstmals wieder mit seinem Idol und inzwischen auch Freund Roger Federer. Alles begann vor zwei Jahren. „Eines Tages erhielt ich eine SMS von Severin Lüthi. Der Co-Trainer von Federer suche einen Sparringspartner. Ob ich nicht Lust hätte.“ Pütz hielt es für einen Witz, hat aber vorsichtshalber zugesagt. Dann durfte er mit dem Rasenkönig trainieren. „Roger ist ein Super-Typ. Gar nicht eingebildet. Damals sprachen wir nach dem Training über Gott und die Welt, über mein Studium in den USA, über die Karriere. Es war großartig, aber irgendwie irreal.“ Es blieb nicht beim einmaligen Training. „Roger hat wie ich eine Operation hinter sich, musste lange pausieren. Wir tauschten uns aus. Und wünschten uns viel Erfolg.“ Anders als Federer hat Pütz bei seinem Debüt nach Verletzung nicht gewonnen. Er musste sich im Halbfinale geschlagen geben. Aber das holte Pütz, der, wenn er zu Hause ist, täglich bei seinem Verein Eintracht Frankfurt trainiert, inzwischen nach: Vor zwei Wochen. In Federers Heimatland Schweiz.

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