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Freiwasserschwimmen: Frankfurterin Sarah Köhler gewinnt mit ihrem Freund Florian Wellbrock EM-Silber

Als Florian Wellbrock und Sarah Köhler im ZDF-Sportstudio unter warmem Applaus als „erfolgreichstes Schwimm-Paar dieser Europameisterschaften“ angekündigt wurden, schauten sich beide verlegen in die Augen.
Gewann drei Medaillen bei der EM: Sarah Köhler. Foto: Andrea Masini/ Deepbluemedia /Insidefoto (imago sportfotodienst) Gewann drei Medaillen bei der EM: Sarah Köhler.
Glasgow. 

Als Florian Wellbrock und Sarah Köhler im ZDF-Sportstudio unter warmem Applaus als „erfolgreichstes Schwimm-Paar dieser Europameisterschaften“ angekündigt wurden, schauten sich beide verlegen in die Augen. Eine solch große öffentliche Aufmerksamkeit hatten deutsche Schwimmer lange nicht. Wellbrock und die Frankfurterin Köhler nutzten die Bühne der European Championships in Glasgow perfekt für sich.

Vor allem das packende Freiwasser-Staffelrennen über 4x1,25 Kilometer am Samstag im Loch Lomond, als beide Beckenschwimmer gemeinsam mit Leonie Beck und Sören Meißner Silber gewannen, war sportlich wie medial ein Highlight. Becken-Europameister Wellbrock schwamm auf der Schlussrunde minutenlang Nase an Nase mit Freiwasser-Olympiasieger Ferry Weertman, bei jedem zweiten Armzug schauten sich die Rivalen direkt in die Augen. Köhler schlug am Ufer vor Aufregung die Hände vors Gesicht.

Im Finish musste sich Wellbrock zwar dem ausgebufften Niederländer um 0,6 Sekunden geschlagen geben, doch enttäuscht war er nicht. „Mit dem Team und meiner Freundin auf dem Silberrang zu stehen, ist natürlich sehr schön“, sagte der 20-Jährige. „Das war Werbung für das Freiwasserschwimmen“, schwärmte Bundestrainer Stefan Lurz nach dem Staffelrennen: „Ich habe immer noch Gänsehaut. Das war der Wahnsinn, spannend bis zum Ende.“

Für Wellbrock und Köhler, die zuvor im EM-Becken des Tollcross International Swimming Centre jeweils zwei Medaillen gewonnen hatten, war es das erste gemeinsame Edelmetall. „Ich bin stolz auf uns beide“, sagte die 24-jährige Köhler, die für die SG Frankfurt startet. Die große Party fiel aber ins Wasser, Wellbrock muss wegen seiner Ausbildung zum Immobilienkaufmann am Dienstag wieder in die Berufsschule.

Auf der Schulbank dürfte er sich oft an die Tage in Glasgow erinnern, vor allem an das Duell mit Weertman, das ihm wichtige Erfahrungen brachte. Schließlich will er bei der WM im kommenden Sommer in Südkorea und auch bei Olympia 2020 in Tokio den Doppelstart im Becken und Freiwasser wagen. Weertman habe „die ganze Zeit bei mir auf der Hüfte gelegen“, sagte der 1500-m-Europameister, „und ich wiege wahrscheinlich 15 bis 20 Kilo weniger als er. Da kam ich nicht weg.“

Am Sonntag ging das Paar auch über 25 Kilometer an den Start. Wellbrock stieg bereits nach 15 Minuten wieder aus dem Wasser, Köhler eine Viertelstunde später. Beide Ausstiege waren vorher geplant. Damit erfüllten beide die umstrittene FINA-Regel, dass Staffelschwimmer auch bei einem Einzelrennen antreten müssen.

Den Staffel-Start der deutschen Beckenschwimmer hatte vor allem das französische Freiwasserteam, das auf Platz drei landete, heftig kritisiert. Lurz konnte das angesichts der Aussicht, das Staffelrennen ab 2024 ins Programm der Olympischen Sommerspiele zu heben, nicht verstehen. „Wenn das Teamrennen olympisch werden soll“, sagte er, „müssen sich alle Länder aus dem Pool der Beckenschwimmer bedienen.“

Die bereits 43 Jahre alte Angela Maurer verpasste in ihrem wohl letzten EM-Rennen über 25 Kilometer eine Medaille. Die zweimalige Weltmeisterin aus Mainz kam im 16,9 Grad kalten Loch Lomond nordwestlich von Glasgow nach 5:21:12,5 Stunden als Vierte ins Ziel.

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