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Boxen: Frankfurts Box-Hoffnung Leon Bunn steigt wieder in den Ring

Von Frankfurts Box-Hoffnung Leon Bunn steigt heute nach einer Verletzungspause erstmals wieder in den Ring. Er hofft in diesem Jahr noch auf einen Titelkampf.
Leon Bunn am 09. September 2017 in der Berliner Max-Schmeling-Halle nach seinem Sieg über den Polen Gargula. Foto: Soeren Stache (dpa) Leon Bunn am 09. September 2017 in der Berliner Max-Schmeling-Halle nach seinem Sieg über den Polen Gargula.
Frankfurt. 

Eigentlich träumte Leon Bunn bereits von einem WM-Kampf in diesem Jahr. Stattdessen gilt es, sich in Geduld zu üben. Eine Verletzungspause stoppte den Profi-Boxer aus Frankfurt, der in sechs Kämpfen bislang ungeschlagen geblieben ist. Nun muss er erst wieder einige Aufbaukämpfe bestreiten. Den ersten bereits an diesem Samstag im norwegischen Arendal. Gegner ist der Ungar Jozsef Racz. Immerhin steht dieser Kampf im Mittelpunkt der um 20 Uhr beginnenden Fernseh-Übertragung bei Sport 1. Der Sender, der mit dem Team Sauerland im Januar einen Dreijahresvertrag mit 60 Live-Übertragungen abschloss, überträgt erstmals eine Sauerland-Box-Gala.

Der Frankfurter ist seit Tagen im Werbe-Trailer des Senders zu sehen. Ein Fernsehteam filmte und interviewte ihn im Berliner Trainingscamp. „Ich freue mich wahnsinnig auf meinen ersten Live-Kampf im Free-TV. Eine tolle Sache“, sagt Leon Bunn, den die Übertragung schon ein wenig nervös macht. „Aber große Kämpfe, die im Fernsehen übertragen werden, sind schon immer mein Ziel gewesen. Eine gute Gelegenheit, sich an die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu gewöhnen.“

Noch ungeschlagen

Noch muss sich Leon Bunn gedulden. „Ihm gehört mit Sicherheit die Zukunft im Halbschwergewicht. Aber wir dürfen nichts überstürzen“, sagt Nisse Sauerland, Bruder von Kalle Sauerland und ebenfalls Box-Promoter. Ein Titelkampf – entweder um die EM-Krone oder die Intercontinental-Meisterschaft – soll der Höhepunkt dieses Jahres sein. Mehr ist vorerst nicht machbar. Was an der Verletzungspause nach dem Kampf am 9. September in Berlin gegen Thomas Gargula liegt. Danach schmerzte Bunn die linke Hand. Der 25-Jährige hatte zwar auch seinen sechsten Profikampf wie die vorherigen durch K.o. gewonnen – doch zu einem hohen Preis. Die Diagnose: Bruch des Mittelhandknochens. Glücklicherweise musste nicht operiert werden. „Der Bruch war ärgerlich, aber das kann im Ring passieren.“

Tatenlos ließ der Hoffnungsträger im Sauerland-Stall seine Verletzung nicht über sich ergehen. „Ich habe nach ein paar Tagen wieder trainiert“, sagt er. Möglich war dies mit einer speziell angefertigten Manschette, die sich Bunn statt Gips verpassen ließ. „Mit der Manschette durfte ich sogar einige Übungen machen, die mit Gips nicht möglich gewesen wären.“

Rund zwölf Wochen musste der 1,81 Meter große Linksausleger harte Schläge vermeiden, dafür gab es Kraft- und Fitnesstraining satt in Frankfurt. „Seine Kondition hat durch die Verletzung nicht gelitten. Er ist topfit“, sagt Ralph Bunn, Vater und Heimat-Coach des ehemaligen Boxers des CSC Frankfurt (2011/12).

Seit Jahresbeginn bereitete sich der Halbschwergewichtler in Berlin auf das Comeback vor. Sein Trainer Ulli Wegner weilte zwar nach einer Prostata-OP in der Kur. Doch dessen Assistent Georg Bramowski war ständig in Verbindung mit dem Star-Trainer, der das Training seines Boxers aus der Ferne überwachte und leitete. Wegner prophezeit Bunn eine große Zukunft.

„Schwer zu treffen“

Der erste Kampf des Jahres war eigentlich für den 17. Februar in Ludwigsburg vorgesehen. Dort will Bunn auch – unterstützt von zahlreichen Fans aus Frankfurt – in den Ring steigen. Vorausgesetzt, dass er sich heute nicht verletzt.

Dieser Fight in Norwegen kam unerwartet. Bei der Nordic Fight Night in Ardenal sollte der Hamburger Albon Pervizaj boxen. Weil dessen Trainingspartner aber wegen einer Viruserkrankung ausfällt, springt Bunn für den Freund ein. „Racz ist kein Großer der Szene. Er ist aber sehr unbequem zu boxen, bewegt sich unorthodox, ist nur schwer zu treffen“, dämpft Leon Bunn die Hoffnungen auf einen weiteren schnellen K.o.-Sieg. Von seinen bisherigen 27 Kämpfen gewann Racz zwar nur sieben, er sei aber mit Ausnahme seiner beiden ersten Kämpfe nie K.o. gegangen, betont Bunn.

„Leon wird in Norwegen eine gute Leistung abliefern. Da bin ich mir sicher“, ließ Ulli Wegner aus seiner Reha ausrichten. Noch muss sich der Meister-Trainer schonen, darf noch nicht in der Ringecke stehen. „Er hat mir aber versprochen, bei jedem meiner großen Kämpfe dabei zu sein“, freut sich Leon Bunn, der erst am gestrigen Freitag von Berlin nach Skandinavien flog.

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