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Leichtathletik-WM: Frankfurts Siebenkämpferinnen sind bereit für große Sprünge

Von Bei der Leichathletik-WM hofft Siebenkämpferin Carolin Schäfer auf eine Medaille – während ihre Frankfurter Clubkollegin Claudia Salman-Rath gleich doppelt große Sprünge machen darf.
Zwei starke Frankfurter Frauen bei der WM: Claudia Salman-Rath (links) und Carolin Schäfer. Foto: Bernd Thissen (dpa) Zwei starke Frankfurter Frauen bei der WM: Claudia Salman-Rath (links) und Carolin Schäfer.
Frankfurt. 

Lange hatte Claudia Salman-Rath sich in Bescheidenheit geübt, hatte immer wieder darauf hingewiesen, dass ein Doppelstart bei den am Wochenende beginnenden Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London für sie nur infrage käme, wenn sie damit keiner anderen Weitspringerin einen Platz wegnehmen würde. Schließlich wisse sie nicht, wie sie sich drei Tage nach dem Siebenkampf zum Auftakt fühlen wird. Doch nach den Deutschen Meisterschaften im Juli in Erfurt stand fest, dass neben der Sportlerin der LG Eintracht Frankfurt sowieso nur noch die Kölnerin Alexandra Wester die Norm des Deutschen Leichtathletik-Verbandes für die Teilnahme an den Titelkämpfen in der Olympiastadt von 2012 erfüllt hat. So wird es für die Hessin nunmehr im Alter von 31 Jahren eine ganz besondere Premiere geben.

Sowohl im Mehrkampf (6580 Punkte) als auch in der Einzeldisziplin (6,86 Meter) reist Salman-Rath als Fünfte des Jahresrankings an, zudem mit einem neuen Trainer. Denn Jürgen Sammert, der sie ebenso wie die aktuell beste deutsche Allrounderin Carolin Schäfer über Jahre hinweg betreut hat, musste sich aus gesundheitlichen Gründen von einer der beiden Topathletinnen trennen. Salman-Rath zeigt Verständnis dafür, dass der Coach die als Medaillenkandidatin gehandelte Clubkollegin bevorzugt, auch wenn sie sich gewünscht hätte, nicht nur während eines Trainingslagers darüber in Kenntnis gesetzt zu werden.

Glücklich über Wechsel

Mittlerweile ist die WM-Vierte von 2013 sehr glücklich über den Wechsel zu Weitsprung-Bundestrainer Ulrich Knapp, weil der sehr auf sie eingehe. Allerdings war diese Veränderung mit einem Umzug nach Saarbrücken verbunden. Dort lebt die gelernte Erzieherin erstmals in einem Sportinternat, weil sie es dann nicht weit zum Training hat. Ihren in der Heimat gebliebenen Ehemann sieht sie nur selten, und auch ihr Studium der Sozialen Arbeit musste sie abrupt unterbrechen, da dieses regelmäßige Präsenz an der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden erfordert. Doch in der Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt hätte Salman-Rath sowieso kaum Zeit für mehr als das Training gehabt.

Inwiefern sie in London an ihre großen Sprünge in diesem Jahr wird anknüpfen können, darüber herrscht bei der Bronzemedaillengewinnerin der Hallen-Europameisterschaften Unsicherheit. Unter denen, die um Edelmetall kämpfen, sieht sie sich aber in beiden Wettbewerben nicht.

Das stellt sich bei Carolin Schäfer anders dar. Schon im vergangenen Jahr hatte die Olympiafünfte erklärt, endlich einmal bei einem internationalen Großereignis den Sprung aufs Podest schaffen zu wollen. Beim Traditionsmeeting im österreichischen Götzis im Mai unterstrich die 25-Jährige diese Ankündigung mit einer Topleistung. Für sie selbst überraschende 6836 Punkte waren ein deutliches Signal an die Konkurrenz, und in Ratingen einen Monat später bestätigte sie diesen neuen persönlichen Bestwert mit noch mal 6667 Zählern.

Ein tragisches Ereignis

Was das am Ende bedeuten kann, darüber lässt sich nur spekulieren. Ein Siebenkampf besteht nun mal aus vielen Herausforderungen, und nicht zuletzt auch die hohen Temperaturen vor Ort könnten den Sportlerinnen zu schaffen machen. Doch in diesem Jahr war bislang nur die olympische Goldmedaillengewinnerin von Rio, Nafissatou Thiam aus Belgien, besser als die Deutsche.

Bei den Weltmeisterschaften vor zwei Jahren hatten drei Fehlversuche im Weitsprung alle Hoffnungen Schäfers zunichte gemacht. Damals hatte sie den Unfalltod ihres Freundes wenige Monate zuvor zu verkraften gehabt – ein tragisches Ereignis, das die junge Frau stärker werden ließ. Mit viel Selbstbewusstsein geht sie nun bei der WM an den Start. Die Vorbereitung lief problemlos, die Vorleistungen sprechen dafür, dass die vom Dienst freigestellte Polizeikommissarin erfolgreich nach Edelmetall greifen kann. „Die Punktzahl von Götzis ist schwer zu toppen“, gibt Trainer Sammert zu. Zumal im Mehrkampf jeder Punkt schwer erarbeitet werden müsse. Andererseits weiß seine Athletin ja jetzt, was sie kann. Eine Wiederholung ist demnach nicht auszuschließen.

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