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Bundestrainerin kündigt Verjüngungsprozess an: Frauen-Elf keine Wohlfühloase: Jones zieht die Zügel an

Von Fußball-Bundestrainerin Steffi Jones stellte gestern die Ergebnisse der Analyse des EM-Misserfolges vor und präsentierte den Kader für die WM-Qualifikationsspiele.
Bezeichnet sich als gutmütigen Menschen, will künftig aber härter durchgreifen: Fußball-Nationaltrainerin Steffi Jones. Foto: Peter Hartenfelser (imago sportfotodienst) Bezeichnet sich als gutmütigen Menschen, will künftig aber härter durchgreifen: Fußball-Nationaltrainerin Steffi Jones.
Frankfurt. 

In der Analyse von Bundestrainerin Steffi Jones gestern in der Frankfurter DFB-Zentrale war rund einen Monat nach dem Viertelfinal-Aus bei der Europameisterschaft in den Niederlanden alles dabei: Kritik, Selbstkritik, aber auch Optimismus. „Ich bin ein harmoniebedürftiger Mensch. Aber wenn man meine Gutmütigkeit ausnutzt, kann ich energisch werden. Meine lange Leine wird kürzer werden“, machte die 44-jährige Frankfurterin eine klare Ansage in Richtung Mannschaft.

Jones gestand Fehler ein, die sie während der EM gemacht habe. Zum Beispiel die Zuteilung von Comic-Figuren an die Spielerinnen würde sie nicht wiederholen. Beim ersten Turnier in der Verantwortung verfalle man vielleicht in Aktionismus, sagte die Bundestrainerin. „Man lernt, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.“ Wesentliche Erkenntnis aus der EM-Analyse: Die Halbfinalisten hätten mehr Siegeswillen gezeigt, zielstrebiger gespielt, disziplinierter taktische Vorgaben eingehalten, effizient Tore erzielt. Ihre Auswahl hingegen habe zwar Ballbesitzdominanz gehabt, jedoch zu viel klein-klein gespielt, sich dabei viele Ballverluste erlaubt. Vor dem Ball sei das Spiel zu statisch, da müsse mehr Bewegung rein. Alles Erkenntnisse, die mit denen der Bundesliga-Trainer identisch seien. Den Dialog mit der Bundesliga wolle sie intensiv weiter betreiben, so Jones. Ansonsten sei die Nationalelf keine Wohlfühloase. „Jede Nationalspielerin muss grundsätzliche Dinge wie Leidenschaft und Bereitschaft mitbringen. Wenn ich noch einmal nach einem Spiel höre, dass die Einstellung nicht gepasst hat, werde ich reagieren“, so Jones. „Die Fehler der EM werden mir nicht ein zweites Mal passieren. Wir haben mit allen Spielerinnen geredet. Ehrlich und offen. Jede weiß, wo sie steht.“

Dies spiegele sich auch in der Nominierung für die WM-Qualifikationsspiele in Ingolstadt gegen Slowenien (16. September) und in Tschechien (19. September) wider. Einige Spielerinnen wurden aussortiert. Jones betonte aber, dass bis auf die zurückgetretene Anja Mittag niemand raus aus dem Kader sei. Nach 13-monatiger Verletzungspause kehrt Simone Laudehr zurück, die gegen Slowenien ihr 100. Länderspiel machen wird. Jones: „Sie ist die Führungspersönlichkeit, die wir bei der EM nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Alexandra Popp gebraucht hätten. Das sind leidenschaftliche Typen, die in der Kabine und auf dem Rasen die anderen mitreißen, die jungen Spielerinnen führen. Mit Joelle Wedemeyer (21/Wolfsburg), Felicitas Rauch (21), Johanna Elsig (24/beide Potsdam), Lea Schüler (19/Essen) und Torfrau Carina Schlüter (19/Sand) berief Jones in den 23-köpfigen Kader viele unerfahrene Talente. Einzige Frankfurterin ist Kathrin Hendrich (25). „Den Verjüngungsprozess werden wir fortsetzen. Nach der U 20-WM kommen in kommenden Jahr weitere Nachwuchsspielerinnen dazu.“

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