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Tour de France: Froomes furioses Finale

Die Entscheidung bei der 104. Tour de France steht bevor. Es geht über die Alpen-Riesen Col du Galibier und Col d’Izoard.
In Gelb und in Führung: Chris Froome will seine Position bis zum Tour-Ende in Paris verteidigen. Foto: LIONEL BONAVENTURE (AFP) In Gelb und in Führung: Chris Froome will seine Position bis zum Tour-Ende in Paris verteidigen.
Romans-sur-Isère. 

Am Dienstag waren die Alpen-Ungetüme am azurblauen Horizont bereits zu erahnen. Als Christopher Froome und Co. durch das windige Rhone-Tal in Richtung Romans-sur-Isère unterwegs waren, durften sie sich vor dem vermutlich furiosen Finale der 104. Tour de France schon ausmalen, wie ihnen die üppige Menükarte der folgenden Tage wohl bekommen könnte.

Col de la Croix de Fer (2067 m) und der mythische Col du Galibier (2642 m) am Mittwoch, Col de Vars (2109 m) sowie die Bergankunft auf dem Col d’Izoard (2360 m) am Donnerstag. Was für die Dramaturgie der Frankreich-Rundfahrt einem Ausflug ins Drei-Sterne-Restaurant gleicht, wird auch bei Froome und seinen Rivalen eher einen flauen Magen verursachen. „Ich bin froh, dass ich vorne liege und keine Zeit gut machen muss“, sagte der dreimalige Champion.

Der Sky-Kapitän fährt nicht nur im Gelben Trikot, er hat in einem wahren Tour-Thriller auch das Zeitfahren am Samstag in Marseille in der Hinterhand. Doch beruhigend ist die Lage keineswegs. 18 Sekunden auf Fabio Aru (Italien), 23 auf Romain Bardet (Frankreich) und 29 auf Rigoberto Uran (Kolumbien) sind ein sehr schmales Polster, nur wenig größer ist der Rückstand von Daniel Martin (Irland/+1:12) und Froomes Edelhelfer Mikel Landa (Spanien/+1:17). Die Tour erfährt eine Zuspitzung wie seit Jahren nicht mehr. „Ich werde sicher nicht ruhig schlafen können“, meinte der Titelverteidiger.

Und wenn man seinen Herausforderern Glauben schenkt, besteht für Froome tatsächlich kein Anlass dazu. „Ein Anstieg wie der Izoard, da kannst du große Abstände herausfahren“, sagte Uran, den Froome wegen seiner ordentlichen Zeitfahr-Qualitäten als „Geheimfavorit“ bezeichnete. „Für mich sind das die Schlüsseletappen“, ergänzte Bardet, dessen AG2R-Mannschaft noch am ehesten der Übermacht der Sky-Armada standhalten kann.

Auf das britische Top-Team wartet auf der Alpen-Tortur gleichwohl Schwerstarbeit, denn auch Aru will aufs Ganze gehen. „Es wird jede Menge Angriffe geben, eine ziemliche Show“, sagte der Astana-Kapitän, während Bardet ankündigte: „Ich werde diese Etappen wie zwei Eintages-Klassiker fahren. Es ist nicht möglich, irgendetwas zu kalkulieren.“ Darin sind sich alle Sieganwärter einig, zumal selbst Froome einräumt, dass er nach seinen Schwierigkeiten in den Pyrenäen nicht vor einem weiteren schlechten Tag gefeit ist.

Je härter die Auseinandersetzung an der Spitze entbrennt, desto größer werden die Qualen auch für die schweren Jungs, die ihren ganz eigenen Kampf am Ende des Pelotons austragen. „Ich kann nur versuchen, zu überleben“, sagte Top-Sprinter Marcel Kittel, der gleichwohl die Alpen nicht als „Horror für mich“ einstufte.

Der Träger des Grünen Trikots setzt darauf, dass sich – wie häufig unter Anleitung des Österreichers Bernhard Eisel – das Gruppetto rechtzeitig formiert und gemeinsam sicher innerhalb des Zeitlimits ankommt.

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