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Leichtathletik: Gesa Krause: In Rekordzeit aus dem Tief

Von Beim Istaf stellt die Frankfurterin Gesa Krause über 3000 Meter Hindernis eine neue nationale Bestmarke auf. Sie glaubt, es steckt noch mehr in ihr.
Hat ihre Topform bewiesen: Hindernisläuferin Gesa Krause. Foto: BEAUTIFUL SPORTS/Axel Kohring (imago sportfotodienst) Hat ihre Topform bewiesen: Hindernisläuferin Gesa Krause.
Frankfurt. 

Es gibt diese Momente, in denen es selbst distanzierten Beobachtern schwerfällt, nicht mitzuleiden. Gesa Felicitas Krause hatte bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften von London für einen davon gesorgt. Auf dem Weg zu einer möglichen Medaille über 3000 Meter Hindernis war die 25-jährige Frankfurterin über eine fallende Konkurrentin gestolpert und daraufhin selbst gestürzt. Danach wurde sie, von Blessuren gezeichnet, zum Sinnbild dessen, was in Sportlerkreisen gerne zitiert wird: Dass man wieder aufstehen muss, wenn man am Boden ist.

Wer weiß, wie viel die Europameisterin in ihren Sport und ihre Leistung investiert, der konnte nachfühlen, wie unfassbar bitter es für die am Ende Neuntplatzierte gewesen sein musste, all ihren Hoffnungen für die Titelkämpfe auf der Insel chancenlos hinterherzulaufen. Krause gehört zu denjenigen, die in ihren besten Jahren ihr Potenzial ausschöpfen wollen, die ihre Ausbildung, ihr Studium zurückstellen, um erst einmal auf der Laufbahn das Bestmögliche zu erreichen. Mit der Konsequenz, die sich ihr Trainer Wolfgang Heinig von seinen Sportlern wünscht.

Nach einer guten Vorbereitung mit einer Serie von Höhentrainingslagern fern der Heimat nicht zeigen zu können, was wirklich in ihr steckt, das hätte die zierliche Athletin zermürben können. Gesa Krause jedoch hat versucht, die Wut und die Enttäuschung über das Versäumte in neue Energie umzuwandeln. Am vergangenen Donnerstag, beim Diamond League Meeting in Zürich, war ihr das nur bedingt gelungen: Da verpasste die WM-Dritte von 2015 in 9:15,85 Minuten auf Platz sechs noch ihre eigene Bestmarke. Drei Tage später, beim Istaf in Berlin, trieb das heimische Publikum sie zum neuen deutschen Rekord von 9:11,85 Minuten.

Noch mehr in den Beinen

Dass die für den Verein Silvesterlauf Trier startende Hessin überhaupt in der Lage war, kurz hintereinander zwei so starke Rennen zu absolvieren, zeugt allein schon von ihrer guten Form. Vollkommen zufrieden war sie dennoch nicht, auch wenn das gewohnte Strahlen wieder in ihre Augen zurückgekehrt war. „Mein Vermögen liegt unter 9:10 Minuten“, sagte Krause, „das konnte ich noch nicht beweisen.“ Immerhin geht sie nun mit einem positiven Gefühl in die Pause und danach in die Vorbereitung auf eine Saison, deren Höhepunkt die Heim-EM im August 2018 in Berlin und die damit verbundene Titelverteidigung darstellt.

Lisa Mayer dreht am Ende der Saison noch mal auf

Vor den Weltmeisterschaften in London hatte Lisa Mayer mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen gehabt. Von der Team-Europameisterschaft im Juni in Lille war die Frankfurter Studentin deshalb unverrichteter

clearing

Auf dem eigenen Kontinent ist die Deutsche bei normalem Rennverlauf derzeit kaum zu schlagen, befindet sich weltweit unter den Top Ten. Das hindert sie nicht daran, Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen. Dass sie in diesem Jahr die vielen Reisen zu Trainingslagern und Wettkämpfen zu sehr stressten und zu einer dreiwöchigen Pause in der Heimat zwangen, wirkt sich auf künftige Pläne aus. Nach Amerika und China, wie zuletzt, soll es zu Wettkämpfen nicht mehr gehen. Zudem plant Krause im Winter „ein Alternativtrainingslager auf Skiern“ ein, wie sie verriet, statt den Körper im Kraftraum und auf dem Fahrrad zu schinden.

Auch aus ihrem traurigen Erlebnis von London versucht Krause Positives mitzunehmen. So offen, wie sie von Beginn an mit ihren Gefühlen umging, zugab, dass nicht nur am Abend nach dem Rennen „sehr, sehr viele Tränen flossen“, so freimütig erklärte sie jetzt auch, in den drei Wochen danach etwas gelernt zu haben. „Es war nicht leicht, wieder weiterzumachen.“ Doch auch an solchen Enttäuschungen wachse man.

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