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Schwimmen: Glania gibt alles und ist doch nicht zufrieden

Von Rückenschwimmer Jan-Philip Glania von der SG Frankfurt erreicht im EM-Finale über 100 Meter den achten Platz.
Jan-Philip Glania. Foto: Hannibal Hanschke (dpa) Jan-Philip Glania.
Glasgow. 

Jan-Philip Glania fühlte sich gut. Zumindest besser, als es der Schwimmer der SG Frankfurt nach einem so wichtigen Rennen ohne optimale Vorbereitung erwartet hätte. Dass der 29-Jährige es bei den Europameisterschaften in Glasgow überhaupt ins Finale über 100 Meter Rücken schaffen würde, war schon nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Schließlich hatte er wegen seines Zahnmedizinstudiums das Training phasenweise schleifen lassen, war bisweilen nicht mal mehr einmal am Tag ins Becken gesprungen. Doch als er am Montagabend nach 54,35 Sekunden als Achter der Entscheidung aus dem Wasser des Tollcross International Swimming Centre kam, wollte er nicht ganz zufrieden sein.

„Ich habe alles gegeben“, erklärte der EM-Dritte von 2014. Aber das reichte nicht mal, um den internen Konkurrenten um den Platz in der Lagenstaffel, den Potsdamer Christian Diener, in Schach zu halten, der sich in 53,92 Sekunden einen Platz vor dem Hessen platzierte. Zudem wähnte sich Glania lange Zeit besser im Rennen. Den am Ende drittplatzierten Griechen Apostolos Christou habe er beispielsweise lange im Blick gehabt. Dass der dann plötzlich vor ihm war, habe ihn doch sehr überrascht. Immerhin hatte Glania sich im Vergleich zu den deutschen Meisterschaften, wo er wegen Notdiensten im Rahmen seines Studiums nur in der Vereinsstaffel am Start gewesen war, noch einmal deutlich, um eine halbe Sekunde, steigern können.

Die Qualifikation für die Titelkämpfe in Schottland hatte er im festgesetzten Zeitfenster zu Jahresbeginn eigentlich verpasst. Weder konnte Glania die Norm für einen Einzelstart vorweisen, noch ließ er Diener in der Rangliste hinter sich. Bundestrainer Henning Lambertz hatte dem gebürtigen Fuldaer dennoch die Einsatzchance bei den European Championships gegeben, weil er sich einerseits eine weitere Option für die Lagenstaffel offen halten wollen. Zudem war Glania vor und während des letzten Qualifikationswettkampfs angeschlagen gewesen.

Ob der Frankfurter bei den Titelkämpfen noch einmal antreten, eventuell im Vorlauf der 4x100-Meter-Lagen-Staffel am Donnerstag schwimmen darf, stand gestern Abend noch nicht fest. Dennoch hat Glania erneut bewiesen, dass er auch mit mäßiger Vorbereitung ordentliche Rennen zu liefern vermag. „Vielleicht sollte ich das mit dem wenigen Training beibehalten“, witzelte er. Aber viel mehr ist der Wettkampftyp davon überzeugt, dass es ihm gut getan hat, in den vergangenen zwei Wochen nur seinen Sport im Kopf gehabt zu haben.

Nach der EM ruft zwar wieder die studentische Pflicht, doch bis zum Examen im Sommer 2019 ist es nicht mehr weit. Und dann könnte er sich das eine Jahr bis zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio noch einmal ganz auf das Schwimmen konzentrieren.

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