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DFB-Präsident will die EM 2024: Grindels Leuchtturm-Projekt

DFB-Präsident Reinhard Grindel hat sich für die Abschaffung des Confed Cups ausgesprochen. Die EM 2024 will der 55-Jährige weiterhin mit aller Macht nach Deutschland holen.
Ein Mann mit Visionen: DFB-Präsident Reinhard Grindel Foto: Arne Dedert (dpa) Ein Mann mit Visionen: DFB-Präsident Reinhard Grindel
Frankfurt. 

Klare Kante gegen Russland, große Zuversicht bei der EM-Bewerbung und überraschend offene Kritik am Confed Cup: Reinhard Grindel, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), hat sich sogar für die Abschaffung der ungeliebten Mini-WM ausgesprochen. „Ich glaube, dass sich der Wettbewerb überlebt hat“, sagte der 55-Jährige dem Hamburger Abendblatt: „Es wäre ein gutes Signal an die Spitzenclubs in Europa, die mit Recht vor einer zu hohen Belastung ihrer Spieler warnen, zu sagen: ,Wir verzichten auch mal auf einen Wettbewerb‘.“

Der Fußball-Weltverband FIFA, der allerdings weiterhin von dem Format der WM-Generalprobe überzeugt ist, „sollte grundsätzlich über das Format nachdenken“, forderte Grindel: „Angesichts der Leistungsfähigkeit unserer Scouts und unserer Orga-Abteilung sind die Vorbereitungen auf eine WM so detailliert, dass es eines Kennenlernens von Stadien und Regionen nicht bedarf, von denen man ohnehin nicht weiß, ob man während des Turniers dort spielt. Der Sinn hat sich damit eigentlich erübrigt.“

Bundestrainer Joachim Löw hatte bereits angekündigt, den Confed Cup wegen der hohen Belastungen als Perspektivturnier zu nutzen. Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff prangerte zudem die hohen Kosten für die Teilnehmer an. Grindel werde nun das Gespräch mit FIFA-Generalsekretärin Fatma Samoura suchen, um darauf zu pochen, dass die FIFA „die Kosten für die Delegation übernimmt“.

Für den kommenden WM-Ausrichter Russland hatte Grindel bei der Gesprächsreihe Hamburg Soirée noch eine eindeutige Botschaft. Er erwarte eine „klare Absage gegen jede Art von Hooliganismus“, ein „klares Bekenntnis gegen Doping“ und forderte den Gastgeber von 2018 auf, „eine Menschenrechts-Situation zu schaffen, die es ermöglicht, dass man dort völlig frei seine Meinung sagt, völlig frei berichtet“. Zuletzt hatten die Ausschreitungen russischer Hooligans bei der EM in Frankreich sowie das russische Dopingsystem international für Entsetzen gesorgt.

Grindel sieht in der anhaltenden Kritik an den nächsten WM-Ausrichtern Russland und Katar sowie der Austragung der EM 2020 in 13 Ländern („Wanderzirkus“) aber auch eine Chance für Deutschland, die Europameisterschaft 2024 ins Land des Weltmeisters zu holen. „Die Abfolge der Ereignisse könnte uns bei der Bewerbung helfen“, sagte der ehemalige Bundestagsabgeordnete, weil der Wunsch aufkommen könnte: „Da gehen wir auf Nummer sicher.“ Neben Deutschland könnte sich auch ein Verbund skandinavischer Länder bewerben.

Doch Grindel sieht den DFB bestens gerüstet. „Ich finde, dass Deutschland alles hat, was man braucht. Wir haben die Stadien und die Infrastruktur“, sagte er: „Wir brauchen kaum einen Hektar neu zu versiegeln, es wären also ökologisch schonende und ökonomisch sparsame Europameisterschaften, die wir anzubieten haben.“ Das Turnier nach Deutschland zu holen, wäre „ein ganz wichtiges Leuchtturm-Projekt“, sagte Grindel: „Ich bin zuversichtlich, dass wir entscheiden, uns zu bewerben.“ Das UEFA-Exekutivkomitee wird wohl am 9. Dezember offiziell das Bewerbungsverfahren eröffnen. Bis März 2017 müssen dann die Verbände ihre Kandidatur erklären. Danach hat man ein Jahr Zeit, die Bewerbungsunterlagen zu erstellen ehe im Herbst 2018 die EM-Endrunde 2024 vergeben wird.

(sid)
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