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Formel 1: Großer Preis von Monaco: Berühmt und umstritten

Körperlich ist es nicht die anspruchsvollste Strecke für die Fahrer. Konzentration und Präzision sind aber wichtiger denn je.
Nach der Tunneldurchfahrt folgt eine enge Schikane für die Fahrer – und die Fahrt vorbei an den riesigen Yachten im Hafen. Foto: HOCH ZWEI (imago sportfotodienst) Nach der Tunneldurchfahrt folgt eine enge Schikane für die Fahrer – und die Fahrt vorbei an den riesigen Yachten im Hafen.
Monte Carlo. 

Niki Lauda findet das Rennen „völlig bekloppt“. Nelson Piquet vergleicht es mit „Hubschrauberfliegen durch ein Wohnzimmer“. Der Große Preis von Monaco hat viele Kritiker. Und wohl ebenso viele Liebhaber. Das umstrittenste Formel-1-Rennen des Jahres ist gleichzeitig das berühmteste. Kein Kurs ist populärer, auf keiner Strecke geht es so eng und hektisch zu, nirgends herrscht mehr Aufmerksamkeit. Kein Kurs ist weniger geeignet für die Formel 1 als diese 3,3 Kilometer durch das hügelige Fürstentum, flankiert von Leitplanken, ohne Auslaufzonen. Überholen ist fast unmöglich, jeder Fehler wird direkt bestraft. Dazu kommt, dass die Fahrer nach dem dunklen Tunnel fast keine Zeit haben, sich wieder ans Tageslicht zu gewöhnen, um von 280 km/h auf 70 km/h abzubremsen. Hautnah beobachtet auch von den vielen Promis auf ihren riesigen Yachten im Hafen direkt neben der Strecke.

Lauda und Piquet, die beiden dreimaligen Weltmeister, werden am Sonntag (15.10 Uhr) freilich auch wieder unter den Zuschauern in Monte Carlo sein. Dort, wo eben alles ein bisschen anders ist. Die Siegerehrung findet nicht auf einem beliebig austauschbaren Standard-Podium statt, sondern in der Loge der Fürstenfamilie. Und gewinnen mutet noch erhabener an als sonst, wenn es den Pokal aus den Händen von Fürstin Charlene gibt und abends ein Dinner im Sporting Club folgt.

„Körperlich“, sagt der deutsche Renault-Pilot Nico Hülkenberg, „ist es nicht die anspruchsvollste Strecke. Aber entscheidend sind Konzentration, Präzision und Disziplin.“ Denn wer in Monaco nur zwei Meter zu spät bremst, kann sich das gesamte Wochenende ruinieren. Wer Glück hat, landet im Notausgang. Wer Pech hat, verschrottet vor dem Qualifying sein Auto.

So ganz nebenbei könnte das sechste Saisonrennen am Sonntag auch für neue Spannung in der WM-Wertung sorgen. Denn Mercedes hat dort im vergangenen Jahr ganz schlecht ausgesehen. Lewis Hamilton verpasste den finalen Qualifying-Abschnitt, von Startplatz 13 aus konnte er sich im Kurvengeschlängel nur bis auf Rang sieben verbessern. Valtteri Bottas als Vierter war ebenfalls machtlos gegen Sebastian Vettel und Kimi
Räikkönen, die für Ferrari einen ungefährdeten Doppelsieg einfuhren. Eine Wiederholung dieses Zieleinlaufs am Sonntag, und Hamiltons Vorsprung in der WM von 17 Punkten auf Vettel wären in einen Zwei-Zähler-Rückstand gedreht. „Die Strecke stellt uns vor gänzlich andere Herausforderungen, die zudem absolut einzigartig sind“, warnte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff und verwies auf das Vorjahr: „Da ging es für uns um Schadensbegrenzung, da haben wir an diesem Wochenende nicht das richtige Setup gefunden.“

Mercedes: „Kein Favorit“

Doch die Motivation bei Mercedes ist groß, zu zeigen, dass man aus dem Vorjahr die richtigen Schlüsse gezogen hat. Groß sind allerdings auch die Sorgen: „Favoriten sind Red Bull und Ferrari“, sagte Wolff und meinte: „Ich hoffe, dass wir da mitspielen können.“

Hamilton indes frohlockte nach seiner Erlösung in Barcelona: „Wir machen jetzt wieder Druck auf Ferrari. Es ist großartig zu sehen, dass wir im Team die Kraft haben, das zu leisten.“ Vor allem aber hat der 64-malige Grand-Prix-Sieger Hamilton, dem bislang „nur“ zwei Erfolge auf den Straßen Monacos gelangen (2008, 2016), endlich einen Draht zu seinem Silberpfeil aufgebaut. „Ich war eine Einheit mit dem Auto“, schwärmte Hamilton.

Dieses Gefühl macht den 33-Jährigen schwer zu schlagen, glaubt sein langjähriger Teamkollege Nico Rosberg. „Sebastian muss aufpassen. Lewis hat seinen Rhythmus gefunden, diesen Lauf muss man erstmal wieder durchbrechen“, sagte der Weltmeister von 2016.

Was zudem für Hamilton spricht: Auf einer Runde kann der Brite regelrechte Wunderdinge vollbringen, im Qualifying von Australien etwa presste er einen Vorsprung von 0,7 Sekunden auf Vettel aus dem Mercedes W09, der am Rest des Wochenendes allenfalls Nuancen schneller war als der Ferrari. Auf keiner Strecke ist ein Startplatz in der ersten Reihe so wichtig wie im Fürstentum. „Das Qualifying“, sagt Haas-Pilot Romain Grosjean (Frankreich), „ist in Monaco alles. Fast. Im Rennen musst du nur zwischen den Mauern bleiben und abwarten.”

(joi,sid)

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