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Frankfurt-Halbmarathon: Großer Triumph trotz großer Schmerzen

Von Tilahun Babsa ist beim Frankfurt-Halbmarathon der Konkurrenz enteilt. Und das, obwohl den in Bergen-Enkheim lebenden Äthiopier Verletzungssorgen plagen. Bei den Frauen landete die Bad Vilbelerin Katharina Grohmann auf Platz zwei.
4890 Läufer starteten neben der Commerzbank-Arena auf die Strecke – und liefen später in das Stadion ein zum Ziel. Foto: JOACHIM STORCH (Joachim Storch) 4890 Läufer starteten neben der Commerzbank-Arena auf die Strecke – und liefen später in das Stadion ein zum Ziel.
Frankfurt. 

Was haben die Veranstaltungen von Spiridon Frankfurt gemeinsam? Ganz einfach: Egal ob es sich um den zehn Kilometer langen Silvesterlauf (2015 und 2016) oder, wie gestern, um die 21,0975 Kilometer lange Halbmarathonstrecke handelt: Der Sieger heißt Tilahun Babsa, der in Bergen-Enkheim lebt. Der 2015 mit einem Seelenverkäufer aus Äthiopien nach Italien und dann zu Fuß über die Alpen nach Hessen gekommene Flüchtling läuft der Konkurrenz stets leichtfüßig davon.

Zweimal schon gewann er den Silvesterlauf, regelmäßig triumphiert er bei diversen Läufen im Rhein-Main-Gebiet. Gestern wiederholte er seinen Sieg beim Halbmarathon. Und das, obwohl er eigentlich gar nicht laufen dürfte. Weniger wegen seines abgelehnten Asylantrags, wogegen er schon vor einem Jahr eine Berufung eingelegt hatte, als vielmehr wegen einer Beinverletzung, die ihm zu schaffen macht. Nach dem Silvesterlauf 2017, den er aufgrund von Schmerzen nur als Zweiter beendet hatte, sprach der Lokalmatador von Spiridon Frankfurt von einer dringend notwendigen Operation.

Gestern tauchte er überraschend am Start des 16. Frankfurter Halbmarathons auf. „Ich habe nach dem Silvesterlauf einen Monat lang pausiert. Seit drei Wochen trainiere ich, aber nur dosiert und nicht täglich. In drei Monaten wollen die Ärzte wieder nachschauen und dann entscheiden, ob ich operiert werden muss“, erklärte Tilahun Babsa.

Vor dem Lauf hatte er sich und dem lädierten Bein eine Pause gegönnt. Der Straßenbelag sei Gift für ihn, auf Waldwegen seien die Schmerzen erträglicher, sagte Babsa hinterher. Daher habe er unterwegs schon gelitten. Dies hinderte ihn aber nicht daran, den bis zum 17. Kilometer führenden Landsmann Demeke Wosene (LG Rüsselsheim) am Wendepunkt Isenburger Schneise zu überholen und auf dem Weg ins Ziel deutlich abzuhängen. Seine Zeit von 1:07:38 Stunden war nur unwesentlich langsamer als die von 2017.

Bei den Frauen siegte in 1:19:42 Stunden die Favoritin Nora Kusterer (Oberkollbach) vor Katharina Grohmann aus Bad Vilbel und der routinierten Petra Wassiluk, Mitveranstalterin des Frankfurt Marathons.

Mit 4890 Läufern war der Halbmarathon quantitativ wieder sehr gut besetzt. Spitzenläufer glänzten aber weitgehend durch Abwesenheit. „Dass wir für die Masse attraktiv sind, ist die Stärke unserer Veranstaltungen. Aber warum die Spitzenathleten aus der Region die schnelle Strecke nicht nutzen, um Bestzeiten zu erzielen, verstehe ich nicht“, meinte Rennleiter Thomas Rautenberg. Der einzige prominente Starter war Olympia-Teilnehmer Julian Flügel aus Fulda. Der Marathonläufer und siebenmalige Deutsche Meister (10 km, Halbmarathon) lief locker als 25. durchs Ziel. In drei Wochen wird er an der Achillessehne operiert, daher wollte er „den Spaß am Laufen noch auskosten“, erläuterte Flügel.

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