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Kolumne: Grüße aus Moskau: Heja Sverige

Der Absendeort ist seit Dienstag Sotschi. Bis Sonntag. Auf dem zweistündigen Abendflug von Moskau meinte man, nicht mit dem Aeroflot-Partner Rossija zu fliegen, sondern mit der SAS. Die Boeing 777-300 ist vollbesetzt mit Schweden in gelben Trikots.
Schwedische Fans. Bilder > Foto: Joel Marklund (Bildbyran via ZUMA Press) Schwedische Fans.

Der Absendeort ist seit Dienstag Sotschi. Bis Sonntag. Auf dem zweistündigen Abendflug von Moskau meinte man, nicht mit dem Aeroflot-Partner Rossija zu fliegen, sondern mit der SAS. Die Boeing 777-300 ist vollbesetzt mit Schweden in gelben Trikots. Neben mir in Reihe 55 sitzen Mikael Persson und Jan-Olof Johansson, zwei 62-jährige Freunde aus Uppsala. Sie besuchen hin und wieder Spiele der Premier League und kennen sich dort aus. Jan-Olof ist Liverpool-Fan und reist mit einer roten FCL-Tasche. Wir kommen über eine Frage ins Gespräch, die nicht ich, sondern allein Joachim Löw klar beantworten kann. „Warum ist Leroy Sané nicht dabei?“ Der habe beim Meister Manchester City doch eine gute Saison gespielt. Dafür erzählen mir die beiden grauhaarigen Herren mit Brille, die wie Brüder des schwedischen Nationaltrainers Janne Andersson aussehen, von ihrer Mannschaft, was ich (noch) nicht auf dem Schirm habe. Etwa: Seit den sensationellen 1:0/0:0-Play-off-Spielen gegen Italien im November habe die Mannschaft kein Tor kassiert. Ohne den alternden, egozentrischen Super-Showstar Zlatan Ibrahimovic habe Andersson ein neues, kompaktes Defensiv-Team mit schnellen Angreifern geformt. Klingt nach Mexiko. Emil Forsberg sei beim 1:0 gegen Südkorea noch nicht in Form gewesen.

Beim Anflug über das Schwarze Meer und der Landung in der Glitzerstadt, Putins Sommerresidenz, kann ich mir gut vorstellen, was drei Stunden zuvor durch den Kopf so manchen deutschen Spielers gegangen war. Warum logieren wir nicht hier wie letztes Jahr beim Confed-Cup? War das schön, müssten sich Marc-André ter Stegen und die anderen Jungen erinnert haben. Die sonst in Luxushotels residierenden Weltmeister dürften über das Monte Carlo am Schwarzen Meer (mit Formel-1-Rennstrecke) gestaunt und gedacht haben: Mussten wir in dem abgelegenen Watutinki logieren in einer Herberge „mit dem Charme einer Sportschule“ (Löw)? Was für ein wohltuender Tapetenwechsel ins Luxushotel mit eigenem Strand bis zum Schicksalsspiel in Sotschi am Samstag gegen Schweden. Das Camp Bahia lässt grüßen. Übrigens: Die schwedische Mannschaft logiert auch am Schwarzen Meer, 250 Kilometer weiter nördlich in Gelendschik (mit Flughafen) in einem Fünf-Sterne-Hotel. Auch die Brasilianer wussten, wo es sich am schönsten leben, gut trainieren und die Stimmung hochhalten lässt: Bei Sonne, Sand und Meer. In Sotschi, in einem Viereinhalb-Sterne-Resort. Mikael und Jan-Olof verabschieden sich voller Zuversicht. Heja Sverige.

Hartmut Scherzer

Der renommierte Sportjournalist berichtet seit vielen Jahrzehnten über Fußball-Weltmeisterschaften. Wie bereits vor vier Jahren schildert Scherzer in den kommenden Wochen täglich seine Erlebnisse aus Russland.

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