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Hallen-WM in Berlin: Beide deutschen Teams zählen zu den Favoriten

Hallenhockey-Events bekommen normalerweise wenig Beachtung geschenkt – auch von den Nationalspielern. Doch die Hallen-WM von Mittwoch an in der Berliner Max-Schmeling-Halle (7. bis 11. Februar) lockt alleine sechs olympische Bronzemedaillen-Gewinner von Rio 2016 zur Mannschaft des Deutschen Hockey-Bundes (DHB).

So verfügen die Gastgeber über ein Team mit viel internationaler Erfahrung – doch nicht unterm Hallendach. „Die Hälfte der Jungs hat kein internationales Indoor-Spiel vorzuweisen“, sagte Bundestrainer Stefan Kermas.

Denn die Paradedisziplin ist und bleibt Feldhockey. Terminkollisionen mit der priorisierten Kunstrasen-Variante sind der häufigste Grund für die Abwesenheit von Nationalspielern bei internationalen Hallen-Events. Deutsche Mannschaften wurden deswegen in der Vergangenheit oft und meist auch erfolgreich mit Bundesligaspielern aufgestockt, die durch gute Leistungen während der Saison aufgefallen waren.

Das bevorstehende WM-Spektakel in der eigenen Hauptstadt aber reizte auch die etablierte deutsche Hockey-Elite. „Wir haben alle richtig Bock auf ein Endspiel vor ausverkaufter Halle“, sagte Mats Grambusch zur Motivation. Das Ausnahmetalent war wegen seiner Leistungen auf dem Feld am gestrigen Abend bei der Einstimmung auf die WM ein Kandidat für die Wahl zum Welthockeyspieler, gibt bei der WM aber erst noch sein internationales Hallen-Debüt. Kermas erhofft sich „eine Vorfreude auf etwas, das die meisten von den Jungs bisher noch nicht erlebt haben“.

Die Erwartungshaltung an deutsche Teams bei Hallenturnieren ist grundsätzlich hoch. Im Gegensatz zu anderen Nationen hat Hallenhockey in Deutschland eine lange Tradition. Die männliche DHB-Auswahl gewann bis auf eine Ausnahme (2015) jedes der seit 2003 ausgetragenen WM-Turniere. In Berlin soll der fünfte WM-Triumph folgen.

Die DHB-Frauen kämpfen gleichzeitig um ihren dritten Titel. Ihre Situation bei der Doppel-WM ist die gleiche wie die ihrer männlichen Kollegen: Die Teams müssen sich innerhalb kürzester Zeit zusammenfinden. Denn aufgrund der Bundesliga-Saison, die erst am Sonntag mit der DM in Stuttgart endete, ist nicht nur die Belastung der Aktiven immens, sondern auch die Vorbereitung kurz.

Hallen-Weltmeister Niederlande schickt sogar ein sogenanntes Expertenteam nach Berlin, das überwiegend aus talentierten Spielern besteht, die kurz vor dem Sprung in die Nationalmannschaft stehen.

( sid)
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