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Fußball: Hamburger SV gegen Mainz 05: Das Risiko-Spiel

Trainingslager to Huus: Vor dem Kellerduell gegen Mainz 05 bezieht der HSV sein Rettungs-Camp vor der eigenen Haustür.
Feuerwerk auf dem Rasen, gezündet von HSV-Chaoten: So war es bei der Niederlage gegen Bremen. Foto: Christian Charisius (dpa) Feuerwerk auf dem Rasen, gezündet von HSV-Chaoten: So war es bei der Niederlage gegen Bremen.
Hamburg. 

Nicht in der beliebten Sportschule Fuchsbachtal in Barsinghausen, nicht im altehrwürdigen Sportzentrum Malente – mit einem „Trainingslager tu Huus“ schwört sich der Hamburger SV auf das Alles-Oder-Nichts-Spiel gegen Mainz 05 ein.

Im Steigenberger Hotel Treudelberg, keine 20 Kilometer vom Volksparkstadion entfernt, will der HSV ab Donnerstag den Grundstein für die sportliche Wende legen. Das „Hamburger Abendblatt“ schrieb am Dienstag vom „Camp der letzten Hoffnung“.

„Wir wollen uns bestmöglich und mit vollem Fokus auf das wichtige Spiel gegen Mainz 05 vorbereiten. Dazu soll auch diese Maßnahme beitragen“, begründete Sportchef Jens Todt die nächtliche Ausquartierung der HSV-Profis in den Norden der Stadt. Die Trainingseinheiten werden aufgrund der frostigen Temperaturen weiter im heimischen Volkspark stattfinden.

An der Elbe gehört ein Kurz-Trainingslager nach jahrelangem Existenzkampf längst zum Standardprogramm. Malente, Rotenburg/Wümme, Barsinghausen: In den zurückliegenden Spielzeiten brachte ein Rettungscamp fernab des Trubels der Großstadt stets den erhofften Umschwung.

Doch auch weil die bewährten Quartiere nicht über den benötigten Fußballplatz mit Rasenheizung verfügen, soll die Trendwende diesmal im altbekannten Treudelberg eingeleitet werden. Das Vier-Sterne-Haus diente bereits in den 1990er Jahren vor Heimspielen als Teamquartier der Hamburger, als der jetzige Coach Bernd Hollerbach noch als Spieler aktiv war.

Letztes Zucken oder doch noch ein spätes Aufbäumen des letzten verbliebenen Bundesliga-Dinos? Das ist die Frage vor dem Showdown am Samstag gegen den Tabellen-16.

„Wir wollen und müssen den direkten Konkurrenten um den Relegationsplatz schlagen“, sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Mit einem Dreier gegen Mainz könne sich schließlich „eine Eigendynamik des Erfolges“ einstellen.

Die ist bitternötig. Nach elf Spielen ohne Sieg beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz inzwischen sieben Punkte. In 55 Jahren Liga-Zugehörigkeit war die Ausgangslage für den HSV zehn Spieltage vor dem Saisonende nie schlechter. „Viele haben uns schon abgeschrieben, aber den Fehler würde ich nicht machen“, sagte Trainer Hollerbach: „Wir haben uns noch lange nicht aufgegeben.“

Noch schlechter als die Zahlen des Clubs ist nur Hollerbachs persönliche Horrorbilanz. Inklusive der fünf Partien mit dem HSV (zwei Punkte) wartet der frühere Würzburg-Coach seit 22 Ligaspielen als Coach auf einen Dreier. Auf das erhoffte „Wunder von Bernd“ deutet in Hamburg zurzeit so wenig hin wie auf einen deutschen Meister, der nicht Bayern München heißt.

Neben den sportlichen Sorgen treibt die Verantwortlichen die brisante Situation mit den eigenen Fans um. Nach dem Pyro-Ärger im Nordderby wurde die Partie gegen Mainz nun offiziell zum Risikospiel erklärt. Im Stadion ist eine Fan-Trennung geplant, zudem wird nur alkoholfreies Bier ausgeschenkt. Laut „Bild“-Zeitung könnte die Polizei ihr Aufgebot erhöhen und Wasserwerfer bereitstellen.

„Wir können nur an die selbstzerstörerischen Elemente im HSV appellieren, ihrem Club keinen Schaden zuzufügen“, sagte Bruchhagen dem „Abendblatt“. HSV-Finanzvorstand Frank Wettstein sprach von einer „Null-Toleranz-Haltung“ gegenüber jeglicher Art kriminellen und gefährdenden Verhaltens bei Spielen des HSV sowie gegenüber Spielern und Angestellten. Beim letzten Heimspiel des Clubs hatten einige Chaoten den HSV-Profis auf einem Spruchband Gewalt angedroht.

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