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Alexander Zverev: Hochzeitsparty gegen den Frust

Er war Favorit, doch bei der Tennis-Weltmeisterschaft ist er raus. Jetzt will Alexander Zverev erst einmal ausspannen.
Nicht zum Hinschauen: Alexander Zverev hatte bei der Niederlage gegen Jack Sock viele Gründe, sich zu ärgern. Foto: GLYN KIRK (AFP) Nicht zum Hinschauen: Alexander Zverev hatte bei der Niederlage gegen Jack Sock viele Gründe, sich zu ärgern.
London. 

Den Frust von London will Alexander Zverev bei der Hochzeitsparty seines Bruders Mischa auf den Malediven hinter sich lassen. „Ich werde jetzt zwei Wochen Urlaub machen, feiern und irgendwann drüber hinwegkommen. Dann ist das vergessen“, sagte Zverev, als er nach einem enttäuschenden Ende seiner Traumsaison mit verwuschelten Haaren in der hintersten Ecke des Pressekonferenzraums stand.

Das Verpassen des Halbfinals beim ATP-Finale in London – quasi auf den letzten Metern – setzte dem 20-Jährigen sichtlich zu. „Als ich nach dem Match in der Kabine war, kam mein Team rein. Sie wussten aber, dass sie einfach nur rausgehen sollten“, beschrieb Zverev die Momente nach dem 4:6, 6:1, 4:6 im entscheidenden Gruppenspiel gegen Jack Sock (USA/Nr. 8).

Und der Wahl-Monegasse, neben Roger Federer nach dem Rückzug von Rafael Nadal der Topfavorit auf den inoffiziellen WM-Titel, sparte nach seinem abrupten Saisonende nicht mit Selbstkritik. „Die Nerven kamen mir ins Gehege, ich habe es vermasselt. Das hatte nichts mit Tennis zu tun, sondern nur mit mir und meinem Kopf“, meinte Zverev, der dennoch von einem „fantastischen Jahr“ sprach.

Im Januar war der 1,98-m-Schlaks noch die Nummer 24 der Welt. Nach fünf Turniersiegen 2017 – zwei davon bei den Masters in Rom und Montreal – überwintert Zverev auf Position drei hinter Nadal (31) und Federer (36).

Zverev hätte den wiedererstarkten Großmeistern im Ranking sogar noch weiter auf die Pelle rücken können. Gegen den Weltranglistenneunten Sock holte der Hamburger im dritten Satz einen 1:4-Rückstand auf. Doch beim 4:5 und eigenem Aufschlag unterlief ihm dann „eines der schlechtesten Spiele“ in diesem Jahr. „Normalerweise“, meinte Zverev, „gewinne ich das Match.“ Es spricht für Zverev und seine Entwicklung, dass er die Niederlage danach messerscharf und selbstkritisch analysierte. Patzige Antworten blieben aus.

Gerade in den vergangenen Wochen hat sich der Sohn von zwei russischen Tenniscoaches den deutschen Medien erstmals so richtig geöffnet. „Natürlich möchte ich, dass man mich mag. Gerade in Deutschland, wo ich aufgewachsen bin und fast mein ganzes Leben verbracht habe“, sagte er jüngst im „Focus“.

Die Erholungsphase für Zverev ist nun extrem kurz. Am 30. Dezember startet er beim Hopman Cup in Perth in die neue Saison. Nach dem zweiwöchigen Urlaub absolviert „Sascha“ ein dreiwöchiges Fitnesstraining in Monte Carlo. „Erst danach nehme ich den Schläger wieder in die Hand“, kündigte Zverev an. Großes Ziel ist es, 2018 bei den Grand-Slams etwas zu reißen. Bislang ist er bei den Majors nie über das Achtelfinale hinausgekommen.

Vielleicht helfen als mentale Stütze in der Off-Season die lobenden Worte von London-Halbfinalist Federer. Der Schweizer ist sich sicher, dass Zverev die britische Metropole trotz des verpassten Halbfinals „mit einer Menge Informationen“ verlassen wird. „Er wird viel mitnehmen – und noch stärker werden. Das sollte sehr ermutigend für ihn und sein Team sein“, sagte Federer über den Kronprinzen und betonte: „Ich freue mich auf seine Zukunft.“

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