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Leichtathletik: Holzdeppe und Molitor bei WM in Erklärungsnot

Wieder zwei Medaillenchancen futsch: Die beiden ehemaligen Weltmeister Katharina Molitor und Raphael Holzdeppe scheitern in London - und suchen vergebens nach Erklärungen.
Bei Raphael Holzdeppe fehlte mehr als nur ein bisschen: Der Stabhochspringer scheiterte schon an seiner Anfangshöhe von 5,50 Metern. Bilder > Foto: Rainer Jensen Bei Raphael Holzdeppe fehlte mehr als nur ein bisschen: Der Stabhochspringer scheiterte schon an seiner Anfangshöhe von 5,50 Metern.
London. 

Stabhochspringer Raphael Holzdeppe stand völlig ratlos vor den Kameras und Mikrofonen. Speerwerferin Katharina Molitor versuchte, ihre gemischten Gefühle irgendwie in Worte zu fassen. Die beiden Ex-Weltmeister haben die erhoffte Medaille bei der Leichtathletik-WM in London verpasst.

Für Titelverteidigerin Molitor sprang mit 63,75 Metern nur der siebte Platz heraus, während die Weltrekordlerin und Olympiasiegerin Barbora Spotakowa aus Tschechien zehn Jahre nach Osaka erneut Weltmeisterin wurde. Holzdeppe scheiterte schon an seiner Anfangshöhe von 5,50 Metern - ein Debakel. Der Amerikaner Sam Kendricks eroberte mit 5,95 Metern erstmals WM-Gold.

„Bei den letzten drei Versuchen war der Schwung raus, da kam nichts mehr”, sagte die Leverkusenerin Molitor. „Irgendwie ist das genau falsch herum gelaufen - 63 Meter in der Qualifikation und 65 Meter heute im Finale wären mir lieber gewesen. Aber ich bin jetzt weder glücklich noch unglücklich und eigentlich ganz zufrieden.”

Zwei Jahre nach ihrem Gold-Coup von Peking und nach einer eher schwachen Saison ging Molitor nicht unerwartet leer aus. „Die letzten drei Würfe waren dann ohne Schwung, ich habe mir Mut zugesprochen. Ich habe auch an Peking gedacht, wo es im Letzten ja auch ging. Aber es war einfach nichts mehr da, die Körner haben gefehlt. Warum, kann ich nicht erklären.”

Ähnlich sagte es Holzdeppe. „Ich war super drauf, ich habe mich wirklich perfekt gefühlt. Aber ich habe es einfach nicht hinbekommen”, erklärte der 27-Jährige vom LAZ Zweibrücken.

Holzdeppe hatte vor fünf Jahren bei den Sommerspielen in London Bronze gewonnen, vor zwei Jahren bei der WM in Peking Silber. In London setzte er nun eine Saison mit großen Formschwankungen fort. „Ich muss das noch analysieren. Es ist sehr frustrierend”, sagte er nach der herben Enttäuschung.

Bei den deutschen Meisterschaften in Erfurt hatte sich Holzdeppe dem 18-Jährigen Bo Kanda Lita Baehre (Leverkusen) geschlagen geben müssen. Auch in London kam er einfach nicht in Tritt und schaute bereits nur zu, als es für die Favoriten erst richtig los ging.

Holzdeppe hatte eigentlich nur Ende Juni mit 5,80 Metern beim Meeting in Hof geglänzt. Dennoch sprach er im Vorfeld der WM unverdrossen vom „Projekt Gold”: „Ich habe die letzten Jahre gezeigt, dass ich auf den Punkt meine Leistung abrufen kann und bin davon überzeugt, dass ich es auch dieses Jahr wieder schaffen werde.” Beim Jahreshöhepunkt lieferte er nun das ab, was die Stabartisten einen „Salto nullo” nennen: keine gültige Höhe.

Die Saison beendet Holzdeppe, wie bereits zuvor geplant, ohne einen weiteren Wettkampf. „Ich will meinem Körper nach zwei anstrengenden Jahren eine Pause geben, um mich auf die EM nächstes Jahr in Berlin vorzubereiten”, sagte er.

(Von Ulrike John und Ralf Jarkowski, dpa)
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