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Tischtennis: ITTF-Präsident Weikert: WM-Überschuss muss auch in den Jugendleistungssport gesteckt werden

Thomas Weikert Foto: Thomas Weikert Thomas Weikert

Finale der Tischtennis-Bundesliga in Frankfurt: ein Pflichttermin für Thomas Weikert. Der 55 Jahre alte Jurist aus Limburg wurde am Rande der Tischtennis-Weltmeisterschaft in Düsseldorf vor zwölf Tagen als Präsident des Tischtennis-Weltverbandes ITTF wiedergewählt. FNP-Mitarbeiterin Katja Sturm sprach mit ihm über die Herausforderungen für den Weltverband und über die aktuelle Situation der Sportart in Deutschland.

 

Herr Weikert, wie sieht eine Woche später Ihre persönliche WM-Bilanz von Düsseldorf aus?

THOMAS WEIKERT: Es war eine wunderbare WM mit kaum Schwachstellen. Ich kritisiere aber, dass kein Mitglied der Bundesregierung da war. Für mich persönlich war es ungünstig, dass ich bis Mittwoch nicht wusste, ob ich danach noch Präsident bin. Aber ich habe die Wahl gegen harte Konkurrenz gewonnen und kann jetzt mit dem neuen Team die Zukunft gestalten.

Wie wird das aussehen?

WEIKERT: Da gibt es mehrere Punkte. So sind wir mit 226 Nationen zwar der größte Verband der Welt nach Mitgliedern, aber wir müssen die Entwicklung bei den neuen vorantreiben. Der Markt in Nord- und Lateinamerika liegt noch brach. Und wir brauchen neue Formen im Tischtennis: einfaches Material, einfache Regeln, Tischtennis an jedem Ort zu jeder Zeit, zum Beispiel auch am Strand.

Muss sich auch der Topsport verändern?

WEIKERT: Wir haben schon viel verändert. Wir testen aber noch das Spiel auf Zeit, etwa ein Satz in sechs Minuten. Bei uns kann ja ein Match bis zu vier Stunden dauern, das ist für Fans und Fernsehen schwer.

Die Chinesen haben sich in den vergangenen Jahren für andere Länder geöffnet. Dennoch haben sie die WM wieder dominiert.

WEIKERT: Man ist etwas näher zusammengerückt. Zudem haben wir ab 2018 noch ein Projekt geplant, bei dem Spieler in China ausgebildet werden und dort länger im College leben. Die Chinesen beteiligen sich an der Finanzierung.

Deutschland war schon mal näher dran. Warum hat man den Anschluss wieder verloren?

WEIKERT: Das liegt am Geld. Wenn bei der WM ein ordentlicher Überschuss herausspringt, muss der einerseits in die Breite gesteckt werden, aber auch in den Jugendleistungssport. Dort gibt es eine Lücke. Talente müssen mehr zu Wettbewerben fahren, man muss Sparringspartner einladen und das DTTB-Zentrum in Düsseldorf ausbauen.

Sind denn genügend Talente und auch ein neuer Timo Boll da?

WEIKERT: Es gibt einige, die das Zeug haben, unter die ersten 20 der Welt zu kommen, zum Beispiel der Hesse Patrick Franziska oder Benedikt Duda bei den Männern. Und es gibt ein paar ganz Junge, bei denen es aber noch ein paar Jahre dauern wird.

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