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Immer am Limit: Teenager Verstappen vor dem Heimspiel

Max Verstappen wurde in Belgien geboren. Das Rennen in Spa-Francorchamps ist für ihn daher ein ganz besonderes. Der Teenager hat schon mit 18 Jahren Formel-1-Geschichte geschrieben. Und es dürften noch viele Kapitel hinzukommen.
Max Verstappen fährt in der Formel 1 für das Team von Red Bull. Foto: Valdrin Xhemaj Max Verstappen fährt in der Formel 1 für das Team von Red Bull. Foto: Valdrin Xhemaj
Spa-Francorchamps. 

Er fuhr schon Formel-1-Rennen, da hatte er noch nicht mal einen Pkw-Führerschein. Mit 18 Jahren und 228 Tagen gewann er als jüngster Pilot in der Geschichte der Formel 1 einen Grand Prix. Nicht wenige rechnen damit, dass Max Verstappen ein kommender Weltmeister ist.

„Ich wollte immer in der Formel 1 fahren, Rennen gewinnen und Weltmeisterschaften - nichts anderes”, sagt er über sich selbst. Schon an diesem Wochenende kann der im belgischen Hasselt geborene Niederländer bei seinem Heimspiel in Spa-Francorchamps an Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel (5 Punkte mehr), Ex-Champion Kimi Räikkönen (+7/beide Ferrari) und Red-Bull-Teamkollege Daniel Ricciardo (+18) im WM-Klassement vorbeiziehen. Er wäre dann Dritter. Mit dem Team ist er bereits die zweitstärkste Macht, nachdem Red Bull Ferrari vor der Pause überholt hatte. „Das Wichtigste ist jetzt, vor ihnen zu bleiben und dann zu versuchen, zu Mercedes aufzuschließen”, betonte Max Verstappen bei der Pressekonferenz am Donnerstag und freute sich auf die Fans.

Sie kommen auch seinetwegen. Papa Jos fuhr selbst in der Motorsport-Königklasse. 105 Grand Prix absolvierte er, gewann nie, war aber auch mal Teamkollege von Rekordweltmeister Michael Schumacher. Nun managt und begleitet er seinen Sohn auf dem Weg nach oben - nach ganz oben.

Als das „Jahrhunderttalent” (Niki Lauda) im Mai in Barcelona die Silberpfeil-Karambolage zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg nutzte und in beeindruckend abgeklärter Manier den ersten Sieg in der Formel 1 feierte, war Papa Jos ergriffen. „Das ist unglaublich, aber er hat es verdient. Wahnsinn, wie er gefahren ist”, stammelte er damals. Es war Max Verstappens erstes Rennen für Red Bull nach seiner Beförderung gewesen.

Der Russe Daniil Kwjat hatte für den Toro-Rosso-Fahrer Platz machen müssen - mitten in der Saison. Oft passiert das nicht. 1991 wechselte Michael Schumacher 1991 von Jordan zu Benetton, Vettel 2007 von BMW zu Toro Rosso. Das sagt auch einiges über Verstappen aus. Ebenso wie die Tatsache, dass es ihm als einzigem Fahrer gelang, die Mercedes-Siegesserie in diesem Jahr zumindest zu unterbrechen.

Dass sein rasanter Aufstieg nicht ganz geräuschfrei verläuft, ist in der PS-Welt auch nicht verwunderlich. Mit leichtem Argwohn hat manch einer Verstappens Debüt in der Königsklasse beobachtet, als er gerade mal 17 Jahre alt war. Die Zweifel an seiner Formel-1-Reife konnte er aber beseitigen. Seine kompromisslose Fahrerweise sorgt dennoch immer wieder mal für Unmut und Diskussionen.

So wie in Ungarn vor der Sommerpause, als Räikkönen in Rage geriet nach einem Manöver des Niederländers. „Wir sind hier doch nicht auf einem Sonntagsausflug”, konterte dieser. Die Rennkommissare werteten den Zwischenfall als „robuste Verteidigung”, hatte Rennleiter Charlie Whiting gesagt.

„Natürlich fahre ich immer am Limit”, bekräftigte Verstappen bei autosport.com vor dem Großen Preis von Belgien am Sonntag (14.00 Uhr). „Aber so wirst du erfolgreich”, meinte der Teenager, der Anfang des Jahres zum Sportler 2015 in den Niederlanden gewählt wurde - als Nachfolger von Arjen Robben. Der Fußball-Star ließ es sich nehmen, gratulierte dem Formel-1-Newcomer damals per Video aus dem Bayern-Trainingslager in Doha. Und wünschte für 2016 schon mal „viel Erfolg”.

(Von Jens Marx, dpa)
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