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Bembel Town Rollergirls: Interview mit Michael Broydo: „Roller Derby ist seriös geworden“

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Die Bembel Town Rollergirls haben das letzte Saisonspiel haushoch gegen die „RocKArollers“ aus Karlsruhe gewonnen. Ebenso die beiden vorangegangenen Spiele gegen Mannheim und Ludwigsburg. Jetzt sind sie aufgestiegen. Müssen sich die Teams der ersten Bundesliga warm anziehen?

Michael Broydo ist seit gut einem Jahr Coach der Bembel Town Rollergirls. Davor hat er die Stuttgart Valley Rollergirls trainiert. Wenn Broydo mal nicht an der Seitenlinie steht und seinen Sportlerinnen Anweisungen gibt, steht er selbst als Spieler auf dem Spielfeld. Im kommenden Jahr wird er in Barcelona mit der Männernationalmannschaft um den Pott beim Men’s Roller Derby World Cup kämpfen. Bild-Zoom
Michael Broydo ist seit gut einem Jahr Coach der Bembel Town Rollergirls. Davor hat er die Stuttgart Valley Rollergirls trainiert. Wenn Broydo mal nicht an der Seitenlinie steht und seinen Sportlerinnen Anweisungen gibt, steht er selbst als Spieler auf dem Spielfeld. Im kommenden Jahr wird er in Barcelona mit der Männernationalmannschaft um den Pott beim Men’s Roller Derby World Cup kämpfen.

MICHAEL BROYDO: (lacht) Ich bin tatsächlich überzeugt, dass wir uns auch in der ersten Liga gut verkaufen werden. Wir haben eine starke Saison gespielt und gezeigt, dass sich harte Arbeit auszahlt. Dass wir den Aufstieg geschafft haben, ist für mich als Trainer sehr erfüllend. Allerdings ist mir auch bewusst, dass unsere Gegner jetzt stärker und wir daher nicht immer die dominierende Mannschaft sein werden.

Was heißt das fürs Training?

BROYDO: Wir müssen Spielelemente entwickeln und einüben, mit denen wir uns auch gegen einen starken Gegner behaupten können. Da gibt es noch viel zu tun. In der vergangenen Saison haben wir vor allem von einer starken Abwehr und der individuellen Überlegenheit einiger Spielerinnen gelebt. Jetzt brauchen wir andere Lösungen. Dazu gehört auch, Situationen schneller zu erkennen und dann bessere Entscheidungen zu treffen. Das kann spielentscheidend sein.

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Wird das gelingen?

BROYDO: Ja, unser Saisonziel lautet ganz klar Klassenerhalt.

In den 1970er Jahren ging es beim Roller Derby weniger um ernsthaften Amateursport als um unterhaltsame (Schau-)Kämpfe auf Rollschuhen. Wie ist es heute?

BROYDO: Roller Derby ist seriös geworden. Die Zeiten, in denen sich Teams auf dem Track prügelten, sind definitiv vorbei. Und das ist gut so.

Trotzdem ist es ein Vollkontaktsport. Gehe ich richtig in der Annahme, dass er hauptsächlich von rasenden Anti-Barbies ausgeübt wird?

BROYDO: Von rasenden Anti-Barbies kann nicht die Rede sein. Auf dem Track dürfen die Spielerinnen natürlich keine Angst vor Rempeleien und Körpereinsatz haben. Das heißt aber nicht, dass sie so auch im echten Leben sind. Mir ist wichtig, dass die Spielerinnen den Sport ernst nehmen. Dann werden sie auch gut sein. Wer einfach nur Rollergirl sein will, weil es cool ist, ist bei uns ebenfalls willkommen, wird es aber vermutlich nicht so weit bringen.

Vom Rollschuhrennen zum Vollkontakt: Die Historie des ...

Das moderne Damen-Roller-Derby begann seinen Siegeszug in den frühen 2000er Jahren in Austin, Texas. In Europa wurden 2006 die ersten Roller Derby-Teams gegründet – zunächst in London und Stuttgart.

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Worauf kommt es beim Roller Derby überhaupt an?

BROYDO: Konzentration, schnelle Reaktionsfähigkeit und Taktik. Auch Körperspannung ist wichtig. Die Spielerinnen sollten also nicht wie ein nasses Handtuch auf ihren Rollschuhen stehen. Klar im Vorteil ist außerdem, wer antizipieren kann, was gleich passiert. Dann sind Rempeleien und Bodychecks gar nicht mehr so schlimm. Manchmal kann es auch taktisch sinnvoll sein, sich umfahren zu lassen, wenn der Gegner dann auf die Strafbank wandert.

Hört sich nicht ganz unkompliziert an.

BROYDO: Roller Derby ist kein einfacher Sport. Aber einer, der viel Spaß macht.

 

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