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Weltreiterspiele: Isabell Werth holt mit ihrem Traum-Pferd WM-Gold

Nach einer langen Leidenszeit schließt sich für Isabell Werth und Bella Rose in Tryon/North Carolina ein Kreis.
Tränen der Freude nach dem Gold-Ritt auf ihrem Pferd Bella Rose: Isabell Werth Foto: Stefan Lafrentz (dpa) Tränen der Freude nach dem Gold-Ritt auf ihrem Pferd Bella Rose: Isabell Werth
Tryon. 

Isabell Werth konnte so viel um Beherrschung ringen, wie sie wollte – kam die Dressur-Königin auf ihr Traumpferd zu sprechen, schossen ihr sofort die Tränen in die Augen. Wieder und immer wieder. „Ich weine ja wirklich nur so Freudentränen“, sagte sie nach dem Bilderbuchritt auf ihrer Wunderstute Bella Rose zu WM-Gold im Team, und schon stockte ihre Stimme wieder, und die Augen wurden feucht: „Das schaffe ich dann auch nicht zurückzuhalten, das war so besonders und so wunderbar.“

So ergriffen hatte man die erfolgreichste Reiterin der Geschichte selten gesehen – weder sechs Olympiasiege noch sieben WM-Titel zuvor vermochten solche Emotionen hervorzurufen, wie Bella Rose es in Tryon tat. Doch das achte WM-Gold nun, das war „eine Sternstunde“, urteilte Werth. Schließlich fand eine gefühlte Ewigkeit zwischen Hoffen und Bangen in der drückenden Hitze North Carolinas ihr glückliches Ende.

Schon bei der WM 2014 in der Normandie hatte Bella Rose die deutsche Equipe mit einer sensationellen Darbietung zu Gold geführt. Doch nur wenige Stunden später der Schock: Huflederhaut-Entzündung, WM-Aus. Im selben Jahr startete das Paar noch einmal bei den German Masters in Stuttgart, danach war Schluss – für lange, lange Zeit. Dreieinhalb quälende Jahre wusste Werth nicht, ob ihre verletzte Wunderstute überhaupt jemals wieder auf das Viereck zurückkehren wird. Erst im Juni 2018 kam dann wie aus dem Nichts das beeindruckende Comeback, das die Hoffnung auf ein Happy End nährte. „Eine erfolgreiche WM mit ihr wäre der Höhepunkt meiner Karriere“, sagte Werth daraufhin beim CHIO in Aachen.

Gold für zwei Hessen

Denn Bella und Isabell, das war eine Liebesgeschichte vom ersten Moment an. „Wie elektrifiziert“ sei Werth gewesen, als sie die damals dreijährige Fuchsstute erstmals sah. Ein talentierteres Pferd sei ihr noch nie unter den Sattel gekommen, sagte sie einst. Gigolo, Satchmo oder Weihegold, alle verantwortlich für zahlreiche Titel und Medaillen – keiner kam an Bella Rose heran.

Im Grand Prix von Tryon zeigte sie, wieso. Mit federleichter Eleganz schwebte Werths vierbeinige Göttin über das Viereck, ausdrucksstark und charismatisch, die Piaffen und Traversalen wie aus einem Guss. „Nah dran“ am perfekten Auftritt sei dies gewesen, sagte die stolze Reiterin und stellte fest: „Dieses Pferd ist ein Geschenk.“ Zum deutschen Gold-Team gehörten auch der Bad Homburger Sönke Rothenberger und Dorothee Schneider vom Frankfurter Turnierstall Schwarz-Gelb.

Der Dressurausschuss des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) und Bundestrainerin Monica Theodorescu hatten Bella Rose auf Wunsch von Werth für Tryon nominiert – obwohl die Rheinbergerin in ihrem Olympiapferd Weihegold und Emilio die Nummern eins und zwei der Weltrangliste im Stall hat. „Ich kann mich nur bedanken“, so Werth.

(sid)

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