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Tennis: Jana Novotná: Tennis aus Leidenschaft

Von Die Tenniswelt trauert um Jana Novotná. 1998 siegte die Tschechin in Wimbledon. Ein Weinkrampf machte sie weltberühmt.
Glücklich: Jana Novotná nach ihrem Wimbledonsieg 1998 Foto: Neil Munns (PA Wire) Glücklich: Jana Novotná nach ihrem Wimbledonsieg 1998
Frankfurt. 

Sie wurde nur 49 Jahre alt. Die frühere Wimbledonsiegerin Jana Novotná ist am Sonntag in ihrer tschechischen Heimat nach einer schweren Krebserkrankung im Kreis der Familie gestorben. Die in Brünn geborene Tennisspielerin gewann in den 14 Jahren ihrer Profi-Karriere 24 Titel im Einzel und 76 im Doppel. Sie war die WTA-Nummer zwei im Einzel und die Nummer eins im Doppel. 1998 holte sie gegen die Französin Nathalie Tauziat den Titel in Wimbledon, ein Jahr davor gewann sie gegen Mary Pierce aus Frankreich die WTA-Weltmeisterschaft.

„Jana war auf dem Platz und außerhalb des Platzes eine Inspiration für alle, die die Chance hatten, sie kennenzulernen“, sagte WTA-Chef Steve Simon zum Tod der Spielerin, die 2005 in die Tennis Hall of Fame aufgenommen wurde.

Tennis war während ihrer Karriere, aber auch später ihre große Leidenschaft. „Ich bin süchtig nach Tennis. Jeder Tag ohne wäre für mich schrecklich“, erklärte sie vor zwei Jahren in einem Interview in der tschechischen Tageszeitung „iDnes“. Da verließ sie gerade beim „Turnier der Legenden“ den Court Number 12 in Wimbledon. „Schade, dass ich den letzten Volley verschlagen habe“, waren damals ihre ersten Worte. Gemeint war nicht das verlorene Finale 1993. Damals hatte sie gegen Steffi Graf bei eigenem Aufschlag schon mit 6:7, 6:1 und 4:1 geführt – und verlor den entscheidenden Satz am Ende doch noch mit 4:6. Bei der anschließenden Siegerehrung erlitt die Tschechin nach ihrem unerwarteten Leistungseinbruch einen Weinkrampf und musste sogar von der Herzogin von Kent in den Arm genommen und getröstet werden.

Ein unvergesslicher Auftritt in Frankfurt

Jana Novotná hat 14 Jahre lang die Tennis-Fans auf der ganzen Welt mit ihrem offensiven Tennisspiel erfreut. Aber auch in Frankfurt hat sie Spuren hinterlassen. Am 9.

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Was sie 22 Jahre später so wurmte, war die Niederlage im Doppel beim „Turnier der Legenden“. „Es ist egal, was für ein Match es ist. Wenn ich schlecht spiele oder verliere, wurmt es mich. Ich versuche, es nicht so eng zu sehen, einfach zu genießen, dass ich mit 47 noch auf dem heiligen Rasen spielen darf. Aber es funktioniert nicht immer“, sagte sie in dem Interview. Wimbledon sei nicht kopierbar. „Dieses Turnier bleibt für mich eine Herzensangelegenheit. Hier zu stehen, sich mit anderen Legenden zu treffen, zu spüren, dass man auch im 16. Jahr des Rentnerdaseins nicht vergessen wurde, das ist ein Glücksgefühl, das ich nicht missen möchte“, erklärte sie der Zeitung „iDnes“ 2015.

1998 holte sich Novotná in Wimbledon nach Siegen über Venus Williams (Viertelfinale) und Martina Hingis (Halbfinale) mit 6:4, 7:6 gegen Tauziat ihren einzigen Grand-Slam-Sieg im Einzel. Da hat ihr letzter Volley gesessen. Zwölf Grand-Slam-Titel holte die Tschechin im Doppel, vier im Mixed.

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