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Radrennen: John Degenkolb trifft in Frankfurt auf die Weltelite

Von Der Radklassiker „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“ wird am 1. Mai so gut besetzt sein wie seit Ende der 90er-Jahre nicht – was bei Lokalmatador Degenkolb gemischte Gefühle entfacht.
John Degenkolb. Foto: David Stockman John Degenkolb. Foto: David Stockman
Frankfurt. 

Für John Degenkolb ist die Renaissance des Traditionsrennens am 1. Mai Fluch und Segen zugleich. Einerseits freut er sich, dass bei seinem Heimrennen erstmals seit zwei Jahrzehnten die fast komplette Weltspitze antreten wird. Andererseits weiß der hoch gehandelte Profi aus Oberursel, wie schwer es für ihn werden wird, seinen Sieg von 2011 zu wiederholen. „Was die Klassiker-Fahrer betrifft, ist alles da, was Rang und Namen hat“, betont Degenkolb. Lediglich Olympiasieger Greg Van Avermaet wird wohl fehlen. Der Belgier, der zuletzt den Klassiker Paris-Roubaix gewann, wurde von seinem Team BMC nur als Ersatzfahrer für Frankfurt gemeldet. „Greg fuhr im Frühjahr viele Rennen und startet auch am kommenden Sonntag noch bei Lüttich-Bastogne-Lüttich. Er braucht eine Pause“, sagt Degenkolb. Wenigstens dem Weltranglisten-Ersten geht der Lokalmatador aus dem Weg. Leichter wird es für den 28-Jährigen nicht unbedingt.

Denn zuletzt hatte auch der slowakische Star Peter Sagan zugesagt, der als Favorit für die 56. Auflage gilt. „Dass Sagan auch noch antritt, macht es nicht einfacher“, gesteht Degenkolb, fügt aber zugleich an: „Wenn man es schafft, hier dennoch zu gewinnen, ist der Sieg noch wertvoller. Ich sehe es positiv, dass die komplette Weltelite am Start steht.“ Elf Teams der obersten Kategorie World Tour werden am übernächsten Montag auf die knapp 220 Kilometer lange Strecke durch Rhein-Main und die Taunus-Höhen gehen: Katusha, Trek-Segafredo, Bora-Hansgrohe, Lotto-Soudal, Quick-Step, BMC, Sunweb, AG2R, Cannondale, Lotto und Emirates. Eine derart hochwertige Besetzung hatte das Rennen zuletzt Ende der 90er-Jahre erfahren – als der Radsport-Hype in Deutschland um Jan Ullrich und Erik Zabel seinen Höhepunkt erreichte. Auch diesmal ist die deutsche Elite mit Degenkolb, Andre Greipel, Tony Martin und erstmals auch Marcel Kittel vertreten.

Degenkolb fiebert seinem Heimrennen freilich entgegen. Der Kurs führt direkt vorbei an seinem Haus in Oberursel, wo er mit Familie wohnt. Seine Ehefrau Laura, seit Jahren im Organisationsteam des Rennens tätig, erwartet im August das zweite gemeinsame Kind – ein Mädchen. „Ich bin stolz, diese Region meine Heimat nennen zu können“, betont Degenkolb, der nach einer kurzen Erholungspause über Ostern wieder voll im Training ist. Trotz der starken Konkurrenz am 1. Mai ist er guten Mutes, vorne landen zu können. Denn im Gegensatz zu anderen Sprintern kommt Degenkolb im Taunus recht gut über die Berge. „Der Kurs spielt mir vom Charakter her in die Karten. Ich war hier fast immer vorne dabei. Beim Heimrennen kann man vielleicht noch ein paar mehr Kräfte freisetzen.“

Ein Sieg wäre der perfekte Abschluss eines Frühjahrs, das für Degenkolb nach eigener Aussage „gut verlief. Nur das Top-Resultat fehlt noch“. Zwar konnte er seine Siege bei Mailand-San Remo und Paris-Roubaix von 2015 nicht wiederholen. Bei beiden Rennen landete er aber ebenso unter den Top Ten wie bei der Flandern-Rundfahrt. „Auf dieser Konstanz lässt sich aufbauen.“ Nach dem schlimmen Trainingssturz Anfang 2016 und der monatelangen Pause ist er „super glücklich, wieder so dabei zu sein“.

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