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FC Bayern München: Jupp Heynckes: „Habe nie gesagt, dass ich aufhöre“

Dass Jupp Heynckes zum Saisonende seinen Platz auf der Trainerbank von Bayern München räumt, schien beschlossene Sache. Bis Heynckes vor dem heutigen Duell mit dem Hamburger SV alle überraschte.
Verblüfft mit Aussagen zu seiner Zukunft: Trainer Jupp Heynckes. Foto: Matthias Balk Verblüfft mit Aussagen zu seiner Zukunft: Trainer Jupp Heynckes.
München. 

Jupp Heynckes griff genervt zu seinem Wasserglas und nahm einen tiefen Zug. „Es geht immer darum“, schimpfte der Trainer von Bayern München, für seine Verhältnisse recht giftig: „Das Wichtige für Sie ist nur: Wer ist der Trainer in der neuen Saison? Mein Gott!“ Dann knallte er sein Glas vehement auf den Tisch.

Doch die Nachfragen hatte der 72-Jährige während einer bemerkenswerten Pressekonferenz gestern selbst provoziert. In der monatelangen Diskussion über seine Zukunft ließ Heynckes sich zur Überraschung vieler Beobachter wieder eine Hintertür offen. „Ich habe nie gesagt, dass ich am 30. Juni definitiv aufhöre. Haben Sie das von mir einmal gehört? Nein!“, sagte er vor dem heutigen Duell mit dem Hamburger SV. „Ich kann Ihnen sagen, dass noch gar nichts entschieden ist.“

Sollte der Übergangstrainer also doch weitermachen? Präsident Uli Hoeneß hatte sein ständiges Buhlen um eine Weiterbeschäftigung zuletzt eingestellt. Heynckes schien in mehreren Interviews sogar sanft Thomas Tuchel in die Pole Position für seine Nachfolge zu schieben. Dies will der erfahrene Trainer definitiv nicht so gewertet wissen. „Was ich über die Trainer gesagt habe, war meine Wertschätzung“ sagte er, und: „Wenn man aus dem Kontext Dinge herausnimmt, dann liest sich vieles anders.“ Zuletzt war auch Christian Streich vom SC Freiburg in den Genuss einer intensiven Heynckes-Lobrede gekommen. Schon brodelten Gerüchte. „Ich vertrete meine Meinung“, betonte Heynckes nun, „wenn das ein großes Echo erzeugt, ist mir das wurscht.“

Zuvor hatte er der tz und dem Münchner Merkur in einem Interview geschildert: „Ich habe von einem möglichen Nachfolger gesprochen, nicht von einem Zeitpunkt der Nachfolge.“ Also nicht unbedingt vom 30. Juni, an dem sein Vertrag ausläuft. Heynckes hatte das Amt nach der Trennung von Carlo Ancelotti mit der Maßgabe übernommen, es bis zum Saisonende auszuüben.

Mitleid mit dem HSV

Es verwundert, dass Heynckes nun selbst Unruhe schürt, wo er Ruhe anmahnt. „Ich sage nichts Definitives, weil ich weiß, wie die Öffentlichkeit darauf reagiert“, betonte er in erwähntem Gespräch. Die Bayern-Bosse reagierten gelassen auf die Spekulationen um den künftigen Trainer. „Wir betrachten sehr entspannt und zum Teil auch amüsiert, was da so alles spekuliert wird“, schreibt der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge im Stadionmagazin zur HSV-Partie.

Den Hamburgern droht derweil im Spiel eins nach dem Rauswurf von Vorstandschef Heribert Bruchhagen und Sportchef Jens Todt die nächste Pleite. Bei den letzten sieben Niederlagen am Stück gegen die Bayern kassierte der HSV 44 Tore; zweimal waren es acht, einmal sogar neun. Vor der womöglich nächsten sportlichen Abreibung gab es von Bayern-Seite bereits Worte des Mitleids mit dem HSV. „Ich finde schon, dass der Dino fehlen wird“, sagte Heynckes und fügte an: „Man kann sich in der 2. Liga auch erneuern.“

(sid,dpa)

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