E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 28°C

Olympische Winterspiele 2018: Keine Einsicht unter neutraler Flagge

Russlands Wintersportler starten bei Olympia in Pyeongchang unter neutraler Flagge. Am Dienstag stimmte das russische Olympia-Komitee einstimmig dafür.
Nicht einsichtig: der russische NOK-Chef Alexander Schukow. Foto: Ivan Sekretarev (AP) Nicht einsichtig: der russische NOK-Chef Alexander Schukow.
Moskau/Berlin. 

Jetzt ist es amtlich: Russland schickt seine Athleten unter neutraler Flagge zu den Olympischen Winterspielen nach (9. bis 25. Februar). Dies beschloss das russische Olympia-Komitee ROC am Dienstag einstimmig. Die Entscheidung pro Olympia sehen die Verantwortlichen als Chance, doch von Einsicht angesichts des Dopingskandals fehlt weiterhin jede Spur.

„Das Russische Olympische Komitee hat einstecken müssen, um den Sportlern ihren olympischen Traum ermöglichen zu können“, sagte ROC-Chef Alexander Schukow, der erneut Whistleblower Grigorij Rodtschenkow die Schuld an dem Skandal zuschob. „Die Schmid-Kommission hat gründliche Beschreibungen von Rodtschenkow und seinen Komplizen geliefert. Sie haben dem russischen Sport und der olympischen Bewegung geschadet“, sagte Schukow.

Rodtschenkow hatte als Kronzeuge die Aufdeckung des Dopingskandals rund um die Winterspiele 2014 in Sotschi massiv vorangetrieben. Die Kommission unter der Leitung des Schweizers Samuel Schmid hatte dem IOC nach eingehenden Untersuchungen zu Sanktionen gegen Russland geraten.

Das IOC schloss daraufhin das ROC wegen systematischen Dopings von den kommenden Spielen aus, saubere Athleten dürfen aber unter neutraler Flagge starten. Auch darf weder die russische Hymne bei Olympia gespielt werden noch die russische Fahne in Pyeongchang wehen. Witali Smirnow, der Vorsitzende des russischen Anti-Doping-Ausschusses, begrüßte die Entscheidung für den Start unter neutraler Flagge: „Wir haben die richtige Entscheidung im Sinne unserer Athleten getroffen. Die Teilnahme an den Winterspielen 2018 ist eine Chance, unseren Status, unsere Stellung und unseren guten Namen wiederherzustellen.“

Zuletzt hatte bereits Staatspräsident Wladimir Putin erklärt, dass das Riesenreich die Spiele in Pyeongchang nicht boykottieren werde und damit den Weg frei gemacht. In den vergangenen Tagen hatten sich russische Athleten aus allen Wintersportarten für einen Start ausgesprochen, obwohl die Sanktionen auch scharf kritisiert worden waren.

Die Athleten müssen sich zum einen für die Spiele sportlich qualifizieren, zum anderen müssen sie nachweisen, dass sie sauber sind. Ein Gremium unter Vorsitz der ehemaligen französischen Sportministerin Valerie Fourneyron soll feststellen, wer für einen Start in Frage kommt. Im Anschluss entscheidet ein Dreiergremium des IOC über die endgültige Starterlaubnis.

Zugelassene Sportler müssen in Pyeongchang dann unter der Teambezeichnung OAR (Olympic Athlete from Russia) starten. Dies sorgte jedoch zuletzt für Kritik. Das britische IOC-Mitglied Adam Pengilly stieß sich an der Namensgebung für das neutrale Team. „Olympischer Athlet von Russland klingt nicht wirklich neutral“, bemängelte der Brite.

Für die Sportler, die nicht an Olympia teilnehmen, will Schukow derweil mit dem IOC über Alternativen sprechen: „Alternative Wettkämpfe für die Athleten auszurichten, die nicht nach Pyeongchang fahren, ist ein Thema, das es zu diskutieren gilt.“

Wer tatsächlich nach Südkorea reist, hängt auch von den anstehenden Verfahren der lebenslang gesperrten Sportler vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS ab. Zuvor hatten sämtliche 25 russische Athleten, die vom IOC lebenslang für alle Funktionen bei Olympia gesperrt worden waren, Einspruch beim CAS eingelegt.

Zur Startseite Mehr aus Sport

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen