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Leichtathletik: Kenianerin Vivian Cheruiyot läuft in Frankfurt ihren zweiten Marathon

Von Bei den Spielen in Rio gewann Vivian Cheruiyot Gold über 5000 Meter. Seit diesem Jahr greift die 34-Jährige auf der Straße an.
Der Star im Frauen-Teilnehmerfeld am Sonntag: Vivian Cheruiyot. Foto: Bernd Thissen (EPA) Der Star im Frauen-Teilnehmerfeld am Sonntag: Vivian Cheruiyot.
Frankfurt. 

Renndirektor Jo Schindler bezeichnet seinen Marathon als „Durchlauferhitzer“. Als Sprungbrett, das einen Läufer oder eine Läuferin auf dem Weg nach ganz oben ein Stückchen weiterbringt. Denn diejenigen zu verpflichten, die an der Spitze schon angekommen sind, sprengt den finanziellen Rahmen, in dem sich die Frankfurter Organisatoren bewegen.

Vivian Cheruiyot kennt sich mit Höhenluft allerdings schon bestens aus. Über 5000 und 10 000 Meter war die Kenianerin je zweimal Weltmeisterin, und zum Abschluss ihrer Karriere auf der Bahn gewann sie Gold bei den Olympischen Spielen im vergangenen Jahr in Rio. Es war ein Erlebnis, das für die heute 34-Jährige nicht zu toppen war. So fasste sie den Entschluss, sich in Zukunft auf der Straße mit den Besten zu messen.

In Frankfurt geht sie am Sonntag nun zum zweiten Mal auf die klassische 42,195-Kilometer-Distanz. Dabei sieht sie sich noch als Schülerin, als eine, die lernen muss, mit der neuen Situation optimal umzugehen. „Die Herausforderung ist dabei das Training“, sagt die zierliche Läuferin. Die Längen der Strecken, die Umfänge, die es zu absolvieren gilt. Dass sie Mutter eines vierjährigen Sohnes ist, stelle dabei kein Problem dar. Der kleine Allan gehe schon in die Schule, und „es gibt Zeiten fürs Training und Zeiten, mit dem Kind zu spielen“.

Bei ihrem Debüt im Frühjahr in London bekam Cheruiyot eine besondere Lehrstunde erteilt. Zu schnell, im Bereich ihrer Halbmarathonbestzeit von 67 Minuten, war sie die erste Hälfte des Rennens angegangen, bekam das später zu spüren und belegte am Ende in 2:23:50 Stunden den vierten Platz. Wie auf der Bahn habe sie versucht, die Führende nicht zu weit davonlaufen zu lassen, die Lücke klein statt ihren eigenen Plan im Blick zu behalten. In Frankfurt soll ihr das nicht wieder passieren. „Ich bin als Vivian gekommen, um mein Bestes zu geben, und nicht, um gegen andere zu laufen.“ Als Resultat soll dabei eine neue Bestzeit stehen. Dafür hat Cheruiyot sich einen eigenen Begleiter mitgebracht, den Pacemaker Frankline Kemei, mit dem sie auch im kenianischen Läufer-Eldorado Eldoret trainiert. Nur wenige Frauen drehen dort ihre Runden; auch die Olympiasiegerin bevorzugt Einheiten mit Männern. Die sind schneller.

Drei Monate hat sie sich auf den Start am Main vorbereitet, testete im September erfolgreich beim Great North Run in England, wo sie auf halber Marathonstrecke hinter London-Siegerin Mary Keitany in 1:07:44 Stunden Zweite wurde. Ihre Wahl sei auf den ältesten deutschen City-Marathon gefallen, weil er „der Beste“ sei, lobt das knapp 40 Kilo wiegende Leichtgewicht. Aber auch, wie Schindler erklärt, weil man sich hier auf sie und ihre individuellen Ambitionen einstelle. Das Management der Athletin hatte eine entsprechende Möglichkeit gesucht. Das gleiche Management, das auch Sprint-Superstar Usain Bolt betreut. „Wir sind ständig in Kontakt miteinander“, sagt Cheruiyot, schicken sich Kurznachrichten und Mails. Der Jamaikaner sei „wie ein Bruder“ für sie.

Cheruiyot spricht höflich, nett, mit leiser Stimme. Und sie wird auch nicht weniger gesprächig, als beim Medientalk im Veranstaltungshotel die Rede auf die den Langlauf stets umwabernde Dopingproblematik kommt. Der Fall der Rio-Olympiasiegerin Jemima Sumgong, die bei einem Trainingstest in diesem Jahr positiv auf die verbotene Substanz Epo getestet wurde, hat den Schatten über dem Läuferland Kenia wieder stärker hervortreten lassen. Cheruiyot, die laut ihrem Management mehrmals im Monat und zuletzt vergangene Woche getestet wurde, äußert dazu eine klare Meinung: „Es ist gut für die Sportler, sauber zu bleiben“, sagt sie. Aber sie müsse „mit Energie“ gegen jene bestehen, die „andere Mittel“ nutzen.

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