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Tennis: Kerber:„Aufhören ist ganz weit weg“

Angelique Kerber hat dem Tennis in Deutschland mit ihrem Wimbledonsieg viel Aufmerksamkeit beschert. Nach dem Siegertanz mit Novak Djokovic gönnte sie sich erstmal eine kurze Auszeit bei den Großeltern in Polen.
Angelique Kerber bezwang am Samstag im Wimbledon-Finale die Tennis-Legende Serena Williams. Foto: Laci Perenyi (imago sportfotodienst) Angelique Kerber bezwang am Samstag im Wimbledon-Finale die Tennis-Legende Serena Williams.
Wimbledon. 

Gespielt wurde Chris de Burghs Klassiker „Lady in Red“, und Angelique Kerber, im langen roten Abendkleid, ließ sich nicht zweimal bitten. Lange hielt sie es auf dem Parkett allerdings nicht aus, nach 20 Sekunden im Arm von Novak Djokovic war das Tänzchen der beiden Wimbledonsieger beim Champions Dinner auch schon wieder beendet. Spaß hatte Kerber trotzdem: „Das Tanzen war gut, das mache ich eh gerne, ich hatte aber nicht damit gerechnet.“

Es gibt also doch noch ein paar Unwägbarkeiten im Leben von Angie Kerber, die 22 Jahre nach der großen Steffi Graf endlich wieder einen Wimbledonsieg für Deutschland geholt hat. Dem Tennis hierzulande hat sie damit einen großen Gefallen erwiesen, das jedenfalls glaubt Dirk Hordorff, Vizepräsident Sport im Deutschen Tennis Bund (DTB). „Wimbledon ist das am meisten wahrgenommene Turnier“, sagte Hordorff. „Ein Wimbledonsieg holt die zurück, die sonst nur über die alten Zeiten reden.“

Graf freute sich im fernen Las Vegas über „tolle Leistungen, die unserem Sport Auftrieb geben sollten“. Zumal Hordorff keine Spielerin sieht, die Kerber in den kommenden Wochen und Monaten so richtig gefährlich werden könnte. „Bei den US Open ist sie sicher die Favoritin, ich würde keine vor ihr nennen.“ Und auch den Sieg bei den French Open, der Kerbers Karriere-Grand-Slam komplettieren würde, traut Hordorff seiner Nummer eins, die in der Welt nun wieder die Nummer vier ist, zu: „Das ist zwar schwierig, aber nicht ausgeschlossen.“

So ganz wird Kerbers Wimbledonsieg das Rad nicht zurückdrehen können, das dürfte im Zeitalter von Social Media aber auch niemand erwarten. Im Schnitt 2,28 Millionen sahen am Samstag das Finale live im ZDF, das wirkt auf den ersten Blick bescheiden. Auf den zweiten Blick jedoch ist es in Verbindung mit einem Marktanteil von 13,6 Prozent durchaus als kleiner Erfolg zu werten.

Dazu hat Kerber über die reine TV-Zuschauerzahl hinaus einiges für ihren Sport bewirkt. Über mehrere Tage zierte die Kielerin die Titelblätter beinahe aller großen Zeitungen, wurde in der Tagesschau sowie im ZDF-Sportstudio an exponierter Stelle präsentiert und rief Reaktionen aus der Sportwelt hervor. „Wir stehen am Anfang eines kleinen Booms“, sagte Hordorff und verwies in dem Zusammenhang auch auf den Weltranglistendritten Alexander Zverev: „Es tut sich was im deutschen Tennis.“

Kerber gönnte sich derweil am Montag zunächst eine kurze Stippvisite bei den Großeltern in Polen, ehe sie am Dienstag zu einer Pressekonferenz im Stuttgarter Porsche-Museum erwartet wird. Danach ist die 30-Jährige zu neuen sportlichen Großtaten bereit.

„Aufhören ist ganz weit weg. Das ist überhaupt kein Thema“, sagte sie der Bild-Zeitung. Den Matchball gegen Serena Williams wird sie wohl so schnell nicht vergessen: „Mein Physio hat ihn mir 15 000-mal gezeigt. Beim Essen wieder 50-, 60-mal auf Instagram. Das ging die ganze Nacht.“ Die erst um vier Uhr morgens zu Ende war.

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