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Wimbledon: Kerber glaubt wieder an sich

In Wimbledon hat Kerber ihren Kampfgeist wiederentdeckt, auch wenn sie noch auf der Suche nach ihrer Bestform ist. Und der war stets ihre größte Stärke.
Angelique Kerber hat in Wimbledon ihren Kampfgeist wiederentdeckt. Angelique Kerber hat in Wimbledon ihren Kampfgeist wiederentdeckt.
London. 

Ein Bild bringt die Erinnerungen zurück. Und damit die Hoffnung. Angelique Kerber reißt das rechte Bein in die Höhe und den Mund weit auf. Die Unterarme winkelt sie an, die freie Hand ballt sie zur Faust. Mit der linken umklammert sie ihren Schläger. Vor Glück schreit sie laut auf. Nach Wochen voller Niederlagen, Selbstzweifeln und Kritik war Kerbers Jubelpose, in ihrem traumhaften Tennisjahr 2016 ein Markenzeichen, beinahe in Vergessenheit geraten. In Wimbledon hat die Kielerin sie wiederentdeckt, und auch wenn sie noch auf der Suche nach ihrer Bestform ist: Immerhin den Kampfgeist hat Kerber gefunden. Er war stets ihre größte Stärke.

„Es ist wichtig für mich zu sehen, dass ich es noch kann. Ich kann wieder Matches drehen“, sagte die Vorjahresfinalistin nach dem hart erkämpften 4:6, 7:6 (7:2), 6:4 gegen Shelby Rogers aus den USA. „Vielleicht“, fügte sie hinzu, „ist das der Wendepunkt. Wir werden sehen. Auf jeden Fall war das ein wirklich wichtiger Sieg.“

Mit dem Rücken zur Wand, als Außenseiterin, auf die niemand mehr auch nur ein Pfund setzen will – so fühlt sich Kerber am wohlsten. Die Amerikaner hatten ihr einst den Spitznamen Houdini verliehen, Kerber (29) erinnerte sie an den großen Entfesselungskünstler, der sich aus jeder noch so ausweglosen Enge befreien konnte. Die Illusion einer Weltklassespielerin wird Kerber im Achtelfinale am heutigen Montag (12.30 Uhr MESZ/Sky) jedoch kaum ausreichen. „Ich kann nicht nur hoffen und rüberbringen“, sagte Kerber vor dem Duell mit der Spanierin Garbine Muguruza. Dafür schlage die Wimbledonfinalistin von 2015 „zu doll, dafür ist sie zu gut und erfahren“. Die letzten vier Aufeinandertreffen mit Muguruza hat sie verloren, aber „das hat gar nichts zu sagen“.

Trotz spricht aus ihrer Stimme und trotzig muss Kerber sein, um sich und ihre Gegnerin auf dem Court quälen zu können. Die Rolle der Branchenführerin, die alleine durch majestätische Ausstrahlung die Konkurrenz einschüchtert, lag ihr nie. Das Bild der Kämpferin mit weit aufgerissenem Mund und geballten Fäusten taugt eher dazu, sich verlorenen Respekt zurückzuholen.

Respekt bei den Kollegen erarbeitet hat sich Alexander Zverev nicht erst in Wimbledon, auch wenn er im All England Club erstmals in seiner jungen Karriere die zweite Woche eines Grand-Slam-Turniers erreicht hat – „ein Meilenstein“, wie er selbst sagt. Dort trifft er heute auf den kanadischen Aufschlagriesen Milos Raonic, der wie Kerber im vergangenen Jahr erst im Finale gestoppt worden war. Für seinen Bruder Mischa, der gegen den Schweizer Roger Federer ausschied, ist der 20-Jährige trotzdem nicht der Außenseiter: „Er hat sehr gute Chancen. Sascha kann für einige Überraschungen sorgen.“ sid

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