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Kerber und Görges im Viertelfinale von Wimbledon

Erstmals seit vier Jahren stehen zwei deutsche Tennis-Damen unter den besten Acht von Wimbledon. Angelique Kerber und Julia Görges spielen am Dienstag um den Einzug ins Halbfinale - und haben die Chance auf einen Grand-Slam-Coup.
Nach dem Sieg über Donna Vekic aus Kroatien ballt Julia Görges ihre Faust. Foto: Nigel French/PA Wire Foto: dpa Nach dem Sieg über Donna Vekic aus Kroatien ballt Julia Görges ihre Faust. Foto: Nigel French/PA Wire
London. 

Selbst ein deutsches Wimbledon-Finale ist für Angelique Kerber nicht mehr undenkbar, Julia Görges wollte davon noch lange nichts wissen.

„Möglich ist es auf jeden Fall”, sagte die 30-jährige Kerber. Nach dem Erreichen des Viertelfinals spielen die beiden besten deutschen Tennis-Damen schon am Dienstag gegen die Russin Darja Kassatkina und die Niederländerin Kiki Bertens um den Einzug ins Halbfinale . „Yeah, hier bin ich. Das ist für mich etwas sehr Besonderes. Es fühlt sich hier noch süßer an, weil ich es hier nicht erwartet habe. Es ist wirklich nett”, sagte Görges.

In einer Wimbledon-Auflage mit einem noch nie erlebten Scheitern der Favoritinnen haben die beiden Schleswig-Holsteinerinnen die Chance auf einen Grand-Slam-Coup: Je zwei Siege trennen die beiden letzten verbliebenen Deutschen auf den berühmten Rasenplätzen in London von einem Duell gegeneinander um die wohl begehrteste Trophäe im Tennis. Ein deutsches Wimbledon-Finale bei den Damen hatte es nur 1931 zwischen Cilly Aussem und Hilde Krahwinkel gegeben. Görges blieb ganz unaufgeregt bei der Frage, ob sie an ein deutsches Finale denke: „Gar nicht”, kommentierte die 29-Jährige knapp.

Erstmals seit vier Jahren mit Kerber und Sabine Lisicki sind wieder zwei deutsche Damen im Viertelfinale vertreten. Kerber stieg als Nummer elf zur am höchsten platzierten verbliebenen Spielerin auf, nachdem sich die Top Ten der Setzliste erstmals in der Geschichte von Wimbledon allesamt schon vor dem Viertelfinale verabschiedet haben. Görges rückte an die dritte Stelle auf, im Halbfinale wäre für sie ein Duell mit Tennis-Star Serena Williams (USA) möglich.

Diesen besonderen Montag der zweiten Woche, an dem nur in Wimbledon alle Achtelfinal-Partien ausgetragen werden, nennen die Engländer gern „Manic Monday”. Und die beiden gesetzten Görges und Kerber trotzten weiter allen irren Ergebnissen im Damen-Tableau.

Görges zog mit einem souveränen 6:3, 6:2 gegen die Kroatin Donna Vekic zum ersten Mal in die Runde der besten Acht bei einem Grand-Slam-Turnier ein. Die frühere Finalistin und ehemalige Weltranglisten-Erste Kerber setzte sich mit 6:3, 7:6 (7:5) gegen die Schweizerin Belinda Bencic durch. Mit ihren Defensivkünsten, der größeren Konstanz, aber auch Glück verdiente sich die 30-Jährige mit dem zweiten Matchball den Erfolg. Im zweiten Satz musste die Kielerin vier Satzbälle abwehren, rettete sich in den Tiebreak und kämpfte sich dann zum ersten Sieg im vierten offiziellen Duell mit Bencic.

„Ich fühle den Druck nicht. Ich gucke nicht, wer noch übrig ist”, behauptete Kerber. „Ich bin hier, ich spiele Viertelfinale, das ist alles, was für mich zählt.” In allen drei Grand-Slam-Turnieren in diesem Jahr hat die Australian-Open- und US-Open-Siegerin von 2016 nun mindestens die Runde der besten Acht erreicht. Ihre frustrierende vergangene Saison macht sie weiter vergessen: „Natürlich ist es für mich eine Bestätigung, dass ich auf dem richtigen Weg bin.” Die Weltranglisten-14. Kassatkina hat Kerber erst bei der Generalprobe für Wimbledon in Eastbourne in drei Sätzen niedergerungen, zweimal ging es dabei in den Tiebreak.

Görges und Kerber kennen sich seit langem, gönnen sich gegenseitig den Erfolg. Die Bad Oldesloerin Görges wirkte, als könne sie selbst nicht recht glauben, was ihr gelungen war, als sie nach ihrem klaren Zweisatz-Erfolg gegen Vekic lächelnd in die Katakomben verschwand. Fünf Erstrunden-Pleiten hatte sie in den vergangenen fünf Jahren im Tennis-Mekka hinnehmen müssen, sich erst langsam mit Rasen-Tennis arrangiert. „Es klingt ziemlich merkwürdig, wenn man sich meine Bilanz hier in den letzten Jahren anschaut. Ich habe das nicht erwartet, ehrlich.”

Als sie nach ihrem Sieg in der Pressekonferenz saß, begann für sie schon die Konzentration auf das Viertelfinale gegen die zweimalige Nürnberg-Gewinnerin Bertens, die im Achtelfinale Karolina Pliskova als letzte verbliebene Topspielerin aus dem Turnier warf. „Wir gehen manchmal zusammen Abendessen. Es ist für uns beide eine große Möglichkeit”, erzählte sie.

(Von Kristina Puck, dpa)
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