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Kiel mit Rückenwind - Wolfsburg beeindruckt

Die Form stimmt, das Selbstvertrauen ist groß - Holstein Kiel fühlt sich gerüstet, um als erster Verein aus Schleswig-Holstein in die Bundesliga aufzusteigen.
Will sich mit dem Bundesliga-Aufstieg aus Kiel verabschieden: Holstein-Coach Markus Anfang. Foto: Bernd Thissen Will sich mit dem Bundesliga-Aufstieg aus Kiel verabschieden: Holstein-Coach Markus Anfang.
Kiel/Wolfsburg. 

Dieses 6:2-Ausrufezeichen mit einer B-Elf zum Abschluss ist auch den Verantwortlichen des VfL Wolfsburg nicht entgangen.

VfL-Coach Bruno Labbadia sah den Kantersieg von Holstein Kiel am letzten Zweitliga-Spieltag gegen Eintracht Braunschweig zur Vorbereitung auf die Relegation am Fernseher. Beeindruckt von der Offensivpower des Zweitliga-Dritten schauten Labbadias Co-Trainer Eddy Sözer und ein weiterer Scout am Sonntag im Holstein-Stadion zu.

Der Abschluss-Erfolg der Kieler war vor den Relegationsspielen am Donnerstag und kommenden Montag gegen den Bundesliga-16. Wolfsburg ein Statement. „Wir werden mit Spaß, Mut und Überzeugung in die Spiele gehen. Das wird ein absolutes Highlight. Jeder sollte das genießen. Wer weiß, wann es so eine Situation noch einmal geben wird”, sagte Kiels Trainer Markus Anfang, der auf jeden Fall zweitklassig bleibt. Der frühere Profi wird in der kommenden Saison Trainer beim Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln.

Seine Spieler glauben fest an den Durchmarsch von der 3. Liga in die Bundesliga. Kiel wäre der erste Erstliga-Club aus Schleswig-Holstein. Die Form jedenfalls stimmt positiv: Obwohl es für die „Störche” am letzten Spieltag um nichts mehr ging und sämtliche Leistungsträger geschont wurden, schossen sie die Eintracht mit einem spektakulären 6:2 in die 3. Liga. „Das war wirklich beeindruckend”, lobte Anfang.

Auch Labbadia warnte seine Spieler vor der mit 71 Saisontoren angriffsstärksten Mannschaft der 2. Liga: „Sie spielen guten Fußball und schießen ja nicht umsonst so viele Tore.” Wolfsburgs Coach setzt daher auf Abschottung. Von Dienstag an wird nur noch nicht-öffentlich trainiert. Dann sollte Labbadia seinen Spielern auch von der Stärke des besten Zweitliga-Scorers Marvin Ducksch berichten. Den kannte Wolfsburgs Mittelfeldspieler Josuha Guilavogui bis zuletzt nicht, wie er im NDR-Interview gestand.

„Ich möchte nicht überheblich klingen, aber als Ausländer habe ich die 2. Liga bislang nicht so verfolgt”, sagte der Franzose. Auch diese Haltung dürfte in Kiel für Zusatz-Motivation sorgen. „In Wolfsburg verdient ein einzelner Spieler so viel wie bei uns die ganze Mannschaft”, sagte Kiels Sportchef Ralf Becker. „Aber das ändert nichts daran, dass wir aufsteigen möchten.”

In Johannes van den Bergh steht ein Kieler im Kader, der als Zweitligist beste Erinnerungen an den Relegation hat. Der Außenverteidiger setzte sich 2012 mit Fortuna Düsseldorf gegen Hertha BSC durch. Dies war das bislang letzte Mal, dass der Zweitligist den Erstligisten bezwang. „Die individuelle Klasse liegt immer bei dem Erstligisten. Aber ich habe erlebt, dass man einen Bundesligisten schlagen kann. Wolfsburg hat den Druck und muss den Abstieg verhindern. Wir hingegen können etwas Großes erreichen. Das könnte ein paar Prozentpunkte freisetzen”, sagte van den Bergh.

(Von Oliver Jensen und Carsten Lappe, dpa)
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