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Schwimmen: Köhler fischt Silber und Bronze aus dem Becken

Von Binnen einer guten Stunde holt Sarah Köhler bei der Schwimm-EM zweimal Edelmetall.
Überglücklich: Sarah Köhler von der SG Frankfurt. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert (dpa) Überglücklich: Sarah Köhler von der SG Frankfurt.
Glasgow. 

Es hatte an ihr genagt. Die Schmach, zum Auftakt der Schwimmwettkämpfe bei den European Championships in Glasgow als Vierte die erwartet Medaille über 800 Meter verfehlt zu haben, wollte Sarah Köhler nicht lange unbeantwortet lassen. „Es hätte mir ja nichts gebracht, in Selbstmitleid zu zerfließen“, erklärte die 24-Jährige von der SG Frankfurt. Stattdessen griff sie wieder an. Am Dienstag stand Köhler gleich zweimal auf dem Podest. Mit dem neuen deutschen Rekord von 15:57,89 Minuten fischte sie zuerst eine Silbermedaille über 1500 Meter aus dem Becken des Tollcross International Swimming Centre. Dann, nur etwas mehr als eine Stunde später, sprang sie noch einmal für die deutsche 4x200-Meter-Freistil-Staffel der Frauen ins Wasser, die mit bronzenem Edelmetall auftauchen sollte. Im internen Kampf mit ihrem Freund Florian Wellbrock, der am Sonntag über die längste Beckenstrecke Gold gewann, hat Köhler damit aufgeholt – vorbeigezogen ist sie der eigenen Meinung nach nicht. „Natürlich ist das noch einmal ein ganz anderes Kaliber, was er da geleistet hat“, erklärte Köhler respektvoll. Doch der Triumph des Magdeburgers habe ihr nach der Enttäuschung wieder Auftrieb gegeben. „Da hat mich ein bisschen mein eigenes Ego angetrieben, dass ich da nachziehen wollte“, erklärte sie lächelnd.

Köhler ist eine Kämpferin. Auch im vergangenen Jahr hatte sie nicht etwa trotzig aufgesteckt, als sie die ihrer Meinung nach zu harte Norm für die WM in Budapest verfehlte. Erst versuchte sie mit einem Umweg übers Freiwasser die ungarische Hauptstadt doch noch zu erreichen. Dann, als sie auch daran knapp scheiterte, gab sie mit drei Medaillen bei der Universiade in Taipeh und nationalen Rekorden auf fünf Kurz- und Langbahnstrecken Bundestrainer Henning Lambertz Grund dazu, die Qualifikationsregeln zu überdenken. Mittlerweile schenkt der 47-Jährige der kritischen Aktivensprecherin so viel Vertrauen, dass er sogar gestern in der Mittagspause sein Kraul-Quartett umstellte Köhler einbaute.

„Wenn ich gefragt werde, steht ein Nein für mich nicht zu Debatte“, erklärte Köhler trotz der vorherigen hohen Belastung. Zudem hätten die drei anderen Kolleginnen sie gepusht, noch einmal alles zu geben. „Sie haben mir gesagt, du bist ein Longo, du schaffst das schon.“ Sie sollten recht behalten. Zwar fiel das Team, nachdem die Darmstädterin Reva Foos und die Heidelbergerin Isabel Gose es auf den dritten Platz gebracht hatten, bis zu Köhlers Wechsel auf Annika Bruhn etwas zurück. Doch wie beim Goldgewinn in der Mixed-Staffel zog die Saarländerin noch einmal an und berührte als Dritte nach 7:53,76 Minuten die Wand nach den Formationen aus Großbritannien und Russland.

Fertig ist Köhler damit noch nicht. Am Donnerstag ist sie noch über 400 Meter Freistil gemeldet, am Samstag verstärkt sie mit Wellbrock die Freiwasser-Mixed-Staffel. „Mal gucken, wie ich mich danach fühle“, sagt sie. „Aber ich freue mich darauf.“

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