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Kölns Ruthenbeck nur bis Saisonende Profi-Trainer

Stefan Ruthenbeck wird die Profis des 1. FC Köln nicht über das Saisonende hinaus trainieren - selbst dann nicht, wenn er den Klassenverbleib noch schaffen sollte. Als Nachfolger wird Markus Anfang von Holstein Kiel gehandelt.
Muss beim 1. FC Köln zum Saisonende aufhören: Trainer Stefan Ruthenbeck. Foto: Uwe Anspach Muss beim 1. FC Köln zum Saisonende aufhören: Trainer Stefan Ruthenbeck.
Köln. 

Beim 1. FC Köln stehen schon vor der endgültigen Entscheidung über den Klassenerhalt alle Zeichen auf Anfang: Der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga gab bekannt, dass der aktuelle Coach Stefan Ruthenbeck die Profis unabhängig von der Liga nur noch bis zum Saisonende trainieren wird.

Favorit auf seine Nachfolge ist der gebürtige Kölner Markus Anfang, der derzeit noch als Trainer beim Zweitliga-Dritten Holstein Kiel arbeitet. Mit der Bekanntgabe der intern schon seit einiger Zeit vereinbarten Trennung von Ruthenbeck will der FC die Diskussionen rund um dieses Thema beenden. Ruthenbeck hatte sie kurz zuvor als „Wahnsinn” bezeichnet. „Die Spekulationen müssen aufhören, damit Stefan und die Mannschaft in Ruhe arbeiten können. Wir haben ja noch eine kleine Chance auf den Klassenerhalt”, sagte Sportchef Armin Veh: „Intern ist es immer klar gewesen, dass der Vertrag nicht verlängert wird.”

Ruthenbeck hatte die Profis im Dezember 2017 als Nachfolger des jetzigen Dortmunder Coaches Peter Stöger übernommen und holte 15 Punkte aus 12 Spielen. Eine ordentliche Bilanz, die aber nicht reichte, um den großen Rückstand aufzuholen. Fünf Spiele vor dem Saisonende trennen den Europa-League-Teilnehmer sechs Punkte vom Relegationsplatz. Bei der U19 hat der frühere Zweitliga-Trainer von Greuther Fürth und VfR Aalen noch einen Anschlussvertrag bis 2019. „Die Entscheidung, ob er dorthin zurückkehrt, liegt bei ihm. Er wird sie nach dem letzten Spiel selbst bekannt geben”, erklärte Veh.

Vor wenigen Tagen hatte der gebürtige Kölner Ruthenbeck berichtet, er habe vor dieser Saison Angebote aus der 2. Liga gehabt, sich aber bewusst für die Aufgabe bei den Kölner Junioren entschieden. Nun könnte seine Entscheidung anders ausfallen. „Auch anderen Vereinen ist Stefans gute Arbeit aufgefallen”, sagte sein Berater Marc Kosicke, der auch Jürgen Klopp und Julian Nagelsmann betreut, kürzlich dem „Express”.

Ruthenbeck wirkte am Donnerstag fast erleichtert, nachdem ihn die Spekulationen in den vergangenen Tagen doch sichtlich genervt hatten. „Jeder wollte Klarheit haben, deshalb war das jetzt der richtige Zeitpunkt”, sagte der 45-Jährige. „Für mich als Kölner war und ist es ein Privileg, Cheftrainer des 1. FC Köln zu sein. Aber ich habe oft betont: Ich definiere mich nicht über diesen Posten.”

Ruthenbeck war kurz vor dem Amtsantritt Vehs als Interimslösung zu den Profis hochgerückt. Veh verzichtete auf die Verpflichtung eines neuen Chefcoachs. Dass er Ruthenbeck den Neuaufbau im kommenden Jahr nicht zutraut, ließ sich aber erahnen, als er Ende Februar öffentlich erklärte: „Er stellt nicht die Mannschaft auf, die ich aufstellen würde.” Am Donnerstag wollte der frühere Stuttgarter Meistertrainer nicht erläutern, warum Ruthenbeck nicht bleibe: „Das würde zu lange dauern. Das kann ich nicht in einer Minute beantworten.”

Zum möglichen Nachfolger will sich der FC bis auf Weiteres nicht äußern. „Wir werden es aber zeitnah verkünden”, versprach Veh. Im Fall von Markus Anfang müssen die Kölner hoffen, dass Kiel den Aufstieg schafft. Denn für die 2. Liga hat der 43-Jährige noch einen Vertrag, für die erste Bundesliga jedoch nicht.

(Von Holger Schmidt, dpa)
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