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Schwimmen: Kopenhagen statt Berlin

Von Die Frankfurterin Sarah Köhler und der Darmstädter Marco Koch gehören zu denen, die auf internationaler Ebene starten.
Steigt bei der Kurzbahn-Europameisterschaft in Dänemark ins Wasser: die Frankfurterin Sarah Köhler. Foto: Michael Kappeler (dpa) Steigt bei der Kurzbahn-Europameisterschaft in Dänemark ins Wasser: die Frankfurterin Sarah Köhler.
Frankfurt. 

Mit nur einer kleinen Delegation fahren die Schwimmer der SG Frankfurt an diesem Mittwoch zu den deutschen Kurzbahnmeisterschaften nach Berlin. Diejenigen, die gut wären für einen Titel, fehlen im Aufgebot der Hessen. Das liegt einerseits daran, dass Olympiateilnehmer Jan-Philip Glania seit den Spielen im vergangenen Jahr seinem Zahnmedizinstudium den Vorzug gibt und nur unregelmäßig ins Wasser springt. „Er hätte vielleicht trotzdem gute Chancen gehabt“, sagt SG-Sportdirektor Michael Ulmer. Doch der 29 Jahre alte Rückenspezialist will nach zuletzt nicht mal mehr täglichen Trainingseinheiten lieber auf einen Start verzichten.

Die zweite Topathletin der Frankfurter, die 23-jährige Sarah Köhler, befindet sich derweil in Kopenhagen. Dort werden bereits ab heute und gleichermaßen bis Sonntag die Europameisterschaften ausgetragen. Ein Kuriosum, das die Bedeutung der Wettbewerbe in der eigenen Hauptstadt sinken lässt.

Auch Köhler hätte eigentlich nicht im Flieger nach Dänemark sitzen sollen; dort waren ursprünglich nur Plätze für diejenigen reserviert, die bereits für die Welttitelkämpfe im Sommer in Budapest nominiert waren. Die in Heidelberg trainierende Athletensprecherin war dies nicht. Doch seitdem sammelte sie zahlreiche überzeugende Argumente dafür, beim Winterhöhepunkt doch wieder die Nationalfarben tragen zu dürfen. Denn die Olympiafinalistin von Rio de Janeiro hat in diesem Jahr bereits fünf verschiedene deutsche Rekorde geknackt, hat auf der Langbahn die Bestmarken über 400 und 1500 Meter Freistil inne sowie auf der 25-Meter-Bahn noch zusätzlich die über 800. Trotzdem hätte man sie beinahe nicht mitgenommen: Mit der Unterschrift unter die neue Athletenvereinbarung soll Köhler etwas länger gezögert haben, weil ihr darin zwei Passagen missfielen.

Doch nun ergänzt sie das „starke Team“, von dem Bundestrainer Henning Lambertz spricht und das die Pleite von Ungarn, wo die Mannschaft des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) im August mit dem schwächsten Ergebnis der bisherigen Geschichte und lediglich die Magdeburgerin Franziska Hentke mit einer Silbermedaille aufgetaucht war, ein wenig vergessen lassen soll. Zu denen, die dabei gefragt sind, gehört auch der Darmstädter Marco Koch, der auf der Margareteninsel mit einem Halbfinal-Aus auf seiner Paradestrecke 200 Meter Brust enttäuschte, sich zuletzt aber wieder in guter Form präsentierte. Allerdings stoppte den 27-Jährigen in der vergangenen Woche ein Magen-Darm-Virus und ließ vier Tage lang kein Training zu. „Lassen wir uns überraschen“, erklärte der Weltrekordhalter am Montag nach seinen Zielen und Erwartungen befragt.

Frühe Qualifikation

Doch nicht nur für den Doppel-Weltmeister ist die Kurzbahn-Saison lediglich eine Zwischenstation auf dem Weg zu anderen Zielen. Schon im Januar beginnt die Jagd auf die EM-Tickets auf der Langbahn, die diesmal nicht erst bei den deutschen Meisterschaften abgeschlossen wird. Während eines festgesetzten Qualifikationszeitraums dürfen die Interessenten an der Reise im August ins schottische Glasgow bei den den Anforderungen entsprechenden Meetings versuchen, die Norm zu knacken. Sollte ihnen das gelingen, hätten sie den Rest des Jahres über Ruhe und könnten damit den Fahrplan zum Großereignis selbst bestimmen.

„Das gab es noch nie“, sagt Koch, der die Aufgabe gerne so schnell wie möglich erfüllen würde und gespannt darauf ist, wie sich das auswirken wird. Im Lager der Schwimmer muss man sich also wieder einmal an einiges Neue gewöhnen. Auch daran, dass nationale Titelkämpfe plötzlich nicht mehr so viel wert sind.

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