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Kurz vor der Spitze

Von Bundesliga-Tabellenführer Berlin hat vor dem Spitzenspiel am Samstag gegen die zweitplatzierten Frankfurter großen Respekt.
Können mit den United Volleys Tabellenführer werden (v.l.): Jan Klobucar, Florian Ringseis, Peter Wolf, Georg Escher und Jannis Hopt. Foto: imago sportfotodienst (imago sportfotodienst) Können mit den United Volleys Tabellenführer werden (v.l.): Jan Klobucar, Florian Ringseis, Peter Wolf, Georg Escher und Jannis Hopt.
Frankfurt. 

Am kommenden Samstag, nur 387 Tage nach ihrem allerersten Punktspiel in der Bundesliga, können die United Volleys Rhein-Main mit einem Sieg beim Titelverteidiger Berlin die Tabellenführung übernehmen. Spitzenreiter waren sie schon mal: Am vergangenen Wochenende. Da allerdings nur für einen Tag. Nun könnten sie den ersten Platz für einen längeren Zeitraum übernehmen.

Das allerdings käme überraschend. Berlin hat im bisherigen Saisonverlauf alle Spiele gewonnen und erst einen Satz abgegeben. Manager Kaweh Niroomand verfügt über zwölf Nationalspieler aus sechs Nationen, die es auf 1000 Länderspiele bringen. Auf der anderen Seite die United Volleys: Altersdurchschnitt 22,6 Jahre. Zieht man den einzigen international erfahrenen Kapitän Christian Dünnes ab, sind es gar nur 22,0 Jahre.

Keine Chance also? „Wir hatten Friedrichshafen schon auf der langen Leine, haben sie wieder losgelassen. Die Nervenstärke, die der Rekordmeister in der Schlussphase zeigte, hat uns gefehlt. Hoffentlich lernen wir daraus. Jetzt müssen wir halt in Berlin gewinnen“, sagte Libero Florian Ringseis nach dem spanenden 2:3 gegen den VfB am vergangenen Samstag in der Frankfurter Ballsporthalle.

Die Tatsache, dass der Österreicher überhaupt in Erwägung zieht, beim Meister einen Sieg erringen zu können, verdeutlicht die Entwicklung, die die United Volleys durchlaufen haben. Friedrichshafens Coach Vital Heynen zählt die Frankfurter bereits zum Kreis der Favoriten. „Die haben eine Menge junge Spieler, die bereits auf hohem Level spielen“, so der Belgier, der in seiner damaligen Funktion als Bundestrainer die Idee hatte, die schließlich zur Entstehung der United Volleys führte. „Er erzählte mir einmal, wie er sich die Entwicklung deutscher Talente vorstellt. Daraus entstand das Konzept, in der Bundesliga ein U 23-Team mit deutschen Spielern zu installieren. Trainer Michael Warm, den wir für unser Projekt begeistern konnten, verbesserte die Idee, indem er die Talente um die routinierten Leitwölfe Christian Dünnes und Lukas Bauer ergänzte“, erinnert sich der IT-Unternehmer Jörg Krick, ohne dessen Engagement es dieses Team gar nicht gegeben hätte.

Darauf angesprochen, ob die United Volleys sich bereits auf einem Level mit Berlin und Friedrichshafen befinden, winkt Michael Warm noch ab. Das sei auch nicht vorgesehen. Man habe sich drei Jahre Zeit gegeben, um ganz oben anzukommen. Noch klaffen zwischen den zwei „Giganten“ des deutschen Volleyballs und den Frankfurtern große Lücken. Vor allem finanziell. Friedrichshafen konnte sich im Sommer erlauben, Nationalspieler Daniel Malescha zu verpflichten und den in der vergangenen Saison besten Punktesammler der Liga auf die Bank als Reserve für den tschechischen Diagonalspieler Michal Finger zu setzen. „Sicher hätte ich auch gern eine Absicherung für Dünnes. Dazu müssten wir aber den dreifachen Etat haben“, betont Warm. Mit den vorhandenen Mitteln gelang es dennoch, die Mannschaft zusammen gehalten. Und die positive Entwicklung setzt sich fort. Das Team kann gegen acht der elf Bundesliga-Konkurrenten auch schon ohne Dünnes gewinnen. Gegen Berlin und Friedrichshafen wird es auch mit dem überragenden Kapitän immer noch schwer. Aber nicht mehr unmöglich.

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