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Beachvolleyball: Laura Ludwig und Kira Walkenhorst bleiben bereiten sich auf neue Ziele vor

Von Am Netz haben Laura Ludwig und Kira Walkenhorst schon alles gewonnen. Dennoch bleiben die Olympiasiegerinnen hungrig.
Ein bestens funktionierendes Kleinunternehmen: Auch nach dem World-Tour-Finale in Hamburg durften Laura Ludwig (links) und Kira Walkenhorst in diesem Jahr jubeln. Foto: Daniel Grund (Swatch Beach Volleyball Major Se) Ein bestens funktionierendes Kleinunternehmen: Auch nach dem World-Tour-Finale in Hamburg durften Laura Ludwig (links) und Kira Walkenhorst in diesem Jahr jubeln.
Frankfurt. 

Auch wer sein Leben am Strand verbringt, braucht mal Urlaub. Bei Laura Ludwig und Kira Walkenhorst ist es gerade so weit. Seit die Olympiasiegerinnen und Weltmeisterinnen bei den deutschen Beachvolleyball-Meisterschaften vor zwei Wochen frühzeitig die Segel streichen mussten, gönnen sie ihren arg strapazierten Körpern eine Pause. Vier bis sechs Wochen soll die so nötige Regenerationsphase dauern. Dann, so Ludwig, werde man sich mit Trainer Jürgen Wagner zusammensetzen und die Ziele für die nächste Saison formulieren.

Eigentlich haben die beiden schon alles erreicht, düpierten bei den Olympischen Spielen im vergangenen Sommer in Rio die heimische Konkurrenz und fügten ihrer stattlichen Sammlung in diesem Jahr unter anderem den WM- und den World-Tour-Titel hinzu. Hungrig auf Erfolg bleiben die Wahl-Hamburgerinnen trotzdem. „Wir lieben das Gewinnen“, erklärt Ludwig.

Doch wie schwer es ist, überall oben zu stehen, mussten die 31-Jährige und ihre Partnerin im zurückliegenden Sommer erfahren. Bei den Europameisterschaften fehlten die nötigen Körner für eine erfolgreiche Titelverteidigung ebenso wie zuletzt am Timmendorfer Strand. Zu voll ist der Terminkalender, um immer eine Topleistung zu bringen. Dabei investiert das Duo, das seit vier Jahren zusammen am Netz auftritt, so viel wie möglich in den Sport.

Ein Team aus einem Chefcoach, einem Co-Trainer, einem weiteren Betreuer, einer Psychologin, einem Arzt, einem Manager und mehreren Physiotherapeuten garantiert in allen Bereichen höchstmögliche Qualität und sorgt dafür, dass sich die beiden Sportlerinnen selbst allein auf ihr Spiel konzentrieren können. Zwar sei Wagner davon überzeugt, in den Kopf müsse auch mal anderes hinein, sagt Ludwig. Aber entsprechende Versuche wie ein Studium seien gescheitert. Solange es im Sand so gut läuft, müssen andere Dinge eben warten.

Und es läuft einfach sehr gut. Ludwig/Walkenhorst sind mit ihrem bestens funktionierenden Kleinunternehmen längst zum Vorbild in ihrer Sportart geworden. Jedoch muss man sich, bei der nur geringen Unterstützung des Verbandes für seine Athleten, das laut Ludwig „geile Umfeld“ auch leisten können. Beim Erfolgspaar sind es Werbepartner, die große Teile der Kosten tragen. Prämien wie die für den Sieg beim World-Tour-Finale, wo auf einen Schlag 100 000 Dollar in die Gemeinschaftskasse flossen, sind selten. „Das war erst zum dritten Mal, dass es bei einem unserer Turniere eine solche Prämie gab“, erklärt Ludwig.

Ein bisschen Luxus wollen und müssen sie sich gönnen. Etwa ein zusätzliches Hotelzimmer, das es den beiden Sportpartnerinnen erlaubt, auch einmal voneinander Abstand zu nehmen. Denn so gut sich die extrovertierte, lebhafte Ludwig und die ruhigere, aber sehr ironische Walkenhorst verstehen und mit ihren unterschiedlichen Stärken und Charakteren ergänzen – die tagtägliche gemeinsame Arbeit schweißt zwar zusammen, kann aber durchaus auch mal zu viel werden.

Trotz aller Leidenschaft für ihren Sport: „An Heiligabend würde ich morgens auch mal lieber ausschlafen, statt zum Training zu gehen“, sagt Walkenhorst. Die freien Wochen bis zum erneuten Trainingsstart will die 26-Jährige nicht nur dafür nutzen, die aus einer bakteriellen Infektion resultierenden Schulterprobleme auszukurieren, die ihr zuletzt arge Schmerzen bereiteten. Sondern auch dazu, wirklich einfach mal faul in der Sonne zu liegen. „Den Beachvolleyball benutze ich dann nur als Kopfstütze.“

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