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Glänzend aus dem Schatten getreten: Lea Tkaltschewitsch räumt bei den Deutschen Gymnastik-Meisterschaften ab

Von Lea Tkaltschewitsch von der TSG Neu-Isenburg gewinnt bei den Deutschen Gymnastik-Meisterschaften in Berlin fast alle Titel.
Meisterlich: Lea Tkaltschewitsch mit ihrem Lieblingsgerät. Foto: Schreyer (imago sportfotodienst) Meisterlich: Lea Tkaltschewitsch mit ihrem Lieblingsgerät.
Berlin. 

Eigentlich war Lea Tkaltschewitsch davon ausgegangen, noch eine Weile im Schatten gedeihen zu können. Denn nach den Olympischen Spielen von Rio de Janeiro hatte nichts darauf hingedeutet, dass die bisherige Topgymnastin des Deutschen Turner-Bundes (DTB), Jana Berezko-Marggrander, ihre Karriere schon beenden würde. Doch wenige Monate später teilte die 21-Jährige mit, dass sie sich den Veränderungen, die die nationale Spitzensportreform mit sich bringt, nicht mehr unterwerfen wolle.

Plötzlich stand der Nachwuchs im Fokus, die beiden flexiblen Bewegungskünstlerinnen, denen man am ehesten zutraute, in die Fußstapfen des Ausnahmetalentes zu treten, das bei den Juniorinnen drei Bronzemedaillen bei Europameisterschaften gewann.

Auf nationaler Ebene ist dies der Hessin Tkaltschewitsch beim Deutschen Turnfest in Berlin gelungen. Bei den Meisterschaften im schon recht betagten Sportforum von Hohenschönhausen sicherte sich die 16-Jährige von der TSG Neu-Isenburg in ihrem ersten Jahr bei den Seniorinnen vier von fünf Titeln und musste nur mit dem Band nach einem Geräteverlust die Goldmedaille Julia Stavickaja aus Bremen überlassen. Etwas leichter fiel ihr das, da Noemi Peschel, die gemeinsam mit der jüngeren Schwester der Gruppen-Olympiateilnehmerin Sina Tkaltschewitsch die deutschen Farben bei der EM im Mai in Budapest vertreten hatte, krankheitsbedingt ausgefallen war.

Doch trotz der Triumphe im Mehrkampf und mit drei Handgeräten ist sich die neue nationale Königin der Tatsache bewusst, dass man in den nächsten Jahren noch viel mehr von ihr erwartet. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) fordert eine Finalchance auf internationaler Ebene in nicht allzu ferner Zukunft, soll die Einzeldisziplin sich weiterhin einer gewissen Förderung erfreuen. „Nicht in den nächsten zwei Jahren“, wie Tkaltschewitsch betont, die bei ihrem Debüt in Ungarn 38. wurde. Doch dann, wenn in drei Jahren die Olympischen Spiele in Tokio anstehen.

Tendenz nach oben

Die deutsche Teamchefin Katja Kleinveldt hält das nicht für realistisch, hat in der Hauptstadt aber bereits eine Aufwärtstendenz ausgemacht. „Lea hat hier mit viel mehr Power geturnt als noch bei der EM.“ Damals hatte sich neben der verständlichen Nervosität bei der Premiere auf der ganz großen Bühne auch der Trainingsrückstand bemerkbar gemacht, mit dem Tkaltschewitsch angereist war. Denn kurz zuvor hatte die mit zwölf Jahren ans Sportinternat des Bundesstützpunktes in Fellbach-Schmiden umgesiedelte Gymnastin ihren Realschulabschluss geschafft. Dieser ermöglicht es ihr, an ein sportbetontes Gymnasium in Stuttgart zu wechseln, um auf dem Weg zu ihren weiteren Zielen Schule und zeitraubende Leidenschaft besser verbinden zu können.

Tkaltschewitsch ist zuversichtlich, sich weiter gut entwickeln zu können. Auch Kleinveldt traut der selbstbewussten Athletin, die 2015 mit der Juniorinnen-Gruppe schon mal Fünfte auf kontinentaler Ebene war, zu, dass sie ihre „sehr eigene Ausstrahlung“ noch besser zur Geltung bringen und mit ihrem „unheimlichen Biss“ weit nach vorne kommen kann. So weit, dass die Einzeldisziplin hierzulande auch in Zukunft Chancen bekommt. Denn so, ist Kleinveldt sich sicher, könne man den Nachwuchs besser motivieren und auch die Qualität der bei den Olympischen Spielen in Rio auf Rang zehn gelandeten, unumstrittenen Gruppe hochhalten.

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