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Nationalmannschaft: Leroy Sane wartet auf den Durchbruch

In England gefeiert, in der Nationalmannschaft ein Rätsel: Ausnahmetalent Leroy Sane wartet im Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft noch immer auf den Durchbruch.
Es soll auch im Nationalteam endlich mit ihm aufwärts gehen: Leroy Sane gut gelaunt gestern beim Training in Berlin. Foto: Annegret Hilse (imago sportfotodienst) Es soll auch im Nationalteam endlich mit ihm aufwärts gehen: Leroy Sane gut gelaunt gestern beim Training in Berlin.
Berlin. 

Leroy Sane sprach sehr ruhig und meist in knappen Sätzen, doch seine Botschaft formulierte er überaus klar. Der trickreiche Offensivspieler ist wild entschlossen, Joachim Löw und mit dem Bundestrainer der ganzen deutschen Fußball-Republik zu zeigen, dass es ein großer Fehler war, ihn nicht mit zur Weltmeisterschaft nach Russland zu nehmen.

„Ich habe viel nachgedacht in der Sommerpause und versuche mich in meinem Spiel so zu verbessern, dass der Jogi beim nächsten Mal keine Möglichkeit hat, mich nicht zu nominieren“, sagte Sane am Mittwoch in Berlin. Neben Sane saß Julian Draxler und sprang seinem Kumpel aus Schalker Zeiten bei. „Leroy ist weder charakterschwach noch sonst was“, sagte er über die vermeintlichen Gründe für die überraschende Ausbootung im Sommer, „da kann man an der Stelle mal eine Lanze für ihn brechen.“

Draxler sprach damit das gängige Bild von Sane als schnöseligem Jungstar an. Toni Kroos hatte diesen Eindruck befeuert, als er im September kritisierte, Sane vermittle bisweilen den Eindruck, es sei ihm egal, ob die Mannschaft gewinne. Kroos: „Er wäre eine Riesenbereicherung für uns, wenn er seine Qualitäten auf den Platz bringen würde. Klar ist, dass man einen Weg finden muss, ihn zu seiner Topleistung zu bringen.“

Darauf angesprochen, reagierte Sane gelassen. „Ich mache das nicht extra, dass ich sage: Mir ist alles egal. Das ist es natürlich nicht, ich will, dass wir alle zusammen immer gut aussehen und unsere Spiele gewinnen“, sagte er: „Dass es für den ein oder anderen nicht so aussieht, ist okay für mich. Ich respektiere das und versuche, daran zu arbeiten.“

Zeigen wolle er sich, wiederholte Sane mehrere Male – und zwar schon in der Nations League am Samstag (20.45 Uhr/ZDF) in den Niederlanden und drei Tage später bei Weltmeister Frankreich. Löw empfing den 22-Jährigen am Dienstag vor dem Teamhotel Das Stue am Tiergarten mit einer herzlichen Umarmung. Der Bundestrainer sieht es als eine seiner wichtigsten Aufgaben an, dem Ausnahmetalent von Manchester City endlich auch beim DFB zum Durchbruch zu verhelfen. „Er hat sehr gute Fähigkeiten und ist ein Spieler, der mit seinen Qualitäten den Unterschied ausmachen kann“, sagte Löw über Sane, der vom Problemfall zum Leistungsträger werden soll. Gerade in der zuletzt schwächelnden Offensive benötigt Löw nämlich dringend Alternativen.

DFB-Direktor Oliver Bierhoff sieht bei Sane alle Voraussetzungen, um ein Superstar zu werden, „allein schon wegen seiner Konstitution und seiner Leichtigkeit. Ihm stehen viele Türen offen, aber er muss in den kommenden Jahren an Robustheit zulegen und daran arbeiten, effektiver für die Mannschaft und den Trainer zu sein.“ Sein Tempo sei Sanes „großer Trumpf“, noch fehle es ihm aber an Konstanz.

Das gilt vor allem für den „DFB-Sane“, der in bislang 13 Länderspielen seit seinem Debüt im November 2015 in Frankreich nicht überzeugte. Bei der EM 2016 kam er nach schwachen Leistungen im Training nur zu einem Kurzeinsatz, den Confed Cup sagte er wegen einer Nasen-Operation ab, was ihm intern einige Minuspunkte einbrachte.

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